
Trumps Friedensrat für Gaza: Milliardenversprechen, null Dollar in der Kasse
Trotz feierlicher Gründung und Zusagen über bis zu zehn Milliarden Dollar blieb der offizielle Fonds des „Board of Peace“ bislang leer. Die Rekonstruktion Gazas stockt – und mit ihr die Glaubwürdigkeit des Projekts.
Mit großem Zeremoniell im Januar in der Schweiz ins Leben gerufen, sollte der von Donald Trump persönlich geführte „Board of Peace“ das Kronjuwel seiner Nahost-Diplomatie werden: ein multilateraler Rat zur Umsetzung der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas und zum Wiederaufbau des zerstörten Gazastreifens. Doch vier Monate später offenbart sich eine ernüchternde Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Quellen übereinstimmend berichten, hat der offizielle, bei der Weltbank angesiedelte und von den Vereinten Nationen gebilligte Fonds des Rates keinen einzigen Dollar an eingezahlten Mitteln erhalten – und dies trotz feierlicher Zusagen von Mitgliedsstaaten in Höhe von bis zu zehn Milliarden Dollar, darunter eine Ankündigung Washingtons selbst.
Aus Washingtoner Sicht war das Gremium von Beginn an mehr als ein Hilfsinstrument; es sollte als dauerhafte, auch nach einer möglichen zweiten Amtszeit Trumps von ihm geleitete Institution Konflikte weltweit schlichten – eine Ambition, die in New York wie in europäischen Hauptstädten die Sorge vor einem parallelen UN-System nährte. Rechtlich wie politisch steckt der Rat indes in einem Limbo: Da die für den Wiederaufbau vorgesehene Phase noch nicht begonnen hat, blieben die staatlichen Überweisungen an den Weltbankfonds aus. Stattdessen griffen mehrere Geber zu alternativen Kanälen, namentlich auf private Konten bei JPMorgan Chase, was geringere Kontrollstandards und Transparenz bedeutet. Mittelöstliche Beobachter werten diese Fragmentierung als Symptom eines tieferen Vertrauensdefizits, denn ohne koordinierte Finanzierung bleibt die humanitäre Not in Gaza ungelindert.
Die Liste der Signatarstaaten, von Ungarn über die Golfmonarchien bis hin zu Argentinien unter Javier Milei, zeigte anfangs eine breite politische Beteiligung – auffällig war jedoch die Abwesenheit wichtiger westlicher Partner. Aus Buenos Aires verlautete, dass auch die argentinische Zusage bis dato nicht in tatsächliche Zahlungen gemündet sei. Aus Genf wiederum verlautet, dass die Weltbank den Fonds nur für klar definierte Entwicklungsprojekte öffnen würde, die noch ausstehen. So mutet das finanzielle Vakuum auch als Konsequenz einer unklaren Mandatsstruktur an, in der sich symbolische Großzügigkeit und operative Leere begegnen.
Der Rat selbst räumte in einem Bericht an den UN-Sicherheitsrat ein, dass die Lücke zwischen eingegangenen Verpflichtungen und tatsächlich ausgezahlten Mitteln dringend geschlossen werden müsse. Die stockenden Transfers gefährden nicht nur die geplante Wiederherstellung von Wohnraum und Infrastruktur in Gaza, sondern untergraben die ohnehin fragile Autorität internationaler Wiederaufbauversprechen. Sollte es Trump und seinen Partnern nicht gelingen, den selbstgeschaffenen institutionellen Rahmen mit Leben zu füllen, droht das „Board of Peace“ als leere Hülle in die Annalen einer Präsidentschaft einzugehen, die mehr auf Inszenierung als auf nachhaltige Lösungen setzte. Für Europa, das auf eine Stabilisierung der Region angewiesen bleibt, stellt sich die Frage, ob das Scheitern dieses US-geführten Projekts den Ruf nach eigenständigeren multilateralen Ansätzen lauter werden lässt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
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| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.70 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | −0.50 | critical |
Trumps Friedensrat für Gaza hat trotz milliardenschwerer Ankündigungen keinerlei Finanzierung erhalten. Er steckt in rechtlichen Problemen fest und hat keinen einzigen Dollar in den von der Weltbank verwalteten Fonds eingezahlt. Skepsis dominiert die Fähigkeit der Initiative, einen Wiederaufbau zu leisten.
Das von Trump als 'von größter Relevanz' bezeichnete Gremium ist pleite, gefangen im rechtlichen und politischen Limbo. Kein Dollar wurde von den Mitgliedern in den Gaza-Fonds eingezahlt, die Wiederaufbauprojekte liegen auf Eis und israelische Angriffe gehen weiter. Der Plan entpuppt sich als leere Ankündigung und weckt Ironie sowie kaum verhohlene Genugtuung über das Scheitern präsidialer Rhetorik.
Der Friedensrat für Gaza steht trotz internationaler Zusagen vor einer Finanzierungskrise. Ursprünglich zur Verwaltung von Waffenruhe und Wiederaufbau geschaffen, wurde sein Mandat auf andere Konflikte ausgeweitet, was Befürchtungen einer parallelen UN-Organisation weckt. Empörung wächst über die leeren Kassen und die Gefahr einer Institution, die bestehende globale Organisationen umgeht.
Die Enthüllung der Financial Times zeigt, dass der von Trump vorangetriebene Gaza-Rat trotz milliardenschwerer Zusagen und der Beteiligung von 27 Ländern, darunter Argentinien, keinerlei tatsächliche Beiträge erhalten hat. Null Dollar wurden eingezahlt, während Trump auch nach einem Ausscheiden aus dem Weißen Haus die Kontrolle über den Fonds behalten würde. Ein pragmatischer Bericht, der die Kluft zwischen Versprechen und Realität betont.
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