
Taiwan beginnt größte Militärübung „Han Kuang“ mit ziviler Beteiligung
Die zehntägige Übung simuliert eine chinesische Invasion und bezieht erstmals die Bevölkerung in Resilienztests ein, darunter eine gezielte Drosselung des mobilen Internets.
Taiwan hat am Mittwoch seine jährliche Militärübung „Han Kuang“ begonnen, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Taipeh bis zum 14. August dauert und als die umfangreichste der Inselgeschichte gilt. Im Mittelpunkt steht die Simulation einer chinesischen Invasion, wobei erstmals in großem Umfang Zivilisten in Übungen zur urbanen Widerstandsfähigkeit einbezogen werden. Wie taiwanische Verteidigungsbeamte erläuterten, wird dazu in mehreren Städten für etwa 30 Minuten die Geschwindigkeit des mobilen Internets gedrosselt, um die Reaktion der Bevölkerung auf einen Ausfall der Telekommunikation zu testen. Gleichzeitig trainieren Zehntausende Soldaten und Reservisten mit scharfer Munition, darunter an Stränden entlang der Taiwanstraße und mit neu gelieferten amerikanischen Abrams-Panzern, die Abwehr eines Angriffs.
Ein zentrales Element der diesjährigen Übung ist die Dezentralisierung von Führung und Kontrolle. Laut einem hochrangigen, nicht namentlich genannten Beamten des Verteidigungsministeriums sollen Kommandeure vor Ort befähigt werden, operative Entscheidungen zu treffen, ohne auf Befehle von oben zu warten. Erstmals kommt dabei das aus den US-Streitkräften übernommene „Backbrief“-Verfahren zum Einsatz, bei dem Untergebene ihren Vorgesetzten die geplante Missionsdurchführung erläutern, um ein gemeinsames Lageverständnis sicherzustellen. Verteidigungsminister Wellington Koo betonte, die Ausbildung könne stets verbessert werden, und kündigte an, man werde „mit Hingabe und Intensität“ weiter trainieren, um in Friedenszeiten vollständig vorbereitet zu sein.
Aus Sicht Pekings handelt es sich bei Taiwan um eine abtrünnige Provinz, die notfalls mit Gewalt wieder unter Kontrolle gebracht werden soll. Die chinesische Führung hat in den vergangenen Jahren den militärischen Druck massiv erhöht und entsendet nahezu täglich Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Küstenwacheeinheiten in die Gewässer um die Insel. Taiwans Präsident Lai Ching-te sprach am Vortag der Übung von einem sich ausbreitenden „roten Terror“ der Kommunistischen Partei Chinas und bekräftigte, man werde eine gesamtgesellschaftliche Verteidigung aufbauen. Die Regierung in Taipeh hat unter starkem Druck der USA zugesagt, die Verteidigungsausgaben bis 2030 auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Allerdings bewilligte das von der Opposition kontrollierte Parlament im Mai einen Sonderhaushalt von 25 Milliarden Dollar, der etwa ein Drittel unter der Forderung der Regierungspartei lag.
Die Übung findet vor dem Hintergrund wachsender regionaler Besorgnis statt. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, deutete Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi im November 2025 eine militärische Unterstützung Taiwans an, und der philippinische Verteidigungsminister erklärte im Juli, sein Land könne in einem Konflikt nicht neutral bleiben. Die laufende Übung, die noch bis zum 14. August dauert, dient auch der Erprobung der Verlagerung von Rüstungsbetrieben und der Fähigkeit mobilisierter Fabriken, die Kriegsproduktion aufrechtzuerhalten. Ein von Taipeh erhofftes US-Waffenpaket im Umfang von 14 Milliarden Dollar ist unterdessen weiterhin nicht genehmigt.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Taiwan bereitet sich mit seinen größten Übungen auf eine chinesische Invasion vor, die Zivilisten einbezieht und die Führung dezentralisiert, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.
Die Erzählung verbindet technische Details und spezifische Bedrohungsverweise (Spionage, antikommunistisches Training), um eine umfassende Verteidigung als sowohl klug als auch dringend darzustellen.
Taiwan führt seine größte jährliche Militärübung durch, um sich auf eine mögliche chinesische Invasion vorzubereiten und flexible Führung und zivile Widerstandsfähigkeit zu testen.
Die Erzählung nimmt einen distanzierten, beschreibenden Ton an, präsentiert Fakten als objektive Nachrichten, ohne Unterstützung oder Kritik zu äußern, und normalisiert so die Übung als Routineereignis inmitten regionaler Spannungen.
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