
Hadsch-Rückkehr 2026: Millionen Pilger auf dem Heimweg – Indonesien ringt mit hoher Sterblichkeit
Die Rückführungsoperationen nach dem Hadsch 2026 laufen weltweit auf Hochtouren; während die Logistik vielerorts reibungslos funktioniert, werfen Hunderte Todesfälle unter indonesischen Pilgern Fragen zur Gesundheitstauglichkeit auf.
Die große Rückkehrbewegung der muslimischen Pilger aus Saudi-Arabien hat in diesen Tagen ihren Höhepunkt erreicht. Aus Jakarta meldete das Ministerium für Hadsch und Umra, dass bereits mehr als 76.000 indonesische Pilger und Begleitpersonen in der Heimat eingetroffen seien – verteilt auf 195 Fluggruppen. Minister Mochamad Irfan Yusuf empfing am Sonntag persönlich die 17. Gruppe am Debarkationspunkt Makassar und sprach von einem insgesamt reibungsloseren Ablauf als im Vorjahr. Auch aus anderen Weltregionen verdichten sich die Rückkehrsignale: In Ghana landete die erste Maschine mit 423 Pilgern aus der Region Bawku in Tamale, während im Iran die letzte Gruppe aus der Provinz Hormozgan – 120 Personen – noch am Abend über Schiras erwartet wurde. Nigeria meldete unterdessen, dass neun Bundesstaaten ihre Rückholaktionen bereits abgeschlossen hätten und insgesamt rund 17.300 der etwa 40.000 nigerianischen Hadsch-Teilnehmer wieder im Land seien.
Doch die Freude über die Heimkehr wird von einer ernüchternden Statistik überschattet. Nach offiziellen Angaben starben während der diesjährigen Wallfahrt 290 indonesische Pilger – eine Zahl, die Minister Irfan Yusuf zu deutlicher Kritik veranlasste. Besonders die Provinz Südsulawesi müsse ihr Gesundheitsmanagement „von Grund auf überholen“, sagte er mit Blick auf die überproportional vielen Todesfälle aus dieser Region. Die kritische Phase sei noch nicht vorüber: In den kommenden zwei Wochen könnten weitere geschwächte Pilger versterben. Auch auf dem Rückweg selbst ereigneten sich Tragödien: Drei Pilger aus Ostjava, darunter ein 69-Jähriger, der noch im Flugzeug kollabierte, erreichten ihre Heimat nur als Leichname. Die Vorfälle nähren eine Debatte über strengere medizinische Tauglichkeitsprüfungen vor der Abreise, wie sie in Fachkreisen seit Langem gefordert werden.
Parallel zur Rückkehr der Pilger verschärfte Saudi-Arabien seine Kontrollen gegen irreguläre Migration. In einer einzigen Juniwoche wies das Königreich nach offiziellen Angaben fast 8.000 Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere aus und nahm mehr als 10.700 Personen bei Razzien fest. Die Kampagne richtet sich gegen Verstöße gegen Aufenthalts-, Arbeits- und Grenzbestimmungen und unterstreicht das sicherheitspolitische Bestreben Riads, während der Hadsch-Saison Ordnung und Kontrolle zu wahren. Für die Herkunftsländer der Pilger bedeutet dies auch, dass die logistische Meisterleistung der Wallfahrt stets in ein fragiles sicherheitspolitisches Umfeld eingebettet bleibt.
Abseits der islamischen Pilgerfahrt prägen derzeit weitere religiöse Großereignisse das öffentliche Leben. In Ghana begann die „Apostolische Visitation 2026“ der Pfingstgemeinden mit einer Gebetsversammlung in der Cedar Mountain Chapel in Accra, bei der der Generalsuperintendent für den im Oktober anstehenden Weltkongress der Gemeinschaft betete. In Nigeria kündigte die Christ Apostolic Church ein Programm an, das neben geistlicher Erweckung auch praktische Wirtschaftshilfen für bedrängte Familien bereitstellen soll. Diese parallelen Aktivitäten zeigen, wie tief religiöse Rhythmen unterschiedlicher Glaubensrichtungen die Gesellschaften prägen. Für die Hadsch-Organisatoren weltweit bleibt indes die Aufgabe, aus den Erfahrungen dieses Jahres – insbesondere den gesundheitlichen Risiken – Konsequenzen für die kommende Wallfahrtssaison zu ziehen.
| Iranische & verwandte Presse | +0.60 | aligned |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | −0.50 | critical |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | 0.00 | neutral |
Iranische Pilger kehren in großer Zahl zurück, über 93 % sind bereits wieder zu Hause. Die Operation verläuft reibungslos, die letzten Gruppen kommen über Shiraz und Bodentransport an. Die Behörden berichten von einer gut organisierten Hadsch-Saison und legen detaillierte Statistiken zu Geschlecht und Reiserouten vor.
Während indonesische Pilger zurückkehren, gerät die Regierung wegen 290 Todesfällen während des diesjährigen Hadsch unter Druck. Der Minister für Hadsch und Umra räumt ein, dass die Pilgerfahrt besser organisiert war als zuvor, verweist jedoch auf einen Anstieg der Todesfälle aus Südsulawesi. Er verspricht, die Gesundheitsdienste zu überarbeiten, um künftige Tragödien zu verhindern.
Ghanaische und nigerianische Pilger kehren nach Abschluss des Hadsch nach Hause zurück. Die erste Gruppe aus Ghana traf in Tamale ein, während Nigeria über 17.000 Pilger zurückgeflogen hat und neun Bundesstaaten ihre Rückkehr abgeschlossen haben. Die Behörden melden reibungslose Abläufe und keine größeren Zwischenfälle.
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