
Trumps Whisky-Geste: König Charles’ Staatsbesuch entspannt das transatlantische Verhältnis
Das überraschendste Ergebnis des viertägigen Staatsbesuches von König Charles III. in den Vereinigten Staaten war eine handelspolitische Geste: Unmittelbar nach der Verabschiedung des britischen Monarchen und seiner Gattin Camilla im Weißen Haus verkündete Präsident Donald Trump die Aufhebung der Zölle auf schottischen Whisky. „Der König und die Königin brachten mich dazu, etwas zu tun, was niemand sonst vermochte, ohne dass sie es überhaupt verlangt hätten“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die zehnprozentige Abgabe auf schottische Whiskysorten, die den Export in den wichtigsten Markt der Branche um fünfzehn Prozent hatte einbrechen lassen, war zuvor von der britischen Regierung und dem schottischen Ersten Minister John Swinney vergeblich bekämpft worden. Aus Washingtoner Sicht demonstrierte Trump damit seine Bewunderung für das Königshaus – eine Haltung, die er während des gesamten Besuchs öffentlich zur Schau trug, indem er Charles als „größten König“ pries.
Für Beobachter in London war die Zollaufhebung ein diplomatischer Coup, der die zerrütteten Beziehungen zwischen Premierminister Keir Starmer und dem amerikanischen Präsidenten etwas zu kitten half. Der Iran-Krieg hatte tiefe Risse im transatlantischen Verhältnis hinterlassen, und die Reise des Königs, der vor dem Kongress die Bedeutung der „besonderen Beziehungen“ beschwor, sollte als Katalysator der Annäherung dienen. Trump ließ jedoch in einem Interview mit Sky News keinen Zweifel daran, dass er Starmer weiterhin kritisch sieht: Der Premier habe „tragische Fehler“ in der Einwanderungs- und Energiepolitik gemacht.
Von Seiten Schottlands und Nordirlands reagierte die Whiskyindustrie erleichtert, während der Handel mit Bourbon aus Kentucky als Gewinner dasteht. König Charles reiste nach der Verabschiedung weiter nach Bermuda, das erste britische Überseegebiet, das er als Monarch besuchte; dort empfing ihn ein Salut mit einundzwanzig Schuss. Die Reise dürfte nicht alle Spannungen beseitigt haben, aber sie hat gezeigt, dass persönliche Diplomatie in der Ära Trump noch immer handfeste Ergebnisse erzielen kann – vor allem, wenn sie mit königlichem Glanz daherkommt.
Erweitere deinen Horizont
US-Senat verabschiedet Sanktionspaket mit Zolldrohung gegen Russland-Energiekäufer
3 Sprachen · 40 Quellen
Aus Economy & MarketsSteigende Kreditvorsorgen belasten Bankbilanzen in Schwellenländern
2 Sprachen · 6 Quellen
Aus TechnologyAmazon finanziert privates Gaskraftwerk in Texas – droht größte Einzelemissionsquelle der USA
2 Sprachen · 8 Quellen