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Ausgabe von 10:00 CETDienstag, 4. August 2026
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Samstag, 9. Mai 2026

Rückkehr aus dem Kalifat: Drei Australierinnen nach IS-Vorwürfen festgenommen

Nach Jahren in syrischen Lagern sind drei Frauen in Australien angekommen. Sie wurden noch am Flughafen verhaftet – wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Der jahrelange Schwebezustand ist beendet, die Freiheit währte nur Stunden. Drei australische Frauen, die dem Islamischen Staat in Syrien nachgereist waren, sind unmittelbar nach ihrer Rückkehr auf heimatlichem Boden verhaftet worden. Die Behörden in Melbourne und Sydney zeigen damit, dass sie das Trauma der Terrormiliz nicht vergessen haben. Die prominentesten Fälle sind die 53-jährige Kawsar Ahmad und ihre 31-jährige Tochter Zeinab, die 2014 nach Syrien reisten und dort nach Erkenntnissen der Bundespolizei eine Frau als Sklavin in ihrem Haus hielten. Ihnen werden nun Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Eine dritte Frau, die 32-jährige Jannay Safar, erschien vor einem Gericht in Sydney; ihr wird die Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt. Die drei waren in den vergangenen Jahren im berüchtigten Lager Roj im Nordosten Syriens interniert, das von kurdischen Kräften kontrolliert wird.

Aus australischer Sicht ist die Rückkehr dieser Frauen und ihrer Kinder – insgesamt zehn Personen – ein tief ambivalenter Vorgang. Das Land, das unter dem Terror von IS-Anschlägen gelitten hat, ringt seit Jahren um den richtigen Umgang mit den Angehörigen von Dschihadisten. Premierminister Anthony Albanese stellte klar, dass er für die Erwachsenen keinerlei Mitgefühl empfinde, die Kinder indes als unschuldige Opfer betrachte, die Unterstützung verdienten. Die konservative Opposition hingegen warnt davor, die Rückkehrerinnen als willkommene Gelegenheit für eine „zweite Chance“ zu betrachten. Die Anklage wegen Sklaverei, die auf Zeugenaussagen und Ermittlungen in den Lagern beruht, zeigt jedoch, dass der Rechtsstaat auf Härte setzt.

Beobachter in Canberra verweisen darauf, dass die Rückholaktion nicht als Signal einer neuen Willkommenspolitik missverstanden werden dürfe. Die Regierung hat jahrelang Druck aus Washington und internationalen Menschenrechtsorganisationen standgehalten, die eine Repatriierung aller australischen IS-Angehörigen forderten. Nun kehren die Frauen zurück, aber unter dem Damoklesschwert des Strafrechts. Aus Sicht der kurdischen Verwaltung in Nordostsyrien, die jahrelang die Sicherheit dieser Familien gewährleisten musste, ist die Rückkehr eine Entlastung – auch wenn die rechtliche Ahndung in Australien nun folgen muss.

Die Verfahren in Melbourne und Sydney werden nicht nur über das Schicksal der Angeklagten entscheiden, sondern auch darüber, wie Australien künftig mit den rund zwanzig weiteren Bürgern umgeht, die noch in syrischen Lagern ausharren. Die erste moralische und rechtliche Prüfung hat der Staat mit den raschen Festnahmen bestanden. Die eigentliche Herausforderung jedoch liegt darin, die Kinder von den Entscheidungen ihrer Eltern zu lösen und ihnen einen Weg in eine Zukunft ohne Radikalisierung zu öffnen. Dass dieser Prozess von einer angespannten öffentlichen Debatte begleitet sein wird, ist absehbar – dafür sorgt allein die Vorstellung, dass eine australische Familie jahrelang eine Sklavin gefangen hielt, mitten im Kriegsgebiet.

