
Schüsse beim Korrespondentendinner: Trump entgeht drittem Attentat binnen zwei Jahren
Der Secret Service hat am Samstagabend einen bewaffneten Mann überwältigt, der beim traditionellen Dinner der White House Correspondents' Association im Washingtoner Hilton-Hotel versuchte, in den Ballsaal einzudringen. Präsident Donald Trump, der erstmals in seiner Amtszeit an der Gala teilnahm, wurde zusammen mit First Lady Melania Trump und Vizepräsident J.D. Vance unverletzt in Sicherheit gebracht. Es war bereits der dritte ernsthafte Sicherheitsvorfall mit mutmaßlichem Attentatscharakter, den Trump binnen zweier Jahre überstanden hat – eine Verdichtung politischer Gewalt, die in den Hauptstädten der westlichen Verbündeten mit wachsender Besorgnis registriert wird.
Bei dem Angreifer handelt es sich nach übereinstimmenden Medienberichten um den 31-jährigen Cole Tomas Allen aus Torrance, Kalifornien. Der Mann, Absolvent des renommierten California Institute of Technology und zuletzt als Lehrer und Videospielentwickler tätig, hatte sich als Hotelgast im Washington Hilton einquartiert. Bewaffnet mit einer Schrotflinte, einer Pistole und mehreren Messern durchbrach er gegen 20.35 Uhr Ortszeit eine Sicherheitsschleuse des Secret Service und feuerte auf einen Agenten, dessen Schutzweste das Projektil abfing. Auf von Trump veröffentlichten Überwachungsaufnahmen ist zu sehen, wie der Angreifer im Laufschritt die Kontrollstelle passiert, bevor Sicherheitskräfte ihn zu Boden bringen.
Aus Washingtoner Sicht verdichten sich die Hinweise auf ein gezieltes Vorhaben. Der geschäftsführende Justizminister Todd Blanche erklärte am Sonntag, der Beschuldigte habe nach ersten Ermittlungen darauf abgezielt, „Personen aus der Regierung“ zu treffen, „wahrscheinlich einschließlich des Präsidenten“. Ermittler stießen auf ein Manifest, das Allen Minuten vor der Tat an Familienangehörige versandt haben soll. Darin bezeichnete er sich als „Friendly Federal Assassin“ und kritisierte die Sicherheitsvorkehrungen des Abends als derart lax, dass selbst ein „iranischer Agent“ ungehindert hätte eindringen können. Aus Beobachtersicht in Peking wie auch in Moskau nährt der Vorfall ein narratives Muster: dass die amerikanische Gesellschaft zunehmend von inneren Widersprüchen zerfressen sei.
Die internationalen Reaktionen folgten dem vertrauten diplomatischen Protokoll. Aus Berlin und Brüssel kamen Solidaritätsbekundungen; Bundeskanzler und Kommissionspräsidentin verurteilten politische Gewalt als unvereinbar mit demokratischen Grundsätzen. In Südamerika schlug Argentiniens Präsident Javier Milei schärfere Töne an und machte eine „gewalttätige Rhetorik der Linken“ für das Klima verantwortlich, das solche Anschläge begünstige. Indiens Premierminister Narendra Modi äußerte sich „erleichtert“ über die Sicherheit Trumps und betonte, Gewalt habe in einer Demokratie keinen Platz. Aus der Golfregion und Israel kam ebenfalls umgehend Solidarität, verknüpft mit der Sorge, dass eine Destabilisierung Washingtons geopolitische Folgewirkungen entfalten könnte – ein Gedanke, den Trump selbst aufgriff, als er erklärte, der Vorfall werde ihn nicht vom „Sieg im Krieg gegen Iran“ abbringen.
Für die Sicherheitsarchitektur des Weißen Hauses wirft der Abend grundlegende Fragen auf. Wie konnte ein einzelner Täter mit einem Waffenarsenal die äußerste Sicherheitsschleuse durchbrechen, noch dazu in jenem Hotel, in dem 1981 das Attentat auf Ronald Reagan verübt worden war? Trump nutzte den Vorfall umgehend, um für den Bau eines hochgesicherten Ballsaals auf dem Gelände des Weißen Hauses zu werben – ein Projekt, das bislang an rechtlichen und finanziellen Hürden stockt. Unabhängig von der architektonischen Debatte bleibt der Befund: Die wiederholten Angriffe auf den Präsidenten und sein Umfeld haben eine sicherheitspolitische Abwärtsspirale in Gang gesetzt, deren Ende nicht absehbar ist. Die Ermittlungen des FBI, das am Sonntag Allens Wohnung in Kalifornien und sein Hotelzimmer im Washington Hilton durchsuchte, werden den Fokus nun auf die Frage lenken müssen, ob es sich tatsächlich um einen Einzeltäter handelte – oder ob das gesellschaftliche Klima eine Radikalisierung begünstigt, die selbst die massivsten Sicherheitsapparate an ihre Grenzen führt.
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