
RFK Jr. vor dem Senat: Ein letztes Ringen um die Gesundheitspolitik
Die letzte von sieben Anhörungen des Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. vor dem Senatsausschuss für Gesundheit, Bildung, Arbeit und Renten markiert den vorläufigen Höhepunkt einer Woche, die in Washington von wachsender Besorgnis über die Zukunft der amerikanischen Gesundheitspolitik geprägt war. Kennedy, der sich zuvor monatelang geweigert hatte, vor dem Kongress Rede und Antwort zu stehen, musste nun doch Farbe bekennen – insbesondere zu seinem ultrakonservativen Haushaltsentwurf, der Einsparungen von rund 15,8 Milliarden Dollar für das Gesundheitsministerium vorsieht, darunter über fünf Milliarden Dollar für die National Institutes of Health.
Aus Washingtons Sicht ist der Auftritt Kennedys ein Gradmesser dafür, wie weit die Trump-Administration bereit ist, die etablierte Gesundheitsbürokratie zu demontieren, doch die parteipolitische Polarisierung verhindert eine sachliche Debatte. Während republikanische Senatoren die Kürzungen als notwendigen Beitrag zur Reduzierung der Staatsschulden von 39 Billionen Dollar loben, werfen Demokraten Kennedy vor, mit seinen umstrittenen Änderungen am Impfplan für Kinder und der Entscheidung, Minnesota 250 Millionen Dollar aus dem Medicaid-Programm zu verweigern, bewusst die Grundfesten des öffentlichen Gesundheitswesens zu erschüttern. Beobachter in Peking und Brüssel verfolgen die Entwicklung mit Argusaugen, denn die amerikanische Gesundheitspolitik hat stets als Referenz für globale Standards gedient – ein möglicher Vertrauensverlust in die NIH oder die Impfempfehlungen könnte auch jenseits des Atlantiks Wellen schlagen.
Der jüngste Anstieg der Masernfälle auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten unterstreicht die Dringlichkeit einer verlässlichen Strategie, doch Kennedy wirkt in den Anhörungen wie ein Getriebener, der zwischen Schuldenbremse und eigenen Überzeugungen hin- und hergerissen ist. In Deutschland, Österreich und der Schweiz, die selbst mit Impfmüdigkeit und dem Einfluss alternativer Gesundheitsbewegungen kämpfen, wird man genau beobachten, ob Kennedys Agenda zu einer dauerhaften Schwächung der evidenzbasierten Medizin führt oder ob der Kongress noch rechtzeitig die Notbremse zieht – der Ausgang dieser Entscheidung wird die transatlantische Gesundheitskooperation nachhaltig beeinflussen.
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