
Trump erhält militärische Optionen für einen möglichen Schlag gegen Iran
Die amerikanische Regierung steuert auf eine mögliche Eskalation im Iran-Konflikt zu. Donald Trump hat am Donnerstag im Weißen Haus eine 45-minütige Unterrichtung durch Admiral Brad Cooper, den Chef des Zentralkommandos, und General Dan Caine, den Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, erhalten. Dabei wurden Pläne für eine „kurze und mächtige Welle“ von Luftschlägen auf iranische Infrastruktur erörtert, wie übereinstimmend aus mehreren Quellen verlautet.
Eine weitere Option sieht die militärische Sicherung eines Teils der Straße von Hormuz vor, um die kommerzielle Schifffahrt wieder zu ermöglichen. Auch ein Einsatz von Spezialkräften zur Beschlagnahme des hochangereicherten Uranbestands des Irans wurde dem Präsidenten vorgestellt. Die Initiative fällt in eine Phase brüchiger Waffenruhe, die seit dem 7.
April besteht und in den Verhandlungen über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts festgefahren ist. Aus Washingtoner Sicht sollen die militärischen Optionen den Druck auf Teheran erhöhen, um ein Abkommen zu erzwingen. Die Administration setzt dabei auch auf wirtschaftliche „maximale Druckmittel“, wie CNN unter Berufung auf Kreise im Pentagon berichtet.
Gleichzeitig suchen einige Abgeordnete im Kongress nach Wegen, die Kriegsvollmachten des Präsidenten einzuschränken. In Teheran bleibt die Haltung dagegen unnachgiebig. Die Führung in Iran besteht auf der Aufhebung der Sanktionen und lehnt amerikanische Kernforderungen ab, darunter ein sofortiger und dauerhafter Stopp der Urananreicherung.
Beobachter in der Golfregion warnen vor den destabilisierenden Folgen einer Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. Die ersten Angriffe der USA und Israels Ende Februar haben bereits Tausende Tote gefordert, Millionen Menschen vertrieben und die globalen Ölmärkte erschüttert. Juristen weisen zudem darauf hin, dass gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur gegen die Genfer Konventionen verstoßen könnten und als Kriegsverbrechen gewertet werden müssten.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist die Lage von zentraler Bedeutung: Eine Eskalation im Persischen Golf würde die Energiepreise erneut in die Höhe treiben und die ohnehin fragile globale Wirtschaft belasten. Zudem wächst die Sorge vor einer nuklearen Bewaffnung Irans, sollte die Diplomatie endgültig scheitern. Ob das jüngste Militärbriefing tatsächlich den Auftakt zu einer neuen Offensive darstellt oder nur als taktisches Druckmittel dient, bleibt abzuwarten.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob Trump tatsächlich bereit ist, den Befehl zum Angriff zu geben – oder ob er doch den Verhandlungsweg weiterverfolgt.
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