
Uefa sanktioniert Juventus und englische Klubs: Millionenstrafen und Kaderauflagen
Die Uefa verhängt gegen 14 Vereine Sanktionen wegen Verstößen gegen die Finanzregeln; Juventus akzeptiert einen Dreijahresplan, während Aston Villa und Chelsea mit hohen Strafen belegt werden.
Der europäische Fußballverband hat am Dienstag ein umfassendes Sanktionspaket gegen 14 Klubs verhängt, die gegen die Regeln der finanziellen Nachhaltigkeit verstoßen haben. Im Zentrum steht Juventus Turin: Der italienische Rekordmeister schloss mit der Uefa ein sogenanntes Settlement Agreement, das eine unbedingte Geldstrafe von sechs Millionen Euro sowie weitere vierzehn Millionen bedingt vorsieht – zahlbar nur, falls die vereinbarten Zwischenziele verfehlt werden. Hinzu kommt eine sportliche Auflage: Für die anstehende Europa-League-Saison muss der Klub eine Kaderliste einreichen, deren Gesamtkosten aus Gehältern und Amortisationen mindestens einen Euro unter dem Niveau vom Februar liegen.
Auslöser der Sanktionen war die erstmalige Anwendung eines dreijährigen Überwachungszyklus durch die Erste Kammer der Klubfinanzkontrollbehörde, der die Geschäftsjahre 2023, 2024 und 2025 umfasste. Juventus überschritt die sogenannte Football Earnings Rule, die ein aggregiertes Defizit von maximal sechzig Millionen Euro erlaubt, mit einem kumulierten Verlust von 381 Millionen Euro deutlich. In diesen Zeitraum fiel die Saison 2023/24, in der die Turiner von europäischen Wettbewerben ausgeschlossen waren und allein 199 Millionen Euro Miese verbuchten. Aus Turiner Sicht besteht dennoch Zuversicht: Der Klub erklärte, die Parameter mit angemessenem Spielraum einhalten zu können und die bedingte Strafzahlung vermeiden zu wollen.
Neben Juventus traf es zahlreiche englische Klubs, die mit kreativen Buchungen versucht hatten, die strengeren Uefa-Vorgaben zu erfüllen. Aston Villa wurde wegen eines erheblichen Verstoßes gegen die Squad-Cost-Rule mit 22,5 Millionen Euro belegt, wovon 15 Millionen zur Bewährung ausgesetzt sind. Der Klub aus Birmingham hatte in der Vergangenheit seine Frauenmannschaft an eine verbundene Gesellschaft verkauft, um die Bilanz zu entlasten – ein nach Premier-League-Regeln zulässiger, nach Uefa-Statuten jedoch unzulässiger Schritt. Auch der FC Chelsea, der mit 3 Millionen Euro vergleichsweise glimpflich davonkam, hatte den Spieler Mathis Amougou für zwölf Millionen Pfund an den Schwesterklub Racing Straßburg transferiert. Newcastle United wiederum veräußerte das Nutzungsrecht am St. James’ Park an eine Tochtergesellschaft und muss nun insgesamt 13 Millionen Euro zahlen, davon zehn Millionen für die Überschreitung der Football Earnings Rule.
Die Uefa in Nyon hatte den erlaubten Kostendeckel für Spielergehälter, Transfers und Beraterhonorare zuletzt von 80 auf 70 Prozent der Einnahmen gesenkt, was den Druck auf die Vereine erhöhte. Während die Premier League ab Mittwoch eine eigene Variante einführt, die Klubs ohne Europapokalteilnahme Ausgaben von bis zu 85 Prozent gestattet, bleiben Aston Villa, Chelsea und Newcastle auch ohne internationales Geschäft an die strengere 70-Prozent-Marke gebunden. Aus Londoner Perspektive wird dies als strukturelle Benachteiligung im nationalen Wettbewerb gewertet. Die AC Florenz muss sechs Millionen Euro zahlen, weil sie die 70-Prozent-Grenze überschritt; Bologna und Neapel entgingen einer Strafe nur dank Überschüssen aus Vorjahren.
Für Juventus beginnt nun ein sportlich wie wirtschaftlich anspruchsvoller Pfad. Der auslaufende Vertrag von Dušan Vlahović entlastet die Bücher um rund vierzig Millionen Euro, und durch den Verkauf von Spielern wie Khéphren Thuram, Andrea Cambiaso oder Pierre Kalulu, deren Marktwert den Buchwert übersteigt, sollen einhundert Millionen Euro aus dem Player Trading erlöst werden. Gelingt die Konsolidierung, kann der Klub das Settlement Agreement vorzeitig verlassen. Andernfalls drohen bis zur Saison 2028/29 weitere Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus den europäischen Wettbewerben.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Juventus muss die von den Behörden auferlegten Finanzregeln einhalten. Der Sanierungsplan ist eine Korrekturmaßnahme zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit.
Stellt die Geldstrafe als logische Folge nachgewiesener Verstöße dar und verwendet technisch-rechtliche Sprache, um die Sanktion zu legitimieren.
Erwähnt keine Kritik an der Höhe der Strafe oder den Kontext anderer Vereine mit ähnlichen Problemen.
Der Verein ergreift Maßnahmen, um seine Bücher auszugleichen, wie jedes Unternehmen in Schwierigkeiten.
Verwendet standardmäßige wirtschaftlich-finanzielle Sprache und entkontextualisiert die spezifische Fußballnatur.
Geht nicht auf die Ursachen der Geldstrafe oder die Auswirkungen auf die italienische Fußball-Governance ein.
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