
Primaten-Studie dokumentiert 427 Fälle von Spiel und Fellpflege mit anderen Arten
Eine in der Fachzeitschrift Primates veröffentlichte Untersuchung wertet Hunderte Beobachtungen aus, bei denen nichtmenschliche Primaten mit Tieren anderer Spezies interagierten – ein möglicher evolutionärer Baustein der Mensch-Tier-Beziehung.
Die bislang umfassendste Durchsicht von Interaktionen zwischen nichtmenschlichen Primaten und anderen Arten hat 427 Fälle zusammengetragen, die von Fellpflege über Spiel bis hin zu Adoption reichen. Die in der Zeitschrift Primates publizierte Studie unter Leitung der Universität Oxford dokumentiert Begegnungen von 88 Primatenarten mit 127 Partnerarten, darunter 55 nicht zu den Primaten zählende Spezies. Die ausgewerteten Quellen umfassen wissenschaftliche Literatur, Medienberichte und Befragungen von Primatologen.
Spiel und Fellpflege erwiesen sich als die mit Abstand häufigsten Verhaltensweisen. Jungtiere zeigten eine stärkere Neigung zum Spiel, während erwachsene Weibchen überwiegend Pflegeverhalten an den Tag legten; erwachsene Männchen ließen insgesamt weniger Interesse am Umgang mit anderen Arten erkennen. Zu den konkreten Beobachtungen zählen Javaneraffen, die in Thailand Hunde umsorgen, Hanuman-Languren, die in Sri Lanka Riesenhörnchen streicheln, sowie Stumpfnasenaffen, die in China mit Schweinen spielen. Ein besonders hervorgehobener Einzelfall betrifft wilde Kapuzineraffen, die 2006 in Brasilien ein verwaistes Weißbüschelaffen-Junges adoptierten und versorgten.
„Diese Verhaltensweisen lassen sich nicht mit der Haltung von Haustieren gleichsetzen, könnten aber einige der evolutionären Bausteine darstellen, aus denen die Gemeinschaft zwischen Mensch und Tier hervorgegangen ist“, wird Cyril Grueter von der Universität Oxford in einer Mitteilung zitiert. Die Befunde lieferten zudem neue Erkenntnisse über die Evolution von Empathie und sozialer Flexibilität und könnten helfen, gemischte Tiergruppen in Zoos und Schutzgebieten besser zu managen.
Nicht alle Begegnungen verliefen harmlos: In 13 der dokumentierten Fälle starb eines der beteiligten Tiere. Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse keine direkte Vorstufe der Haustierhaltung belegen, wohl aber ein tieferes Verständnis dafür eröffnen, auf welcher Grundlage die menschliche Bindung zu anderen Arten entstanden sein könnte. Weitere Feldforschung soll klären, unter welchen ökologischen und sozialen Bedingungen solche artübergreifenden Fürsorgehandlungen auftreten.
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Wir betonen, dass die dokumentierten Interaktionen nicht mit Haustierhaltung gleichzusetzen sind; sie bieten vielmehr evolutionäre Hinweise auf unsere Beziehung zu Tieren.
Wir nutzen die ständige Qualifizierung der Ergebnisse durch die Aussagen des Forschers, um zu anthropomorphe Interpretationen abzumildern.
Die Studie zeigt, dass nicht-menschliche Primaten Haustiere haben können, genau wie wir Menschen.
Wir verwenden direkte Anthropomorphisierung, um das Verhalten von Primaten vertraut und verständlich zu machen, und behaupten eine Ähnlichkeit mit Menschen ohne wissenschaftliche Einschränkungen.
Wir lassen die Warnungen des Forschers weg, die davor warnen, das Verhalten mit Haustierhaltung gleichzusetzen, um die Entdeckung sensationeller darzustellen.
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