
Rubio wirft Iran mangelnde Verhandlungsbereitschaft vor und warnt vor gefährlichem Präzedenzfall am Hormuz
Bei einem Treffen der ASEAN-Außenminister in Manila erklärte der US-Außenminister, Teheran halte getroffene Absprachen nicht ein; die Kontrolle der Meerenge durch Iran würde die Freiheit der Schifffahrt und den Welthandel bedrohen.
US-Außenminister Marco Rubio hat Iran bei einem Treffen der ASEAN-Außenminister in Manila mangelnde Ernsthaftigkeit in den Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges vorgeworfen. Teheran habe trotz direkter und indirekter Kontaktaufnahme getroffene Absprachen nicht eingehalten, sagte Rubio am Mittwoch. „Das Problem ist, dass sie es mit den Gesprächen nicht ernst meinen“, wurde er von Reuters zitiert. Die Vereinigten Staaten blieben zwar zu Diplomatie bereit, doch wenn Verpflichtungen nicht eingehalten würden, „wird es Konsequenzen geben“. Die Äußerungen fielen vor dem Hintergrund der elften Nacht aufeinanderfolgender US-Luftangriffe auf Ziele im Iran, bei denen nach iranischen Angaben auch Anlagen in der Provinz Bushehr getroffen wurden.
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Forderung Irans, die Kontrolle über die Straße von Hormuz auszuüben – ein Recht, das Teheran nach Worten Rubios unter keinem existierenden rechtlichen Mechanismus zustehe. Sollte es einem Staat erlaubt werden, eine internationale Wasserstraße gewaltsam zu kontrollieren und Schiffe bei Nichtzahlung von Gebühren anzugreifen, entstünde ein „sehr gefährlicher Präzedenzfall“, der sich in anderen Weltregionen wiederholen könne, warnte der Minister mit Blick auf den Indopazifik. Die ASEAN-Staaten, die nach eigenen Angaben bis zu 60 Prozent ihrer Energieimporte über die Meerenge beziehen, zeigten sich in einer gemeinsamen Erklärung „zutiefst besorgt“ über die Auswirkungen des Konflikts. Parallel dazu zwangen Drohungen der Huthi-Rebellen im Roten Meer mehrere saudische Öltanker zur Umkehr, was die Belastung der globalen Energielieferketten weiter erhöht.
Diplomatische Vermittlungsbemühungen laufen unterdessen weiter. Wie Reuters unter Berufung auf einen hochrangigen iranischen Vertreter meldete, wurde Teheran ein Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet. Irans Innenminister Eskandar Momeni suchte in dieser Woche den Vermittler Pakistan auf. Analysten des Chatham House werteten die jüngsten Drohungen gegen die Schifffahrt als taktischen Versuch Irans, Verhandlungsmasse zu schaffen. Die militärische Eskalation treibt die Ölpreise in die Höhe; die Sorte Brent notierte am Mittwoch bei fast 94 Dollar je Barrel, und die US-Benzinpreise stiegen wieder über vier Dollar je Gallone. Das Pentagon bezifferte die bisherigen Kriegskosten auf 37,5 Milliarden Dollar und drängt auf ein Nachtragsbudget von 67 Milliarden Dollar.
Am Rande des ASEAN-Treffens kam Rubio auch mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi zusammen. Beobachter in Manila erwarteten, dass dabei neben dem Nahostkonflikt auch die Spannungen im Südchinesischen Meer zur Sprache kommen würden. Rubio hatte zuvor in einem Gastbeitrag vor den Gefahren einer Kontrolle jener Gewässer durch eine Macht gewarnt, die bereit sei, Handel als geopolitische Waffe einzusetzen. Die Quad-Außenminister bekräftigten in einer gemeinsamen Erklärung ihr Bekenntnis zur maritimen Sicherheit im Indopazifik. Eine für September ins Auge gefasste Gipfelbegegnung zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping könnte nach Angaben aus Diplomatenkreisen ebenfalls Thema des Gesprächs gewesen sein.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | −0.50 | critical |
The Atlantic press frames Rubio's accusation as part of a broader narrative of Iranian aggression. Iran's retaliatory strikes on Bahrain and Kuwait and Houthi threats in the Bab al-Mandeb signal a dangerous escalation. The focus is on the immediate military conflict and the threat to global oil shipping routes.
The Southeast Asian press focuses on the US-Saudi nuclear deal as a destabilizing factor. It suggests that US actions, rather than Iranian intransigence, are increasing tensions in the Middle East. The coverage highlights the risk of nuclear proliferation and the irony of the US escalating while blaming Iran.
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