
Weltbank: Eskalation zwischen USA und Iran könnte globales Wachstum auf 1,3 Prozent senken
Chefökonom Indermit Gill warnt vor einem Wiederaufflammen der Inflation, steigenden Zinsen und zunehmender Nahrungsmittelunsicherheit, da das Worst-Case-Szenario nun nahezu eingetreten sei.
Die sich verschärfenden Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran drohen nach Einschätzung der Weltbank das globale Wirtschaftswachstum auf 1,3 Prozent einbrechen zu lassen – nach 2,9 Prozent im Vorjahr. Der scheidende Chefökonom der Institution, Indermit Gill, erklärte in einem Interview mit Reuters, das pessimistischste von drei im Juni modellierten Szenarien – ein sechsmonatiger oder längerer Konflikt – sei inzwischen nahezu verwirklicht. In diesem Fall würde die globale Gesamtinflation auf 4,5 Prozent steigen.
Ein langanhaltender Krieg und Schäden an der Ölinfrastruktur der Region würden zudem die Ernährungssicherheit gefährden, weil Lieferungen von Düngemitteln, Helium und Schwefel für die Landwirtschaft unterbrochen würden, so Gill. Dies löse eine Kette von Sekundäreffekten aus, darunter steigende Leitzinsen. Arme Länder, die sich noch nicht von der Covid-19-Pandemie erholt hätten, sähen sich einer größeren Nahrungsmittelunsicherheit gegenüber, während hoch verschuldete Staaten durch höhere Kreditkosten getroffen würden, was Ausgaben für Bildung, Gesundheit und andere lebenswichtige Dienste einschränke.
Die militärische Eskalation hat sich in dieser Woche verschärft: US-Streitkräfte bombardierten Ziele im Süden und Westen des Iran, während Teheran amerikanische Einrichtungen in Bahrain, Kuwait und Jordanien angriff. Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bleibt gestört, und die mit dem Iran verbündeten Huthi im Jemen verhängten eine Seeblockade gegen saudische Lieferungen durch die Meerenge Bab el-Mandeb. Erste Anzeichen von Finanzstress werden sichtbar: Einige liquiditätsschwache Länder ersuchten den Internationalen Währungsfonds um Aufstockung bestehender Kredite, und Pakistan bat die USA um eine Stabilisierungsfazilität in Höhe von zehn Milliarden Dollar.
Die Juni-Prognose der Weltbank zeigte, dass sich 40 Prozent der Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen – das sind 32 Staaten – bereits in einer Schuldenkrise befinden oder einem hohen Risiko dafür ausgesetzt sind. Die durchschnittliche Schuldenquote der Schwellen- und Entwicklungsländer lag 2025 bei etwa 74 Prozent, verglichen mit 50 bis 55 Prozent vor der Pandemie; für einkommensschwache Länder stieg sie von rund 40 auf 67 Prozent. Gill sprach von einem „sich langsam anbahnenden Desaster“ und betonte, dass einige Länder von Fall zu Fall einen Schuldenerlass benötigen würden.
Aus Jakarta meldete der Gouverneur der indonesischen Zentralbank, Perry Warjiyo, eine ähnliche Inflationsprognose von 4,5 Prozent für 2026, während er das globale Wachstum auf schwache 3,0 Prozent schätzte. Die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran seit Anfang Juli 2026 behindere den Verkehr in der Straße von Hormus und treibe die Öl- und Rohstoffpreise in die Höhe. Als Reaktion auf den Inflationsdruck erwartet die Bank Indonesia eine straffere globale Geldpolitik: Die US-Notenbank dürfte den Leitzins bereits im vierten Quartal 2026 anheben, was Kapitalabflüsse aus Schwellenländern verstärken und den Dollar aufwerten lasse.
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | −0.70 | critical |
The escalation between Washington and Tehran is framed as a risk factor for oil markets, but analysts emphasize that the worst-case scenario (a Hormuz blockade) is not the most likely. The focus is on numbers and projections, with a caution that dampens alarmism.
The Iranian escalation is denounced as an existential threat to the region and the global economy. Experts and official sources emphasize catastrophic consequences and call for an international response, while Washington's readiness for dialogue is presented as proof of its good faith.
Erweitere deinen Horizont
US-Senat verabschiedet Sanktionspaket mit Zolldrohung gegen Russland-Energiekäufer
4 Sprachen · 40 Quellen
Aus Economy & MarketsSteigende Kreditvorsorgen belasten Bankbilanzen in Schwellenländern
2 Sprachen · 6 Quellen
Aus TechnologyAmazon finanziert privates Gaskraftwerk in Texas – droht größte Einzelemissionsquelle der USA
2 Sprachen · 8 Quellen