
Trump: „Keine Grenzen“ für meine Macht – und ein Vergleich mit Hitler und Napoleon
Der US-Präsident sieht sich nach dem Krieg gegen Iran in der Tradition historischer Eroberer und verteidigt das Abkommen mit Teheran als bedingungslose Kapitulation.
In einem Interview mit dem Nachrichtenportal Axios hat US-Präsident Donald Trump erklärt, der Krieg gegen Iran habe ihm gezeigt, dass seiner Macht „keine Grenzen“ gesetzt seien. Ein zeitgleich bekannt gewordenes Buch der Journalisten Maggie Haberman und Jonathan Swan mit dem Titel „Regime Change“ enthüllt, dass Trump intern ein Dokument präsentierte, das ihn als mächtiger als historische Figuren wie Alexander den Großen, Napoleon, Dschingis Khan, Stalin, Mao und Hitler darstellt. Als Begründung führte er an, diese Herrscher hätten nicht über moderne Mittel wie Flugzeuge und globale Mobilität verfügt. Das Dokument, das Trump später in seinem Netzwerk Truth Social veröffentlichte und einem „Präsidialhistoriker“ zuschrieb, stammt laut den Autoren tatsächlich von einem Assistenten des Golfspielers Gary Player.
Das Abkommen mit Iran, das Trump als „bedingungslose Kapitulation“ und „Regimewechsel“ bezeichnet, stößt in Washington auf Widerspruch. Kritiker aus den Reihen der Republikaner, darunter Senator Bill Cassidy, werten das Memorandum of Understanding als außenpolitischen Fehler, der Teheran finanziell stärke. Das Abkommen umfasst 14 Bestimmungen, darunter die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus, die Beendigung der US-Seeblockade und den Zugang Irans zu Finanzmitteln in Höhe von mindestens 300 Milliarden Dollar. Trump selbst räumte ein, dass die Ausweitung des Krieges eine globale Wirtschaftskrise hätte auslösen können, und verwies auf sinkende Ölpreise und steigende Aktienmärkte als Beleg für die Richtigkeit seiner Entscheidung. Er fürchte, als Präsident in die Geschichte einzugehen wie Herbert Hoover, dessen Name mit der Großen Depression verbunden ist.
International lobte Trump den chinesischen Staatschef Xi Jinping als „vollkommen geschäftsmäßig“ und den indischen Premierminister Narendra Modi als „extrem hartnäckig“. Das Fernbleiben Wladimir Putins vom G7-Treffen bedauerte er, während er das Abendessen im Schloss Versailles als gezielten Appell an seine Schwäche für imperiale Inszenierungen beschrieb. Mit Blick auf Israel sagte Trump: „Wenn es mich nicht gäbe, würde Israel heute nicht existieren.“ Die Beziehung zu Premierminister Benjamin Netanjahu sei gut, doch müsse man ihn „ein wenig bei Verstand halten“. Aus Teheran verlautete, dass Oberster Führer Mojtaba Chamenei das Abkommen negativ beurteilte, Präsident Massud Peseschkian jedoch die Erlaubnis zur Unterzeichnung erteilte. Die iranische Behörde für die Straße von Hormus kündigte an, während der 60-tägigen Waffenruhe keine Gebühren zu erheben.
Das Memorandum leitet eine 60-tägige Verhandlungsphase für ein dauerhaftes Abkommen ein. Die Veröffentlichung des Buches „Regime Change“ in der kommenden Woche dürfte die Debatte über Trumps Machtverständnis weiter anheizen. Der Kongress könnte das Abkommen einer genaueren Prüfung unterziehen, während die wirtschaftlichen Argumente des Präsidenten und seine historischen Selbstvergleiche die innen- und außenpolitische Diskussion prägen.
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | −0.30 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.50 | critical |
Trump beansprucht grenzenlose Macht und vergleicht sich mit den brutalsten Diktatoren der Geschichte. Die iranische Presse stellt ihn als gefährlichen Größenwahnsinnigen dar und merkt an, dass selbst seine eigenen Hardliner das Abkommen mit dem Iran kritisieren, was die Grenzen seiner Macht offenlegt. Die Erzählung rahmt den Iran als widerstandsfähige Nation, die einem wahnhaften Aggressor gegenübersteht.
Trump besteht darauf, dass seine Macht keine Grenzen kennt, aber das Iran-Abkommen erzählt eine andere Geschichte – eine, die Teheran 300 Milliarden Dollar eröffnet. Die indische Presse konzentriert sich auf die pragmatische Kluft zwischen Rhetorik und Realität und behandelt die Episode mit distanzierter Skepsis und einem Blick auf die wirtschaftlichen Folgen.
Trump erklärt, nach dem Iran-Krieg keine Grenzen zu haben, doch das Abkommen bleibt weit hinter seinen ursprünglichen Forderungen zurück. Europäische Medien heben die Ironie hervor, dass seine maximalistischen Ansprüche zu einem begrenzten Deal zusammengebrochen sind, wobei selbst sein eigenes Lager Kritik übt. Der Ton ist skeptisch und unterstreicht die Diskrepanz zwischen Worten und Ergebnissen.
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