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SportDonnerstag, 11. Juni 2026

Sturz eines Skimagnaten: FIS-Präsident Eliasch mit einer Stimme abgewählt

Der Herausforderer Alexander Ospelt aus Liechtenstein setzt sich in Belgrad knapp durch – die großen Skinationalen hatten den britisch-schwedischen Amtsinhaber isoliert.

Mit der denkbar knappsten Mehrheit von 65 zu 64 Stimmen wurde Johan Eliasch am Donnerstag in Belgrad als Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS abgewählt. Sein Nachfolger Alexander Ospelt, bislang Präsident des liechtensteinischen Skiverbandes, hat sich damit gegen den seit 2021 amtierenden und äußerst umstrittenen britisch-schwedischen Unternehmer durchgesetzt. Der Wahlausgang markiert einen tiefen Einschnitt in der Machtarchitektur des Weltskisports und spiegelt die langjährigen Spannungen zwischen dem Verband und den großen Ski-Nationen wider.

Eliasch, der sein Vermögen mit Sportartikeln gemacht hatte, war von Beginn an eine polarisierende Figur. Vor allem die alpinen Kernländer Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich und Deutschland sowie die nordischen Verbände Schwedens und Norwegens standen seinem Führungsstil kritisch gegenüber. Sie warfen ihm mangelnde Transparenz und einen zu zentralistischen Kurs vor. Dass sich diese Koalition nun geschlossen hinter Ospelt versammelte, war bereits im Vorfeld erwartet worden, doch das Ausmaß der Geschlossenheit überraschte selbst Beobachter. Aus Washingtoner und Londoner Sicht galt Eliasch ebenfalls als nicht mehr vermittelbar, nachdem auch die amerikanischen und britischen Delegierten gegen ihn votierten.

Die entscheidende Stimme könnte laut übereinstimmenden Berichten aus liechtensteinischen Verbandskreisen von einer zufälligen Begegnung am Vorabend der Wahl herrühren. Demnach soll der ehemalige Abfahrer Marco Büchel in Belgrad ein persönliches Gespräch mit einem noch unentschiedenen Delegierten geführt haben, das den Ausschlag gab. Ob dies tatsächlich den Wahlausgang kippte, wird sich kaum aufklären lassen. Fest steht jedoch: Ospelt, seit 2024 im FIS-Council vertreten, brachte neben seiner sportfachlichen Kompetenz auch ein diplomatisches Geschick mit, das Eliasch offenbar abging.

Unmittelbar nach seiner Niederlage äußerte der abgewählte Präsident schwere Vorwürfe gegen das Internationale Olympische Komitee. Er beschuldigte das IOC, gezielt versucht zu haben, den Ausgang der Wahl zu beeinflussen. Aus Moskauer Sicht, wo man die Vorgänge im Weltsport mit Argusaugen verfolgt, wurde dieser Vorwurf zwar registriert, jedoch ohne konkrete Belege zurückhaltend bewertet. Die Delegierten in Belgrad ließen sich von derartigen Andeutungen offenbar nicht beeindrucken und setzten auf einen Neuanfang.

Mit Ospelt dürfte die FIS nun einen Kurs der behutsamen Dezentralisierung einschlagen. Die großen Ski-Nationen erhoffen sich eine Stärkung der nationalen Verbände und eine transparentere Verbandsführung. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Alpinressorts maßgeblich vom internationalen Rennkalender abhängen, ist dies eine bedeutsame Weichenstellung. Die erste Bewährungsprobe wird der kommende Winter mit der Organisation der Weltcup-Rennen sein, bei der sich zeigen muss, ob Ospelt den zerstrittenen Verband tatsächlich einen kann.

Divergenz — wer erzählt sie wie
0%Niedrig
3 Blöcke · Positionen von −0.50 bis +0.60
KritischWohlwollend
EURATLCIN
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse+0.60aligned
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.50critical
Chinesische Presse0.00neutral
Kontinentaleuropäische Presse+0.60

Die traditionellen alpinen Skinationen haben die Kontrolle über den Internationalen Skiverband zurückgewonnen, nachdem der amtierende Präsident mit nur einer Stimme verloren hat. Dies wird als notwendige Korrektur nach einer Phase der Außenseiterführung angesehen, die die Entscheidungsgewalt wieder an diejenigen zurückgibt, die tief in der Wintersporttradition verwurzelt sind.

PragmatismusRevanchismus
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.50

Die knappe Niederlage von FIS-Präsident Johan Eliasch wird als Rückschlag für die Modernisierungsbemühungen im Skisport gewertet. Kritiker warnen, dass die Rückkehr traditioneller Machtblöcke das kommerzielle Wachstum bremsen und jüngere, vielfältigere Zielgruppen abschrecken könnte, die für das Überleben des Sports notwendig sind.

SkepsisAlarm
Chinesische Presse0.00

Die Präsidentschaftswahl des Internationalen Skiverbandes endete mit einer Niederlage des Amtsinhabers Johan Eliasch um eine Stimme. Das Ergebnis ermöglicht es den traditionellen Skinationen, nach einem knappen Rennen wieder die Führung zu übernehmen.

