
Zomato weist Vorwurf zurück: Angeblich verschickte Benachrichtigung zu „370-Rupien-Biryani“ ist Fälschung
Der indische Lieferdienst Zomato dementiert, eine geschmacklose Benachrichtigung zur „370-Rupien-Biryani“-Kontroverse versendet zu haben – der Screenshot sei eine Fälschung.
Der indische Essenslieferdienst Zomato hat sich von einem viralen Screenshot distanziert, der eine angebliche Benachrichtigung des Unternehmens zur sogenannten „370-Rupien-Biryani“-Debatte zeigt. In einer Stellungnahme auf Instagram, X und LinkedIn erklärte das Unternehmen, die Nachricht sei nie von Zomato versendet worden. „Der Screenshot der geschmacklosen Benachrichtigung, den Sie möglicherweise mit unserem Namen gesehen haben, ist gefälscht. Wir haben ihn weder verfasst noch versendet“, hieß es. Begleitet wurde die Klarstellung von einem schwarzen Grafikbild mit dem Satz: „Biryani ist Abendessen, nicht Einverständnis.“
Die Kontroverse entzündete sich an einem Vorfall um den indischen Comedian Pranit More, der in seiner Show einen Witz über eine 370 Rupien teure Biryani-Bestellung machte, der in den sozialen Medien als Verharmlosung sexueller Nötigung aufgefasst wurde. Der Screenshot, der Zomato zugeschrieben wurde, zeigte angeblich eine Push-Nachricht, die auf die Debatte anspielte und als zustimmungsrelevant interpretiert werden konnte. Aus indischer Perspektive hat die Affäre eine breitere gesellschaftliche Diskussion über Dating, Einverständnis und Anspruchshaltung entfacht, die weit über den ursprünglichen Witz hinausreicht.
Zomato reagierte damit auf eine Welle der Empörung, die sich in den sozialen Medien Bahn brach. Nutzer hatten den Screenshot geteilt und dem Unternehmen vorgeworfen, mit einer geschmacklosen Nachricht die Debatte zu instrumentalisieren. Die schnelle und klare Distanzierung des Unternehmens zeigt, wie sensibel indische Firmen mittlerweile auf öffentliche Empörung reagieren, insbesondere wenn es um Themen wie Geschlechterbeziehungen und Respekt geht. Beobachter in Neu-Delhi sehen darin einen weiteren Beleg für die wachsende Bedeutung von Corporate Social Responsibility in der indischen Start-up-Szene.
Die Debatte um die „370-Rupien-Biryani“ ist symptomatisch für einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel in Indien, wo traditionelle Rollenbilder zunehmend hinterfragt werden. Während die einen den Witz als harmlosen Scherz abtun, sehen andere darin ein Zeichen für ein verbreitetes Problem der Objektivierung von Frauen. Zomato hat sich mit seiner klaren Absage an die Fälschung auf die Seite der letzteren gestellt – ein Schritt, der dem Unternehmen in der aufgeheizten Stimmung wohl weiteres Vertrauen einbringen dürfte.
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