
Trump verhängt 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren – Ottawa sieht Freihandelsabkommen verletzt
US-Präsident Donald Trump hat neue Zusatzzölle von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Importe angekündigt, die in 30 Tagen in Kraft treten und auch Güter unter dem nordamerikanischen Handelsabkommen USMCA treffen.
Die Vereinigten Staaten haben am Montag eine drastische Eskalation im Handelskonflikt mit Kanada vollzogen. Präsident Donald Trump unterzeichnete drei Proklamationen, die zusätzliche Zölle von 50 Prozent auf zahlreiche kanadische Waren vorsehen – von Wein und Hockeyschlägern bis zu Zement und Milchprodukten. Ausgenommen sind Energie, Kali, Fisch und kritische Mineralien. Nach Angaben des Büros des US-Handelsbeauftragten betrifft die Maßnahme Importe im Wert von rund 20 Milliarden Dollar, was etwa 5,2 Prozent der gesamten US-Einfuhren aus Kanada im Jahr 2025 entspricht. Die Zölle sollen am 19. August in Kraft treten und gelten ausdrücklich auch für Produkte, die unter das Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA) fallen.
Die US-Regierung begründet den Schritt mit einer „diskriminierenden Behandlung“ amerikanischer Autos, alkoholischer Getränke und Milchprodukte durch Kanada. In einer Erklärung warf der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer Ottawa vor, als eines der wenigen Länder neben China Vergeltungsmaßnahmen gegen frühere US-Zölle aufrechterhalten zu haben. Konkret verweist Washington auf kanadische Einfuhrzölle von 25 Prozent auf bestimmte US-Fahrzeuge, das als protektionistisch kritisierte Milchquotensystem sowie den Boykott amerikanischer Spirituosen durch die meisten kanadischen Provinzen. Das Weiße Haus bezifferte den Rückgang der US-Autoexporte nach Kanada auf 22 Prozent und den der Alkoholexporte auf 81 Prozent im vergangenen Jahr.
Der kanadische Premierminister Mark Carney bezeichnete die neuen Zölle als „direkte Verletzung“ des USMCA und als jüngsten Schritt in einer Reihe einseitiger US-Handelsaktionen. Kanada habe lediglich gleichwertige Gegenmaßnahmen ergriffen, erklärte Carney und kündigte an, die Gespräche mit Washington in den kommenden Wochen intensivieren zu wollen. Der Premierminister der Provinz Ontario, Doug Ford, forderte eine Antwort „Zoll für Zoll, Dollar für Dollar“. Der amerikanische Branchenverband der Spirituosenhersteller warnte unterdessen vor einer weiteren Eskalation, die in einer Zeit finanzieller Belastungen für das US-Gastgewerbe neue Vergeltungsmaßnahmen provozieren könnte.
Die Zölle stützen sich auf Paragraf 338 des US-Zollgesetzes von 1930, eine seit fast einem Jahrhundert nicht angewandte Bestimmung, die dem Präsidenten Strafzölle von bis zu 50 Prozent gegen Handelspartner erlaubt, die amerikanische Waren diskriminieren. Rechtsexperten sehen darin ein erhebliches Prozessrisiko. Die Maßnahme fällt zudem in eine Phase, in der die US-Regierung nach der Aufhebung breiter Notstandszölle durch den Obersten Gerichtshof neue rechtliche Grundlagen für ihre Zollpolitik sucht. Parallel bereitet Washington unter Berufung auf Untersuchungen zu Zwangsarbeit neue dauerhafte Zölle von 10 bis 12,5 Prozent auf Einfuhren aus rund 60 Ländern vor, die die am Freitag auslaufenden temporären 10-Prozent-Zölle ersetzen sollen.
Die 30-tägige Frist bis zum Inkrafttreten lässt Raum für Verhandlungen. Kanada hat nach eigenen Angaben umfassende Vorschläge zur Modernisierung des USMCA vorgelegt. Die US-Regierung hatte das Abkommen zuvor nicht verlängert, sodass es nun jährlichen Überprüfungen unterliegt. Beobachter werten die Zolldrohung auch als Druckmittel, um Ottawa in den parallel laufenden Gesprächen über die Zukunft des nordamerikanischen Handelsrahmens zu Zugeständnissen zu bewegen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
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| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
| Russische & GUS-Presse | −0.50 | critical |
Trump's decision is framed as a legitimate trade move in a dispute over Canadian discriminatory practices, with measured tones and focus on economic effects.
Trump's move is criticized as a unilateral act undermining global trade rules, with concern for supply chain repercussions and the international economic order.
Trump's move is framed as an example of US economic aggression, justifying a firm response from other actors to defend national sovereignty.
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