
VAR-Entscheidung überschattet Brasiliens Sieg: Vinicius’ aberkanntes Tor sorgt für Kontroverse
Beim 3:0-Erfolg Brasiliens gegen Schottland in Miami wurde ein Treffer von Vinicius Junior nach VAR-Eingriff wegen eines leichten Kontakts annulliert – die Bewertungen des Vorfalls gehen weit auseinander.
Es lief die 22. Minute im Hard Rock Stadium von Miami, als Vinicius Junior den Ball eroberte, den schottischen Verteidiger Jack Hendry hinter sich ließ und zum vermeintlichen 2:0 einschob. Doch der Jubel der Brasilianer erstarrte, als der mexikanische Schiedsrichter César Ramos vom Videoassistenten an den Monitor gerufen wurde. Die Zeitlupen zeigten einen minimalen Kontakt zwischen Vinicius’ Fuß und Hendrys Knöchel, bevor der Stürmer den Ball spielte. Ramos entschied auf Foul und annullierte den Treffer – eine Szene, die das Spiel prägte und die Gemüter auf beiden Seiten erhitzte. Brasiliens Trainer Carlo Ancelotti und die Ersatzbank protestierten heftig, während Vinicius fassungslos diskutierte.
Die Partie hatte bereits früh eine brasilianische Führung gesehen: Nach sieben Minuten nutzte Vinicius einen katastrophalen Fehlpass des schottischen Innenverteidigers Scott McKenna und schob zum 1:0 ein. Nach der strittigen Annullierung ließ sich der Real-Madrid-Star nicht beirren. Kurz vor der Pause stieg er nach einer Flanke von Bruno Guimarães am zweiten Pfosten hoch und köpfte unhaltbar zum 2:0 ein. Im zweiten Durchgang sorgte Matheus Cunha nach feiner Vorarbeit von Guimarães für den 3:0-Endstand, der Brasiliens Dominanz unterstrich.
Die Bewertung des aberkannten Tores fiel entlang nationaler Linien unterschiedlich aus. In der britischen BBC-Übertragung sah der frühere Premier-League-Assistent Darren Cann kein Foul: Der Kontakt sei minimal gewesen, der Verteidiger sei in Vinicius hineingelaufen. Der ehemalige schottische Nationalspieler James McFadden hingegen verteidigte die Entscheidung: Jede Berührung, die den Gegner beim Schuss behindere, sei ein Foul. In Brasilien kritisierten Schiedsrichterexperten die Annullierung scharf. Wallace Valente nannte sie „absurd“, Luciano Benevides sprach vom bis dahin schwersten Schiedsrichterfehler des Turniers und von einer unzulässigen Einmischung des VAR. Die italienische Agentur Adnkronos berichtete von wütenden Protesten Ancelottis an der Seitenlinie.
Für Schottland, das mit einem Punktgewinn die erste K.o.-Runden-Teilnahme der Verbandsgeschichte hätte nahezu sichern können, war die Szene ein Wendepunkt. Das Team von Steve Clarke war mit einem 1:0-Sieg gegen Haiti und einer 0:1-Niederlage gegen Marokko in den letzten Gruppenspieltag gegangen und hoffte, als einer der acht besten Gruppendritten in die Runde der letzten 32 einzuziehen. Brasilien dagegen festigte mit dem Sieg die Spitzenposition in Gruppe C. Vinicius Junior schraubte sein Torkonto auf vier Treffer und zog mit Kylian Mbappé und Erling Haaland gleich; nur Lionel Messi (fünf Tore) liegt vor ihm. Zudem gelang ihm als fünftem Brasilianer nach Jairzinho, Romário, Ronaldo und Rivaldo das Kunststück, in den ersten drei WM-Spielen seines Teams zu treffen. Brasilien zieht als Gruppensieger in die K.o.-Runde ein, während Schottland auf die Ergebnisse der anderen Gruppendritten warten muss.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
VAR decided, and Scotland pays the price: a technical verdict that closes all debate.
The decision is presented as an objective, unappealable fact, reducing the complexity of the game to a technological judgment.
No space is given to the reactions of Brazilian or Scottish players, nor to possible human errors in the VAR process.
The rule is clear: the goal was disallowed according to the regulations, and Scotland must accept the decision.
The rule is universalized, presented as neutral and indisputable, without entering into the merits of the controversy.
Any analysis of possible alternative interpretations of offside or the psychological pressure on players is missing.
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