
WM 2026: Neun Teams fix, die Runde der letzten 32 nimmt Konturen an
Mit dem Anpfiff der dritten Gruppenphase verdichtet sich das Tableau der K.-o.-Runde; Deutschland und die Schweiz kennen ihre voraussichtlichen Gegner, während Österreich ums Weiterkommen bangt.
Der zweite Spieltag der Gruppenphase bei der WM 2026 ist Geschichte, und mit den ersten Partien des dritten Durchgangs hat das Turnier seine erste große Zäsur erreicht. Sieben Mannschaften – Mexiko, die USA, Deutschland, Argentinien, Frankreich, Norwegen und Kolumbien – standen bereits nach zwei Siegen als Teilnehmer der neu geschaffenen Runde der letzten 32 fest. Wenige Stunden später stießen die Schweiz und Kanada hinzu, die sich in ihren Gruppen ebenfalls vorzeitig die Tickets sicherten. Damit sind neun der 32 Plätze vergeben, während auf der anderen Seite mit Haiti, Tunesien, der Türkei, Jordanien und Panama bereits fünf Teams ausgeschieden sind.
Die Erweiterung auf 48 Teilnehmer hat das Format grundlegend verändert. Erstmals in der WM-Geschichte wird eine Zwischenrunde mit 32 Mannschaften ausgetragen, in die nicht nur die zwölf Gruppensieger und -zweiten einziehen, sondern auch die acht besten Gruppendritten. Dieses Konstrukt sorgt für eine nie dagewesene Dynamik: Während die Spitzenreiter ihre Gegner oft erst nach Abschluss aller Gruppenpartien kennen, hängt das Schicksal der Drittplatzierten von einer komplexen Reihung nach Punkten, Tordifferenz, Fairplay-Wertung und notfalls der FIFA-Weltrangliste ab. Bosnien-Herzegowina etwa hat als Dritter der Gruppe B bereits drei Punkte gesammelt und darf hoffen, muss aber bis zum Ende der Vorrunde zittern.
Aus deutschsprachiger Perspektive verlief der Turnierstart erfreulich. Die deutsche Elf um Bundestrainer Julian Nagelsmann dominierte ihre Gruppe E mit einem 7:1 gegen Curaçao und einem 2:1 gegen die Elfenbeinküste und steht als Gruppensieger fest. In der Projektion träfe sie im Achtelfinale auf Paraguay, das sich als einer der besten Dritten qualifizieren dürfte. Die Schweiz setzte sich in Gruppe B souverän durch und würde nach aktuellem Stand auf einen Gruppendritten aus den Gruppen E, F, G, I oder J treffen – womöglich auf Belgien oder Schweden. Österreich hingegen kämpft in Gruppe J noch ums Überleben: Nach einem Remis gegen Saudi-Arabien und einem Sieg gegen Kap Verde ist die Auswahl von Ralf Rangnick vor dem abschließenden Duell mit Spanien auf einen Punktgewinn angewiesen, um nicht als einer der schlechteren Dritten auszuscheiden.
Die vorläufigen Paarungen der K.-o.-Runde, die vom 28. Juni bis 3. Juli ausgetragen wird, versprechen hochkarätige Duelle. So würde Argentinien als Sieger der Gruppe J auf den Zweiten der Gruppe H treffen – nach jetzigem Stand Uruguay, das sich in einer dramatischen letzten Runde gegen Spanien und Kap Verde behaupten muss. Brasilien, das nach einem Unentschieden gegen Marokko und einem Sieg über Haiti noch um den Gruppensieg bangt, könnte auf Japan treffen. Und Gastgeber Mexiko, das bereits als Erster der Gruppe A feststeht, bekäme es mit Schottland zu tun, das als Dritter der Gruppe C die Hürde nehmen könnte.
Die entscheidende dritte Runde wird nun Zug um Zug das endgültige Tableau zementieren. Bereits an diesem Mittwoch fallen in den Gruppen A, B und C die letzten Entscheidungen, ehe am Samstagabend mit dem Abschluss der Gruppen J, K und L alle 32 Teilnehmer feststehen. Dann wird sich zeigen, ob die rechnerischen Projektionen Bestand haben oder ob das neue Format mit seinen 495 möglichen Kombinationen für die Platzierung der Gruppendritten noch für Überraschungen sorgt.
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