
Russland wirft Telegram-Gründer Durov Terrorunterstützung vor
Die russische FSB kündigte am Mittwoch an, Pavel Durov wegen Beihilfe zum Terrorismus anzuklagen und ein internationales Fahndungsverfahren einzuleiten.
Der Inlandsgeheimdienst FSB hat dem Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pavel Durov, vorgeworfen, terroristische Aktivitäten unterstützt zu haben, und die Einleitung eines internationalen Fahndungsverfahrens angekündigt. Nach Angaben der FSB habe die Telegram-Administration es versäumt, „zahlreiche Kanäle, Chats und Bots“ zu entfernen, die von ukrainischen Geheimdiensten sowie terroristischen und extremistisch Organisationen zur Vorbereitung und Koordinierung von Sabotageakten, Terroranschlägen, Massenmorden und Cyberbetrug in Russland genutzt worden seien. Die Behörde erklärte, dies habe zu „zahlreichen Menschenopfern“ geführt. Die FSB präzisierte später jedoch, dass Durov noch nicht offiziell zur internationalen Fahndung ausgeschrieben sei; die Entscheidung darüber sei noch nicht endgültig getroffen.
Durov selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den neuen Vorwürfen geäußert. Der offizielle Telegram-Account auf X veröffentlichte jedoch ein Foto Durovs, der einen obszönen Gesten zeigt. Bereits im Februar dieses Jahres hatte Durov erklärt, die russischen Behörden hätten ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet, und ihnen vorgeworfen, „jeden Tag neue Vorwände“ zu erfinden, um den Zugang zu Telegram in Russland einzuschränken. Er bezeichnete dies als Versuch, das Recht auf Privatsphäre und Meinungsfreiheit zu unterdrücken.
Die Ankündigung erfolgt im Rahmen eines seit Jahren andauernden Konflikts zwischen dem Kreml und dem Messengerdienst, der mit über einer Milliarde Nutzern eine der wichtigsten Kommunikationsplattformen in der Ukraine-Krieg ist. Die russischen Behörden haben in den vergangenen Jahren zahlreiche ausländische soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und X blockiert oder gedrosselt. Parallel dazu fördert die Regierung den staatlich unterstützten Messengerdienst MAX, der nach Angaben von Kritikern keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet und Nutzerdaten auf Anfrage an Behörden weitergeben soll. Im August 2025 hatte die russische Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor damit begonnen, die Arbeit von Telegram in Russland teilweise einzuschränken.
Hintergrund der Anschuldigungen ist ein beliebter Chatbot namens „Daivinchik/Leo“, der nach Angaben der FSB von ukrainischen Geheimdiensten genutzt worden sei, um junge Russen für Sabotageakte anzuwerben. Die Behörde erklärte, seit Juli 2025 seien in 17 Regionen Russlands 46 Nutzer dieses Bots im Alter zwischen 12 und 22 Jahren festgenommen worden. Ihnen werde vorgeworfen, Angriffe auf Polizisten verübt und Brandanschläge auf Transport-, Energie- und Kommunikationsinfrastruktur begangen zu haben. Der Bot sei im Dezember 2025 in das Register verbotener Websites aufgenommen worden, da dort unter anderem kinderpornografisches Material verbreitet worden sei. Die Telegram-Administration habe sich jedoch geweigert, die entsprechenden Inhalte zu löschen, so die FSB. Beobachter erwarten, dass die russische Justiz in den kommenden Tagen einen Haftbefehl gegen Durov erlassen wird, was die rechtliche Grundlage für eine Auslieferung über Interpol schaffen würde.
| Russische & GUS-Presse | +0.40 | aligned |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
| Iranische & verwandte Presse | +0.20 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | −0.20 | neutral |
The FSB has legitimately charged Durov with aiding terrorism, as Telegram failed to remove content used by Ukrainian services and terrorist groups to coordinate attacks and recruit young Russians. The investigation revealed that a popular dating bot was used to lure minors into committing sabotage. Durov responded with an obscene gesture, showing contempt for Russian law. The legal process will continue, potentially leading to life imprisonment.
Moscow's charges represent a new chapter in the crackdown on internet freedom and political dissent. The FSB's statements are met with skepticism, given the Kremlin's history of targeting independent platforms. Telegram remains a crucial communication tool in Ukraine and Russia, and Durov's defiant response highlights tensions. The international warrant is unlikely to be enforced in the West.
Russia has taken a firm legal step against Telegram by issuing an international arrest warrant for Pavel Durov, accusing him of facilitating terrorist activities. The FSB statement emphasizes that Telegram failed to remove content used by Ukrainian services and extremist groups. This action underscores Russia's commitment to combating terrorism and protecting its citizens.
Russia has charged Telegram founder Pavel Durov with aiding terrorism and placed him on an international wanted list, citing the app's failure to remove content used by Ukrainian agencies. The move is part of a broader crackdown on digital platforms under the Kremlin's tightening control. Durov responded defiantly, posting an obscene gesture. The international implications are unclear, as the warrant may face enforcement challenges.
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