
Zwei US-Soldaten bei Manöver an Marokkos Atlantikküste verschollen
Die Suche nach zwei amerikanischen Soldaten, die seit Samstagabend im Südwesten Marokkos vermisst werden, dominiert die laufenden multinationalen Manöver „African Lion 2026“. Der Vorfall ereignete sich am Cap Draa nahe der Stadt Tan-Tan, einem felsigen Küstenabschnitt am Atlantik, wo Heer, Luftwaffe und Marine der Vereinigten Staaten gemeinsam mit marokkanischen und weiteren verbündeten Kräften eine koordinierte Rettungsaktion durchführen. Aus Washingtoner Sicht betont das Africa Command (AFRICOM), die Operation habe höchste Priorität; die genauen Umstände seien Gegenstand einer Untersuchung.
Nach anonymen Angaben eines US-Vertreters, die unter anderem aus dem Bericht des Fachdienstes Stars and Stripes zitiert werden, handelt es sich um einen Unfall während eines Fußmarsches in der Freizeit, bei dem die beiden Soldaten ins Meer gestürzt sein sollen. Die Suchmannschaften setzen Boote, Hubschrauber und Bodentruppen ein, ein Küstenabschnitt von mehreren Kilometern Länge wird abgesucht. Beobachter in Rabat unterstreichen, dass marokkanische Einheiten eng eingebunden sind und das Gelände – eine Mischung aus Halbwüste und steilen Klippen – die Rettung erschwert.
Die Übung „African Lion“, die am 27. April in Agadir eröffnet wurde und an der rund 5.000 Soldaten aus etwa vierzig Nationen teilnehmen, gilt als das größte gemeinsame Manöver der USA in Afrika. Sie erstreckt sich über vier Länder, darunter Tunesien, Ghana und Senegal, und sollte planmäßig in den nächsten Tagen enden.
Einem CBS-Team vor Ort zufolge wurden die Übungen am Sonntag unterbrochen; eine basesweite Zählung ergab, dass seit dem Abend zwei Kräfte fehlen. Die Identität der Vermissten wird aus Rücksicht auf die Familien noch nicht bekannt gegeben. Analytisch betrachtet wirft der Vorfall ein Schlaglicht auf die militärische Präsenz der USA in Afrika, die in den letzten Jahren reduziert wurde.
AFRICOMs ehemaliger Kommandeur Michael Langley hatte erst im vergangenen Jahr betont, man müsse Partner zu mehr eigenständigen Operationen befähigen. Wie sich der Unfall auf die künftige Planung solcher Manöver auswirken wird, bleibt abzuwarten – zumal Deutschland, Österreich und die Schweiz nicht direkt beteiligt sind, aber als enge Verbündete der USA die Sicherheitsarchitektur in der Sahelzone aufmerksam verfolgen.
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