
Trumps Wirtschaftsversprechen bröckeln: Umfragen signalisieren tiefe Unzufriedenheit
Eine neue Fox-News-Umfrage, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, offenbart einen bemerkenswerten Umschwung in der amerikanischen Wählergunst: Zum ersten Mal seit sechzehn Jahren sprechen mehr Wähler den Demokraten wirtschaftspolitische Kompetenz zu als den Republikanern. 52 Prozent der registrierten Wähler sehen die Demokraten als die bessere Kraft für die Wirtschaft, nur 48 Prozent die Partei von Präsident Donald Trump. Die Ergebnisse sind gerade für den Präsidenten persönlich verheerend: Seine Zustimmungswerte in der Wirtschaftspolitik fallen auf 34 Prozent – eine Zahl, die CNN-Datenanalysten als „Sirenensignal für die Republikaner“ bezeichnen.
Doch der Vertrauensverlust beschränkt sich nicht auf die Wirtschaft. Aus der Perspektive Washingtons zeichnet sich ein breiterer Trend ab. Neue Erhebungen des Instituts Verasight zeigen, dass Trump in den für ihn entscheidenden Wählergruppen dramatisch an Rückhalt verliert. Junge Wähler der Generation Z, politisch Unabhängige und selbst Kernanhänger der Republikaner – alle bewegen sich gleichzeitig von ihm fort. „Es geht auf das zurück, was Trump diesen Gruppen versprochen hat“, sagt Ben Leff von Verasight. „Vor allem die Generation Z sorgte sich um Inflation, Preise und die Vermeidung neuer Kriege – und fühlt sich nun in beiden Punkten betrogen.“
Besonders deutlich wird der Stimmungswandel bei den Latino-Wählern, die Trump bei der Wahl 2024 überraschend stark für sich gewinnen konnte. Eine von Third Way und UnidosUS in Auftrag gegebene Umfrage, die Lateinamerikaner überdurchschnittlich berücksichtigte, ergibt, dass diese Gruppe mit einer Geschwindigkeit von Trump abfällt, die den allgemeinen Unmut im Elektorat übertrifft. Während Trumps Gesamtbeliebtheit bei 44 Prozent liegt, sinkt sie unter Latinos auf 34 Prozent – bei 66 Prozent Ablehnung. Die These einer grundlegenden Neuordnung der politischen Koalitionen durch Trumps Sieg scheint damit mindestens verfrüht.
Für die Republikaner, die sich im Vorfeld der Zwischenwahlen auf wirtschaftliche Themen als ihr stärkstes Pfund verlassen haben, sind diese Zahlen alarmierend. Aus europäischer, insbesondere deutscher und österreichischer Perspektive ist die Entwicklung doppelt bedeutsam: Eine schwächelnde US-Wirtschaft unter einem unpopulären Präsidenten könnte protektionistische Maßnahmen verstärken, von denen Exportnationen wie Deutschland oder die Schweiz unmittelbar betroffen wären. Zugleich zeichnet sich ab, dass das politische Kapital des Präsidenten schwindet – eine Schwächung, die seine außenpolitische Handlungsfähigkeit, etwa in der Ukraine-Frage oder im Handelskonflikt mit China, einschränken dürfte.
Die entscheidende Frage für die kommenden Monate wird sein, ob Trump und die Republikaner das Ruder noch herumreißen können. Die Umfragedaten deuten auf einen tief sitzenden Vertrauensverlust hin, der sich nicht allein durch wirtschaftliche Kennzahlen korrigieren lässt. Sollte der Trend anhalten, stehen die Zeichen auf eine schwere Niederlage bei den Midterms – und auf eine langfristige Erosion der republikanischen Wählerbasis.
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