
US-Verteidigungsminister Hegseth droht Iran mit unbefristeter Seeblockade
Washington wirft Iran eine Atempause vor, die sich in den Augen der Trump-Administration bereits erschöpft hat. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte am Freitag vor Journalisten im Pentagon, die Seeblockade gegen iranische Häfen und Schiffe werde „so lange fortgesetzt, wie es nötig sei“ – ein klares Signal, dass die Vereinigten Staaten keinen raschen diplomatischen Ausweg suchen. Der Minister stellte zwar in Aussicht, die Operation könne nicht „unendlich“ dauern, doch zugleich betonte er, die Blockade werde „global“ ausgeweitet; 34 Schiffe seien seit April umdirigiert worden. Aus Washingtoner Sicht steht die Islamische Republik vor einer binären Wahl: Sie könne ihr Atomprogramm „substanziell und verifizierbar“ aufgeben, alternativ drohe der vollständige wirtschaftliche Kollaps durch amerikanischen Druck und die sich verschärfende Seesperre.
Beobachter in Teheran hingegen werten die Äußerungen als Teil einer taktischen Eskalation. Irans Revolutionsgarden haben inzwischen Minen in der Straße von Hormus gelegt, um die Durchfahrt internationaler Handelsschiffe zu behindern. Dies könnte die Ölversorgung nicht nur für Ostasien, sondern auch für europäische Staaten wie Deutschland, Österreich und die Schweiz gefährden, die auf stabile Rohstoffrouten angewiesen sind. Die Blockade, so Hegseth, unterscheide sich grundlegend von den langen Kriegen in Vietnam oder Afghanistan – ein militärischer Erfolg sei binnen Wochen erreicht worden. Tatsächlich befinde sich die US-Marine in einer Phase der „Verhärtung“, bei der es nicht mehr um schnelle Diplomatie, sondern um andauernde Belastbarkeit gehe.
Dennoch ließ der Pentagon-Chef durchblicken, dass Washington weiterhin an einem Deal interessiert sei. Die Führung in Teheran habe „noch eine historische Gelegenheit, klug zu handeln“, so Hegseth. Der Ball liege nun eindeutig auf iranischer Seite. Diese Ambivalenz – gleichzeitige Drohung mit unbefristeter Blockade und vage Angebote zur Verhandlung – spiegelt die innenpolitische Zerrissenheit der Regierung wider, die einerseits Stärke demonstrieren, andererseits nicht in einen endlosen Konflikt hineingezogen werden will.
In europäischen Hauptstädten wächst die Sorge vor einer unbeabsichtigten Spirale. Deutschland und die Schweiz, die traditionell als Vermittler auftraten, sehen ihre diplomatischen Kanäle durch die aggressive US-Drohkulisse geschwächt. Österreich, das enge Wirtschaftsbeziehungen zu Iran pflegt, fürchtet zusätzliche Sanktionsschäden. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Blockade tatsächlich zu einer friedlichen Einigung führt oder ob die Minen in der Straße von Hormus den ersten Funken einer neuen Krise am Persischen Golf darstellen. Der Zeitfaktor, der laut Hegseth gegen Teheran arbeitet, könnte sich rasch auch gegen die USA kehren, sofern die Blockade globale Handelswege nachhaltig stört.
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