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Marokkanische Prüforgane nehmen öffentliche Mietverträge und Steuererklärungen ins Visier·Katar, Ägypten und die Türkei verurteilen Israels Vorgehen in Gaza als Verstoß gegen die Waffenruhe·Entfernung verwilderter Katzen führt zu rascher Erholung bedrohter Vogelarten·Lufthansa-Gewinn bricht im zweiten Quartal um 56 Prozent ein·Apple beantragt einstweilige Verfügung gegen OpenAI im Streit um Geschäftsgeheimnisse·157 Migranten nach Bootsbrand im Ärmelkanal gerettet·Iran und Oman verhandeln über Kontrolle der Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus·Waldbrände bei Spokane zerstören Hunderte Gebäude und vertreiben Zehntausende·Marokkanische Prüforgane nehmen öffentliche Mietverträge und Steuererklärungen ins Visier·Katar, Ägypten und die Türkei verurteilen Israels Vorgehen in Gaza als Verstoß gegen die Waffenruhe·Entfernung verwilderter Katzen führt zu rascher Erholung bedrohter Vogelarten·Lufthansa-Gewinn bricht im zweiten Quartal um 56 Prozent ein·Apple beantragt einstweilige Verfügung gegen OpenAI im Streit um Geschäftsgeheimnisse·157 Migranten nach Bootsbrand im Ärmelkanal gerettet·Iran und Oman verhandeln über Kontrolle der Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus·Waldbrände bei Spokane zerstören Hunderte Gebäude und vertreiben Zehntausende·
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Samstag, 9. Mai 2026

Rückkehr aus dem Kalifat: Drei Australierinnen nach IS-Vorwürfen festgenommen

Nach Jahren in syrischen Lagern sind drei Frauen in Australien angekommen. Sie wurden noch am Flughafen verhaftet – wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Der jahrelange Schwebezustand ist beendet, die Freiheit währte nur Stunden. Drei australische Frauen, die dem Islamischen Staat in Syrien nachgereist waren, sind unmittelbar nach ihrer Rückkehr auf heimatlichem Boden verhaftet worden. Die Behörden in Melbourne und Sydney zeigen damit, dass sie das Trauma der Terrormiliz nicht vergessen haben. Die prominentesten Fälle sind die 53-jährige Kawsar Ahmad und ihre 31-jährige Tochter Zeinab, die 2014 nach Syrien reisten und dort nach Erkenntnissen der Bundespolizei eine Frau als Sklavin in ihrem Haus hielten. Ihnen werden nun Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Eine dritte Frau, die 32-jährige Jannay Safar, erschien vor einem Gericht in Sydney; ihr wird die Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt. Die drei waren in den vergangenen Jahren im berüchtigten Lager Roj im Nordosten Syriens interniert, das von kurdischen Kräften kontrolliert wird.

Aus australischer Sicht ist die Rückkehr dieser Frauen und ihrer Kinder – insgesamt zehn Personen – ein tief ambivalenter Vorgang. Das Land, das unter dem Terror von IS-Anschlägen gelitten hat, ringt seit Jahren um den richtigen Umgang mit den Angehörigen von Dschihadisten. Premierminister Anthony Albanese stellte klar, dass er für die Erwachsenen keinerlei Mitgefühl empfinde, die Kinder indes als unschuldige Opfer betrachte, die Unterstützung verdienten. Die konservative Opposition hingegen warnt davor, die Rückkehrerinnen als willkommene Gelegenheit für eine „zweite Chance“ zu betrachten. Die Anklage wegen Sklaverei, die auf Zeugenaussagen und Ermittlungen in den Lagern beruht, zeigt jedoch, dass der Rechtsstaat auf Härte setzt.

Beobachter in Canberra verweisen darauf, dass die Rückholaktion nicht als Signal einer neuen Willkommenspolitik missverstanden werden dürfe. Die Regierung hat jahrelang Druck aus Washington und internationalen Menschenrechtsorganisationen standgehalten, die eine Repatriierung aller australischen IS-Angehörigen forderten. Nun kehren die Frauen zurück, aber unter dem Damoklesschwert des Strafrechts. Aus Sicht der kurdischen Verwaltung in Nordostsyrien, die jahrelang die Sicherheit dieser Familien gewährleisten musste, ist die Rückkehr eine Entlastung – auch wenn die rechtliche Ahndung in Australien nun folgen muss.

Die Verfahren in Melbourne und Sydney werden nicht nur über das Schicksal der Angeklagten entscheiden, sondern auch darüber, wie Australien künftig mit den rund zwanzig weiteren Bürgern umgeht, die noch in syrischen Lagern ausharren. Die erste moralische und rechtliche Prüfung hat der Staat mit den raschen Festnahmen bestanden. Die eigentliche Herausforderung jedoch liegt darin, die Kinder von den Entscheidungen ihrer Eltern zu lösen und ihnen einen Weg in eine Zukunft ohne Radikalisierung zu öffnen. Dass dieser Prozess von einer angespannten öffentlichen Debatte begleitet sein wird, ist absehbar – dafür sorgt allein die Vorstellung, dass eine australische Familie jahrelang eine Sklavin gefangen hielt, mitten im Kriegsgebiet.

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