
SpaceX verdoppelt Umsatz, doch Rekordinvestitionen belasten die Aktie
Der Raumfahrtkonzern meldet im ersten Quartalsbericht nach dem Börsengang einen Umsatzsprung von 92 Prozent, doch die Ausgaben für KI-Infrastruktur schüren Anlegerzweifel.
SpaceX hat am Dienstagabend seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vorgelegt. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die mit rund 6,8 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der Nettoverlust belief sich auf 541 Millionen Dollar oder 9 Cent je Aktie – deutlich weniger als die von Analysten prognostizierten 24 Cent. Dennoch gab die Aktie im nachbörslichen Handel rund 7 Prozent nach, nachdem sie zuvor im regulären Handel um 9,4 Prozent gestiegen war.
Treiber des Wachstums war vor allem das Satelliteninternet-Geschäft Starlink, das mit 12 Millionen Abonnenten – einer Verdopplung binnen eines Jahres – einen Umsatz von 4,3 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn von 1,66 Milliarden Dollar erzielte. Die KI-Sparte, die das soziale Netzwerk X, den Chatbot Grok und Rechenzentrumskapazitäten umfasst, steigerte ihre Erlöse von 737 Millionen auf 2,6 Milliarden Dollar, blieb aber mit einem operativen Verlust von 1,26 Milliarden Dollar in den roten Zahlen. SpaceX vermietet Rechenleistung unter anderem an Google (920 Millionen Dollar monatlich) und Anthropic (1,25 Milliarden Dollar monatlich).
Besorgnis erregten die sprunghaft gestiegenen Investitionen. Die Investitionsausgaben (Capex) schnellten auf 18,4 Milliarden Dollar hoch, nach 2,8 Milliarden im Vorjahresquartal. Allein 15,8 Milliarden Dollar flossen in den Ausbau der KI-Infrastruktur, etwa in neue Rechenzentren. Finanzchef Bret Johnsen betonte, dass sich diese Ausgaben rasch amortisieren sollten, doch Analysten verwiesen auf die hohe Abhängigkeit von wenigen Großkunden und die noch ungewisse Rentabilität der KI-Investitionen.
Zusätzlicher Druck auf den Aktienkurs könnte vom Ende der Haltefrist (Lock-up) nach dem Börsengang ausgehen, die am Donnerstag beginnt. Dadurch könnten bis zu 911 Millionen bisher gesperrte Aktien auf den Markt kommen. Elon Musk zeigte sich unterdessen gewohnt optimistisch: Er stellte für 2030 einen Jahresumsatz von einer Billion Dollar in Aussicht und kündigte eine Partnerschaft mit Nvidia an, um KI-Rechenlast künftig auch auf Satelliten im Orbit zu verlagern.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.10 | neutral |
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