Distanz
Aktuell
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Donnerstag, 11. Juni 2026

Sturz eines Skimagnaten: FIS-Präsident Eliasch mit einer Stimme abgewählt

Der Herausforderer Alexander Ospelt aus Liechtenstein setzt sich in Belgrad knapp durch – die großen Skinationalen hatten den britisch-schwedischen Amtsinhaber isoliert.

Mit der denkbar knappsten Mehrheit von 65 zu 64 Stimmen wurde Johan Eliasch am Donnerstag in Belgrad als Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS abgewählt. Sein Nachfolger Alexander Ospelt, bislang Präsident des liechtensteinischen Skiverbandes, hat sich damit gegen den seit 2021 amtierenden und äußerst umstrittenen britisch-schwedischen Unternehmer durchgesetzt. Der Wahlausgang markiert einen tiefen Einschnitt in der Machtarchitektur des Weltskisports und spiegelt die langjährigen Spannungen zwischen dem Verband und den großen Ski-Nationen wider.

Eliasch, der sein Vermögen mit Sportartikeln gemacht hatte, war von Beginn an eine polarisierende Figur. Vor allem die alpinen Kernländer Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich und Deutschland sowie die nordischen Verbände Schwedens und Norwegens standen seinem Führungsstil kritisch gegenüber. Sie warfen ihm mangelnde Transparenz und einen zu zentralistischen Kurs vor. Dass sich diese Koalition nun geschlossen hinter Ospelt versammelte, war bereits im Vorfeld erwartet worden, doch das Ausmaß der Geschlossenheit überraschte selbst Beobachter. Aus Washingtoner und Londoner Sicht galt Eliasch ebenfalls als nicht mehr vermittelbar, nachdem auch die amerikanischen und britischen Delegierten gegen ihn votierten.

Die entscheidende Stimme könnte laut übereinstimmenden Berichten aus liechtensteinischen Verbandskreisen von einer zufälligen Begegnung am Vorabend der Wahl herrühren. Demnach soll der ehemalige Abfahrer Marco Büchel in Belgrad ein persönliches Gespräch mit einem noch unentschiedenen Delegierten geführt haben, das den Ausschlag gab. Ob dies tatsächlich den Wahlausgang kippte, wird sich kaum aufklären lassen. Fest steht jedoch: Ospelt, seit 2024 im FIS-Council vertreten, brachte neben seiner sportfachlichen Kompetenz auch ein diplomatisches Geschick mit, das Eliasch offenbar abging.

Unmittelbar nach seiner Niederlage äußerte der abgewählte Präsident schwere Vorwürfe gegen das Internationale Olympische Komitee. Er beschuldigte das IOC, gezielt versucht zu haben, den Ausgang der Wahl zu beeinflussen. Aus Moskauer Sicht, wo man die Vorgänge im Weltsport mit Argusaugen verfolgt, wurde dieser Vorwurf zwar registriert, jedoch ohne konkrete Belege zurückhaltend bewertet. Die Delegierten in Belgrad ließen sich von derartigen Andeutungen offenbar nicht beeindrucken und setzten auf einen Neuanfang.

Mit Ospelt dürfte die FIS nun einen Kurs der behutsamen Dezentralisierung einschlagen. Die großen Ski-Nationen erhoffen sich eine Stärkung der nationalen Verbände und eine transparentere Verbandsführung. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Alpinressorts maßgeblich vom internationalen Rennkalender abhängen, ist dies eine bedeutsame Weichenstellung. Die erste Bewährungsprobe wird der kommende Winter mit der Organisation der Weltcup-Rennen sein, bei der sich zeigen muss, ob Ospelt den zerstrittenen Verband tatsächlich einen kann.

Divergenz — wer erzählt sie wie
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Die traditionellen alpinen Skinationen haben die Kontrolle über den Internationalen Skiverband zurückgewonnen, nachdem der amtierende Präsident mit nur einer Stimme verloren hat. Dies wird als notwendige Korrektur nach einer Phase der Außenseiterführung angesehen, die die Entscheidungsgewalt wieder an diejenigen zurückgibt, die tief in der Wintersporttradition verwurzelt sind.

PragmatismusRevanchismus
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.50

Die knappe Niederlage von FIS-Präsident Johan Eliasch wird als Rückschlag für die Modernisierungsbemühungen im Skisport gewertet. Kritiker warnen, dass die Rückkehr traditioneller Machtblöcke das kommerzielle Wachstum bremsen und jüngere, vielfältigere Zielgruppen abschrecken könnte, die für das Überleben des Sports notwendig sind.

SkepsisAlarm
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Die Präsidentschaftswahl des Internationalen Skiverbandes endete mit einer Niederlage des Amtsinhabers Johan Eliasch um eine Stimme. Das Ergebnis ermöglicht es den traditionellen Skinationen, nach einem knappen Rennen wieder die Führung zu übernehmen.

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