
Ausgediente SpaceX-Raketenstufe prallt am Mittwoch auf den Mond
Ein vor mehr als einem Jahr gestartetes Raketenteil von SpaceX wird am Mittwoch mit 8700 km/h auf dem Mond einschlagen. Wissenschaftler sehen darin eine seltene Forschungsgelegenheit.
Eine ausgediente Oberstufe einer SpaceX-Rakete wird am Mittwoch erwartungsgemäß mit einer Geschwindigkeit von 8700 Kilometern pro Stunde auf dem Mond aufschlagen. Das etwa zwölf Meter lange und 4,5 Tonnen schwere Teil war im Januar 2025 gestartet worden, um zwei kommerzielle Mondlandefähren zu transportieren. Nach Angaben des Raumfahrtexperten Bill Gray soll der Einschlag nahe dem Einstein-Krater auf der erdzugewandten Seite des Mondes erfolgen. Die freigesetzte Energie entspricht nach Schätzungen von Wissenschaftlern rund drei Tonnen TNT. Es wird erwartet, dass der Krater etwa 27 Meter breit und fünf Meter tief sein wird.
Für die Forscher bietet der Aufprall eine seltene Gelegenheit, die Folgen eines kontrolliert beobachtbaren Einschlags zu untersuchen. Da die Flugbahn der Raketenstufe monatelang verfolgt wurde, können die Wissenschaftler detaillierte Beobachtungen vorbereiten. Benjamin Fernando vom Los-Alamos-Nationallabor erklärte, die geringe Schwerkraft und das Fehlen von Wind auf dem Mond ließen den aufgewirbelten Staub länger sichtbar bleiben – möglicherweise mehrere Minuten lang. Die NASA-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter und die südkoreanische Sonde Danuri sollen die Einschlagstelle vor und nach dem Aufprall fotografieren. Es ist der zweite bekannte versehentliche Absturz eines menschengemachten Objekts auf dem Mond; 2022 hatte eine ausgediente chinesische Raketenstufe zwei Krater auf der Rückseite hinterlassen.
Der Einschlag selbst stellt nach Einschätzung von Experten keine Gefahr für die Erde dar, wirft aber Fragen zur Regulierung von Weltraumschrott und zur künftigen Nutzung des Mondes auf. Der Astrophysiker Jonathan McDowell wies darauf hin, dass solche Vorfälle bei dauerhaften Mondbasen problematisch werden könnten. Der Aufprall hätte vermieden werden können, wenn die Raketenstufe nach ihrem Einsatz in eine Sonnenumlaufbahn gelenkt worden wäre, wie mehrere Berichte übereinstimmend feststellen. Für die kommenden Tage erwarten die Wissenschaftler die ersten Bilder der Einschlagstelle von den umlaufenden Sonden, um die exakten Ausmaße des Kraters und der Staubwolke zu vermessen.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
| Indische & südasiatische Presse | +0.10 | neutral |
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