
Pulisic an der Spitze, Zendejas umstritten – das US-Aufgebot für die Heim-WM
Gastgeber USA präsentiert sein 26-köpfiges WM-Team: Pochettino setzt auf europäische Klasse und mexikanischstämmige Talente. Die Kontroverse um Alejandro Zendejas dominiert die Debatte.
Mit einer publikumswirksamen Inszenierung am Pier 17 in Manhattan hat Mauricio Pochettino am Dienstag den endgültigen Kader der Vereinigten Staaten für die Weltmeisterschaft 2026 bekanntgegeben. Angeführt von Christian Pulisic, dem Offensivkopf des AC Mailand, und Weston McKennie von Juventus Turin, tritt die US-Auswahl in der Gruppe D gegen Paraguay, Australien und die Türkei an – und will bei ihrer zweiten Heim-WM nach 1994 endlich den Sprung über das Achtelfinale hinaus schaffen. Die 26 Namen spiegeln die gewachsene europäische Erfahrung des Teams wider, doch die Diskussionen in der amerikanischen Öffentlichkeit entzündeten sich weniger an den Stars als an den Randfiguren.
Aus Washingtoner Sicht sorgten vor allem zwei Abwesenheiten für Aufsehen: Diego Luna und Tanner Tessmann hatten nach starken Saisons mit Kaderplätzen gerechnet. Tessmann, Mittelfeldspieler bei Olympique Lyon, war zuletzt zwar von einer Muskelzerrung gehandicapt, doch sein Fehlen wurde dennoch als echte Überraschung gewertet. Zeitgleich brachen in den sozialen Netzwerken Debatten über die Berufung des in der mexikanischen Liga MX aktiven Alejandro Zendejas los. Der ehemalige US-Nationaltorhüter Kasey Keller bezeichnete die Nominierung des mexikanischstämmigen Stürmers als unverständlich und löste eine Welle der Kritik an Pochettinos Auswahlkriterien aus. Beobachter in Mexiko-Stadt wiederum sahen darin eine späte Genugtuung für einen Spieler, der einst zwischen dem US- und dem mexikanischen Verband geschwankt hatte und sich schließlich für die Stars and Stripes entschied.
Zendejas, in Ciudad Juárez geboren und in Texas aufgewachsen, verkörpert eine zentrale Nebenhandlung dieses Kaders: den wachsenden Einfluss mexikanischstämmiger Talente im US-Fußball. Seine Präsenz auf der WM-Bühne wird in den lateinamerikanischen Medien als Ergebnis einer jahrelangen Identitätsfindung kommentiert, während ihn die brasilianische und indonesische Sportpresse sachlich als eines der taktischen Optionen Pochettinos einordnen. In Europa registriert man derweil die dichte Verflechtung des US-Kaders mit den großen Ligen: Sergiño Dest, Tyler Adams, Gio Reyna und Tim Weah bringen allesamt Champions-League-Rhythmus mit, was die Amerikaner zu einem ernstzunehmenden Gegner macht – auch für mögliche Achtelfinalduelle mit Vertretern aus dem deutschen Sprachraum, sofern die Schweiz oder Deutschland in der K.-o.-Runde auf den Gastgeber träfen.
Für Pochettino wird das Turnier zur ersten echten Bewährungsprobe als Nationaltrainer, und die Erwartungen des Dreiländer-Gastgebers sind hoch. Nach dem Achtelfinal-Aus in Katar 2022 lastet auf dieser Generation der Druck, die Gruppenphase nicht nur zu überstehen, sondern im eigenen Land eine historische Tiefenwirkung zu erzielen. Die Mischung aus erfahrenen Europa-Profis und den in der MLS oder Mexiko gereiften Akteuren muss nun beweisen, dass sie mehr als ein loses Ensemble ist. Dass die Kadervorstellung bewusst vier Tage vor der offiziellen Meldefrist erfolgte, verleiht dem Team einen psychologischen Vorteil: Man will als erster der drei Co-Gastgeber Einigkeit demonstrieren. Ob dieser symbolische Akt in konkrete Ergebnisse mündet, wird sich ab dem 12. Juni in Los Angeles zeigen.
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
Das US-Aufgebot für die Heim-WM wird von Pulisic und McKennie angeführt, doch das lateinamerikanische Interesse gilt dem mexikanisch-amerikanischen Flügelspieler Alejandro Zendejas von Club América. Seine Nominierung sorgte für Kontroversen, eine US-Legende kritisierte die Entscheidung scharf, während Zendejas erklärte, er habe sich für die USA entschieden, weil er dort ausgebildet wurde. Der Kader umfasst mehrere Spieler mexikanischer Abstammung, was die fußballerischen Verbindungen zwischen beiden Ländern unterstreicht.
Die USA haben ihren 26-köpfigen Kader für die Heim-WM 2026 bekannt gegeben, mit Star Christian Pulisic als größter Hoffnung. Trainer Mauricio Pochettino setzt auf eine Mischung aus europabasierten Routiniers und jungen Talenten, um in Gruppe D gegen Australien, Paraguay und die Türkei zu bestehen. Die Bekanntgabe verlief sachlich, die Spieler wurden ohne Kontroversen aufgelistet.
Christian Pulisic führt das US-WM-Aufgebot an, doch die eigentliche Geschichte ist das umstrittene Fehlen der Mittelfeldspieler Diego Luna und Tanner Tessman. Die durchgesickerte Liste löste sofortige Fan-Empörung und Debatten über Pochettinos Auswahl aus und überschattete die Nominierung der etablierten Stars. Der Fokus liegt darauf, wer nicht dabei ist, nicht auf den Nominierten.
Erweitere deinen Horizont
US-Senat verabschiedet Sanktionspaket mit Zolldrohung gegen Russland-Energiekäufer
10 Sprachen · 40 Quellen
Aus Economy & MarketsSteigende Kreditvorsorgen belasten Bankbilanzen in Schwellenländern
2 Sprachen · 6 Quellen
Aus TechnologyWhatsApp erweitert Gruppenchats um Umfragefristen, @alle-Erwähnung und Ein-Klick-Gruppenerstellung
2 Sprachen · 9 Quellen