
Trump sagt Angriffe ab und kündigt Friedensabkommen mit Iran an – Teheran dementiert
Während der US-Präsident eine Einigung auf höchster Ebene verkündet und eine Unterzeichnung in Europa in Aussicht stellt, weist die iranische Führung jede Übereinkunft zurück.
Die dramatische Kehrtwende kam über Nacht: Nach wochenlangen Drohungen, die Insel Kharg zu besetzen und die iranische Ölindustrie zu zerschlagen, erklärte US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend, die für diesen Abend geplanten Luftangriffe auf Iran abzusagen. In einem Beitrag auf Truth Social begründete er dies mit Fortschritten in den Verhandlungen: Die Gespräche seien „auf die höchste Ebene der iranischen Führung gebracht und gebilligt“ worden. Gleichzeitig kündigte er an, dass ein Abkommen kurz bevorstehe und möglicherweise schon an diesem Wochenende in Europa unterzeichnet werde; Vizepräsident J.D. Vance werde die Zeremonie an seiner Stelle besuchen.
Die plötzliche Absage folgte auf eine neuerliche Eskalation des seit dem 28. Februar andauernden Krieges. Noch Stunden zuvor hatte Trump mit einem Angriff „sehr hart heute Nacht“ gedroht und abermals die strategisch wichtige Ölinsel Kharg ins Visier genommen. Diese Insel wickelt rund 90 Prozent der iranischen Rohölexporte ab. Nach Darstellung Washingtons sei durch die massive Militärkampagne der vergangenen Monate die iranische Marine und Luftabwehr weitgehend zerstört worden. Dennoch hält die US-Marine eine Seeblockade aufrecht, die laut Trump erst nach Abschluss des Deals aufgehoben werde.
Aus Teheraner Sicht klingt die Sache jedoch völlig anders. Ein Sprecher des Außenministeriums stellte klar, Iran habe „noch keine endgültige Entscheidung“ getroffen. Die Nachrichtenagentur Fars, die den Revolutionsgarden nahesteht, dementierte jegliche Unterzeichnung. Kreise aus der iranischen Verhandlungskommission betonten, es gebe keinen gebilligten Text. Die regierungsnahe Agentur Tasnim verwies darauf, Trump habe in den vergangenen zwei Monaten 38 Mal ein unmittelbar bevorstehendes Abkommen verkündet – stets ohne Substanz. Diese Diskrepanz nährt Zweifel an der Tragfähigkeit der angeblichen Durchbrüche.
Auch die Reaktionen aus der Region sind gemischt. Israelische Regierungsstellen teilten mit, Premierminister Netanjahu habe mit Trump telefoniert und begrüße das Engagement, eine endgültige Vereinbarung müsse jedoch die vollständige Entfernung angereicherten Urans und die Demontage der Nuklearinfrastruktur umfassen. Die Golfstaaten, von Trump als Mitunterzeichner genannt – darunter Saudi-Arabien, die Emirate und Katar –, äußerten sich zunächst nicht offiziell. Die internationalen Energiemärkte reagierten umgehend: Der Ölpreis fiel um mehr als drei Prozent, nachdem die Hoffnung auf eine Öffnung der Straße von Hormus zugenommen hatte. Für Europa, das stark von stabilen Energiepreisen abhängt, wäre ein dauerhafter Waffenstillstand ein wichtiges Signal.
Beobachter verweisen auf das bekannte Muster: Trump setzt auf maximale militärische Drohungen, um dann einen diplomatischen Erfolg zu verkünden. Der Widerspruch zwischen der Darstellung aus Washington und dem Dementi aus Teheran zeigt jedoch, dass noch erhebliche Hürden bestehen. Bis eine Einigung tatsächlich unterschrieben ist und die Seeblockade fällt, bleibt die Lage am Golf volatil. Sollte der Versuch einer Friedenslösung scheitern, droht nicht nur eine erneute Eskalation, sondern auch eine langwierige militärische Verstrickung, vor der selbst Trump gewarnt hat: Amerika habe vielleicht nicht den „Magen“ für eine Besetzung von Kharg.
| Iranische & verwandte Presse | −0.60 | critical |
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| Kontinentaleuropäische Presse | −0.70 | critical |
| Südostasiatische Presse | −0.40 | critical |
Trump behauptet eine Einigung mit dem Iran und erklärt den Krieg für beendet, doch Teheran bestreitet jegliche Vereinbarung. Die jüngste Behauptung des US-Präsidenten wird als haltlose Propaganda zurückgewiesen.
Während Trump das Kriegsende und eine bevorstehende Einigung verkündet, sind Explosionen im Iran zu hören und iranische Kräfte stoppen einen Tanker in der Straße von Hormus. Teheran bestreitet jegliche Vereinbarung und unterstreicht die Kluft zwischen den Worten des Präsidenten und der Realität.
Trump erklärt, der Frieden mit dem Iran sei besiegelt und werde bald unterzeichnet, doch Berichte über Netanjahus Schock und das Ausbleiben einer Bestätigung aus Teheran wecken Zweifel. Es fragt sich, ob der Krieg wirklich vorbei ist oder nur ein Mediencoup.
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