
Wasserverbrauch in Teheran sinkt dank Kampagnen, doch Sorge vor WM-Anstieg bleibt
Durch Aufklärungskampagnen und den Einbau von Sparvorrichtungen ist der Wasserverbrauch in Teheran gesunken, doch die Fußball-WM könnte den Trend umkehren.
In Teheran zeichnet sich eine positive Entwicklung beim Wasserverbrauch ab. Nach Angaben von Isa Bozorgzadeh, dem Sprecher der iranischen Wasserwirtschaft, sind landesweit etwa ein Drittel der Haushalte als „sparsame Verbraucher“ einzustufen, während weniger als zehn Prozent als „Verschwender“ gelten. In der Hauptstadt selbst hat sich das Verhältnis dank gezielter Maßnahmen des Energieministeriums und einer breiten Medienkampagne noch deutlicher verbessert: Der Anteil der sparsamen Verbraucher stieg von 30 auf 60 Prozent, während der der Verschwender von zehn auf drei Prozent fiel. Dies berichten übereinstimmend die Nachrichtenagentur Khabar Online und die Wirtschaftszeitung Donya-e Eqtesad unter Berufung auf Abolfazl Sadraei, den Direktor der Wasser- und Abwasserbehörde für den zweiten Bezirk Teherans.
Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg ist der Einbau von wassersparenden Vorrichtungen. Von den 500.000 in ganz Teheran installierten Sparaufsätzen entfallen 300.000 auf den zweiten Bezirk, wo die Behörde in diesem Jahr bereits 120.000 weitere Stücke verbaut hat. Insgesamt sind für den Bezirk 750.000 solcher Vorrichtungen vorgesehen. Sadraei betonte, dass die Kampagnen und die begrenzenden Maßnahmen Früchte tragen, warnte jedoch vor Rückschlägen: Während der Fußball-Weltmeisterschaft, wenn viele Teheraner die Spiele zu Hause verfolgen, steige der Wasserverbrauch erfahrungsgemäß sprunghaft an.
Die verbesserte Verbrauchssituation ist auch vor dem Hintergrund der angespannten Wasserversorgung der Stadt zu sehen. Der Latian-Staudamm, der die östlichen und nordöstlichen Bezirke Teherans versorgt, war im vergangenen Jahr auf ein strategisches Minimum gefallen und praktisch ausgetrocknet. Zwar hat sich die Lage inzwischen etwas entspannt, doch die Abhängigkeit von Niederschlägen und das Risiko von Dürreperioden bleiben bestehen. Die Behörden setzen daher weiterhin auf Aufklärung und technische Maßnahmen, um den Verbrauch nachhaltig zu senken.
Aus Teheraner Sicht ist der erreichte Fortschritt ermutigend, doch die Herausforderungen sind nicht gebannt. Die Kombination aus Bevölkerungswachstum, klimatischen Veränderungen und saisonalen Spitzen wie der WM erfordert eine kontinuierliche Anpassung der Strategien. Die Erfahrungen in der iranischen Hauptstadt könnten auch für andere Metropolen in wasserarmen Regionen von Interesse sein, etwa in Zentralasien oder dem Nahen Osten. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die ebenfalls mit Trockenperioden kämpfen, bieten die Teheraner Maßnahmen – von der gezielten Öffentlichkeitsarbeit bis zum flächendeckenden Einbau von Sparvorrichtungen – Anregungen für eigene Konzepte.
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