
Waffenruhe verlängert, doch neue Angriffe: Israels Luftschläge erschüttern Südlibanon
Israel und Libanon einigen sich unter Vermittlung der USA auf eine 45-tägige Verlängerung der Waffenruhe – doch schon am Folgetag bombardiert die israelische Luftwaffe erneut Ziele im Süden.
Die am Freitag in Washington verkündete Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon um 45 Tage sollte eigentlich einen diplomatischen Durchbruch markieren. Doch bereits am darauffolgenden Samstag begann die israelische Armee eine Serie von Luftangriffen auf den Süden Libanons. Nach Angaben der libanesischen staatlichen Nachrichtenagentur wurden mindestens fünf Dörfer getroffen, darunter ein Ort mehr als fünfzig Kilometer von der Grenze entfernt. Die Attacken lösten eine neue Fluchtwelle aus: Tausende Bewohner machten sich auf den Weg nach Sidon und Beirut.
Aus israelischer Sicht handelt es sich bei diesen Angriffen nicht um eine Verletzung des Abkommens. Das Militär erklärte, man bekämpfe „Hisbollah-Infrastruktur“ mit Präzisionsschlägen, die von der Waffenruhe nicht erfasst seien. Bereits in den Wochen zuvor hatte die Armee immer wieder solche Operationen durchgeführt, begleitet von täglichen Evakuierungsaufforderungen für Dörfer im Grenzgebiet. Am Samstag weitete sich die Warnliste auf neun Ortschaften in den Bezirken Nabatäa und Sidon aus; Beobachter in Beirut berichten, dass teilweise auch Orte ohne Vorwarnung getroffen wurden.
In Washington hofft man indes, den fragilen Prozess nun auf eine breitere Grundlage zu stellen. Das Aussenministerium gab bekannt, dass die Verhandlungen auf zwei parallelen Schienen fortgesetzt werden: Für die politische Annäherung sind weitere Gespräche für Anfang Juni anberaumt, während am 29. Mai erstmals eine Sicherheitsrunde im Pentagon mit militärischen Delegationen beider Länder zusammentreten soll. Der UN-Humanitätskoordinator für Libanon, Imran Riza, begrüsste die diplomatischen Anstrengungen, wies aber auf die anhaltende humanitäre Not hin – die jüngsten Angriffe haben auch drei Sanitäter das Leben gekostet.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Waffenruhe nur dem taktischen Kalkül beider Seiten dient oder tatsächlich den Weg zu einem dauerhaften Frieden ebnen kann. Aus europäischer Perspektive – auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die in der UNIFIL-Mission engagiert sind – bleibt die Lage prekär: Jede Eskalation droht, die diplomatischen Mühen zunichte zu machen und die Region erneut in eine gefährliche Spirale zu stürzen.
| Arabische Golfpresse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | −0.10 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.40 | critical |
Einen Tag nach der Verlängerung der von den USA vermittelten Waffenruhe startete Israel eine Reihe von Luftangriffen auf den Südlibanon, die nach eigenen Angaben Hisbollah-Stellungen galten, und ordnete Evakuierungen aus Dörfern tief im libanesischen Gebiet an. Die ohnehin brüchige Waffenruhe wird weithin angezweifelt, da israelische Streitkräfte täglich Angriffe und Zerstörungen in den Grenzgebieten fortsetzen. Die 45-tägige Verlängerung erscheint eher als diplomatische Formalität denn als echte Einstellung der Feindseligkeiten.
Israel und der Libanon einigten sich auf eine 45-tägige Verlängerung der Waffenruhe nach Gesprächen in Washington, die von US-Vertretern als äußerst produktiv bezeichnet wurden; weitere politische und militärische Verhandlungen sind für Juni angesetzt. Trotz neuer israelischer Angriffe, die nach israelischer Darstellung nicht unter die Waffenruhe fallen, kommt der diplomatische Prozess voran. Die Verlängerung wird als vorübergehender, aber bedeutsamer Schritt hin zu dauerhaftem Frieden und gegenseitiger Anerkennung der Souveränität dargestellt.
Israel und der Libanon einigten sich auf eine Verlängerung der Waffenruhe um 45 Tage, doch Tel Aviv hat die Waffenruhe nicht eingehalten und seine Militäroperationen fortgesetzt. Die nach den Gesprächen in Washington angekündigte Verlängerung soll Raum für Friedensverhandlungen schaffen, aber aufgrund der ausbleibenden Einstellung der Angriffe durch Israel bleibt Skepsis bestehen. Das Abkommen wird als diplomatische Bemühung gesehen, die durch die anhaltende Gewalt vor Ort untergraben wird.
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