
US-Justiz stellt Verfahren gegen Adani ein – Opposition in Indien erhebt Vorwürfe
Die US-Börsenaufsicht vergleicht sich mit dem indischen Konzernchef. In Neu-Delhi wächst der Verdacht auf eine politische Absprache.
Die Entscheidung der US-Justiz, die im November vergangenen Jahres erhobenen Korruptionsvorwürfe gegen den indischen Milliardär Gautam Adani fallen zu lassen, markiert eine überraschende Wende in einem Verfahren, das internationale Beachtung gefunden hatte. Zugleich hat die US-Börsenaufsicht SEC eine zivilrechtliche Klage beigelegt; Adani und sein Neffe Sagar zahlen insgesamt 18 Millionen Dollar Strafe. Aus Washingtoner Sicht dürfte die Einstellung des Strafverfahrens auch damit zusammenhängen, dass sich die Angeklagten nicht in den Vereinigten Staaten aufhielten und eine Auslieferung schwer durchsetzbar gewesen wäre.
In Neu-Delhi hingegen sehen Oppositionspolitiker einen Zusammenhang mit der politischen Nähe der Regierung Modi zu Adani. Der Kongressabgeordnete Rahul Gandhi sprach von einem Kompromiss, den ein „kompromittierter Premierminister“ ausgehandelt habe. Tatsächlich hatte der Konzern ein Anwaltsteam engagiert, dem mit Robert Giuffra ein persönlicher Anwalt von Präsident Donald Trump angehörte – ein Detail, das die Opposition als Beleg für eine Absprache wertet. Die Regierung Modi selbst hat sich zu den Vorgängen bislang nicht geäußert.
Die indischen Finanzmärkte reagierten mit deutlichen Kursgewinnen auf die Nachricht. Die Aktien der Adani-Gruppe legten teils um bis zu drei Prozent zu. Noch bemerkenswerter ist jedoch der langfristige Trend: Wie aus aktuellen Daten hervorgeht, haben inländische Investmentfonds ihre Beteiligungen an Adani Energy Solutions, Adani Green und Adani Power im ersten Quartal 2026 massiv ausgebaut. Analysten sprechen von einer Neubewertung der Papiere – weg vom Image wankelmütiger Konglomeratstitel hin zu stabilen Infrastrukturwerten, die von Indiens wachsendem Energiebedarf profitieren.
Ob sich der politische Schaden für die Regierung Modi in Grenzen halten wird, bleibt abzuwarten. Die Vorwürfe der Bestechung im Zusammenhang mit einem Solarenergieprojekt, das mit amerikanischen Investorengeldern finanziert werden sollte, sind durch den Vergleich nicht vom Tisch. Die Opposition wird das Thema im anstehenden Wahlkampf nutzen. Zugleich zeigt das Verhalten der Fonds, dass viele Anleger die rechtlichen Risiken als kalkulierbar einschätzen. Die Entwicklung des Adani-Imperiums bleibt damit ein Gradmesser für die Verflechtung von Wirtschaft und Politik in Indien.
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | −0.30 | critical |
Die US-Börsenaufsicht SEC hat den Fall gegen Gautam Adani und seinen Neffen mit einer Geldstrafe von 18 Millionen Dollar beigelegt und die Korruptionsvorwürfe fallen gelassen. Die russische Presse berichtet darüber als eine routinemäßige finanzielle Einigung, ohne politische oder moralische Wertung.
Die Entscheidung der USA, die Anklage gegen Gautam Adani fallen zu lassen, hat in Indien eine politische Kontroverse ausgelöst. Die Opposition beschuldigt die Modi-Regierung eines heimlichen Kuhhandels. Gleichzeitig erhöhen indische Investmentfonds ihre Anteile an Adani-Unternehmen, was trotz der Vorwürfe Vertrauen in das Geschäft signalisiert.
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