
Trumps Umfragewerte stürzen ab: Zwei Drittel der Amerikaner lehnen seinen Kurs im Iran-Konflikt ab
Sechs Monate vor den Zwischenwahlen sinkt die Zustimmung für Donald Trump auf den tiefsten Stand seiner Präsidentschaft. Wirtschaftssorgen und Kriegsmüdigkeit treiben die Wähler in die Arme der Demokraten.
Aus Washingtoner Sicht zeichnet sich ein politisches Desaster ab: Donald Trump hat mit einer Zustimmungsrate von nur noch 37 Prozent den niedrigsten Wert seiner beiden Amtszeiten erreicht, wie eine gemeinsame Erhebung der Washington Post, ABC News und Ipsos ergab. 62 Prozent der Amerikaner missbilligen die Arbeit des Präsidenten, ein Rekord. Besonders verheerend ist das Urteil über seine Kriegsführung: Zwei Drittel der Befragten lehnen die Militäroperation gegen den Iran ab. Die wirtschaftlichen Folgen treiben die Unzufriedenheit weiter an: 76 Prozent kritisieren Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten, der Benzinpreis liegt im landesweiten Durchschnitt bei 4,46 Dollar pro Gallone – eine direkte Folge der Spannungen am Golf, die den Brent-Preis auf über 100 Dollar je Fass getrieben haben.
Aus dem Weißen Haus dringen zunehmend besorgte Töne. Berater fürchten, dass die Republikaner bei den Kongresswahlen in sechs Monaten ihre hauchdünnen Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus verlieren könnten. Intern wird fieberhaft nach Strategien gesucht, um vor allem die unabhängigen Wähler zurückzugewinnen, deren wirtschaftliche Ängste durch die Zollpolitik und den Iran-Krieg noch verstärkt wurden.
Trump selbst weist die Umfragen als „fake“ zurück und behauptet, die Befragungen seien manipuliert – ein Versuch, die Realität wegzudiskutieren, der in Peking und Moskau mit Genugtuung verfolgt wird. Beobachter in Peking sehen in Trumps Schwäche eine Gelegenheit, den eigenen Einfluss in der Region auszubauen, während Moskau die amerikanischen Verstrickungen im Nahen Osten als strategische Ablenkung wertet. In Europa, insbesondere in Berlin, Wien und Bern, verfolgt man die Entwicklung mit Sorge: Ein geschwächter US-Präsident könnte die transatlantischen Beziehungen weiter belasten, zumal Deutschland und die Schweiz auf stabile Ölpreise und verlässliche Sicherheitsgarantien angewiesen sind.
Österreichs exportorientierte Wirtschaft leidet unter den Unsicherheiten. Die Demokraten liegen in der Wählergunst mittlerweile neun Prozentpunkte vor den Republikanern, und selbst in Trumps eigener Anhängerschaft bröckelt die Unterstützung. Nur noch 38 Prozent der Amerikaner glauben, dass der Präsident seine Versprechen hält – ein Vertrauensverlust, der schwerer wiegt als jede einzelne Umfrage.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Trump die Wende noch schafft oder ob der Iran-Krieg zum politischen Grabstein der zweiten Amtszeit wird.
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