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Gesellschaft & KulturFreitag, 8. Mai 2026

AfD in Sachsen-Anhalt vor der absoluten Mehrheit – Merz-Regierung im Umfragetief

Vier Monate vor der Landtagswahl erreicht die rechtsextreme AfD in Sachsen-Anhalt 41 Prozent, während Bundeskanzler Merz die schlechtesten Zustimmungswerte seiner Amtszeit verzeichnet.

Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich ein politisches Erdbeben ab: Die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD erreicht in einer Umfrage von Infratest dimap einen Rekordwert von 41 Prozent. Damit käme die Partei der absoluten Mehrheit so nahe wie nie zuvor in einem deutschen Bundesland. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze liegt bei mageren 26 Prozent, Linke und SPD kommen auf zwölf beziehungsweise sieben Prozent. Grüne, BSW und die derzeit mitregierende FDP würden den Einzug in den Landtag verpassen. Das ist nicht allein ein ostdeutsches Phänomen, sondern das Menetekel einer bundesweiten Krise der repräsentativen Demokratie.

Aus Magdeburger Sicht ist die Stimmungslage verheerend. Zwei Drittel der Befragten sind mit der Arbeit der Landesregierung unzufrieden, vier von fünf beurteilen die wirtschaftliche Lage als schlecht. Die CDU, die seit 24 Jahren in der Landeshauptstadt regiert, vermag laut Umfrage das Vertrauen der Wähler in ihre Problemlösungskompetenz nicht zu erneuern. Zugleich hat der AfD-Landesverband ein radikales Wahlprogramm verabschiedet, das offen zum Kulturkampf aufruft. In der politischen Debatte mehren sich daher die Stimmen, die ein Verbot der Partei fordern – ein Schritt, der angesichts hoher rechtlicher Hürden und der mangelnden gesellschaftlichen Isolierung der AfD als politisches Magnum der Verzweiflung erscheint.

Auf Bundesebene spiegelt sich die Krise im rasanten Autoritätsverlust von Kanzler Friedrich Merz. Der ARD-"Deutschlandtrend" bescheinigt ihm die schlechtesten je gemessenen Zustimmungswerte für einen amtierenden Regierungschef: Nur noch 16 Prozent der Bürger sind mit seiner Arbeit zufrieden, 83 Prozent unzufrieden. Die große Koalition aus Union und SPD, die einst unter dem Titel „Verantwortung für Deutschland“ einen wirtschaftlichen Aufbruch versprach, steckt im Stimmungstief. Die ausbleibende Konjunkturbelebung, Stockungen beim Infrastrukturausbau und die als ungerecht empfundenen Sozialkürzungen bilden einen Nährboden, der auch den Erfolg der AfD erklärt. Aus italienischer Sicht, analysiert Il Sole 24 Ore, erodiere die Glaubwürdigkeit der etablierten Parteien so schnell, dass selbst eine Alleinregierung der AfD in einem Land nicht mehr undenkbar sei. Beobachter in der Schweiz konstatieren, Merz’ politische Führung wirke zunehmend kraftlos – vom „Märchenprinzen“ sei er zum „Frosch“ geworden.

Blickt man nach vorn, so steht am 6. September eine Richtungsentscheidung an. Sollte die AfD tatsächlich die absolute Mehrheit der Mandate erringen, wäre sie erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte in der Lage, einen Ministerpräsidenten zu stellen. Was das für den Rechtsstaat bedeutete, wird in der Hauptstadt und in den Landeshauptstädten bereits durchgespielt. Klar ist: Die demokratischen Parteien können die Wähler nicht allein durch Appelle an die Vernunft zurückgewinnen. Solange die soziale Spaltung wächst und der Staat als gestaltungsunfähig wahrgenommen wird, bleibt die rechtsextreme Partei Profiteur der Misere. In den verbleibenden Monaten vor der Wahl wird sich entscheiden, ob das Brandmauer-Narrativ noch trägt oder ob die Demokratie in einem Flächenland an ihr Fundament rührt.

Aktuell
HSBC steigert Halbjahresgewinn um 23 Prozent und kündigt Aktienrückkauf an·Nach erzwungenem Ministerrücktritt: Indiens CJP-Bewegung schließt Parteigründung aus·Erdbeben der Stärke 4,3 nahe Pisa – keine Berichte über Verletzte·Schwere Turbulenzen auf Air-India-Flug: Maschine verliert 300 Fuß Höhe, mehrere Verletzte·Leak zu Samsung Galaxy S27 Ultra: Weniger Kameras, neues Pro-Modell·BP verdoppelt Gewinn im zweiten Quartal dank Ölpreis-Volatilität·CORE und LPEM FEB UI sehen indonesisches Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2026 unter 5 Prozent·US-Armee hat im Iran-Krieg Großteil ihrer präzisen Langstreckenraketen verbraucht·HSBC steigert Halbjahresgewinn um 23 Prozent und kündigt Aktienrückkauf an·Nach erzwungenem Ministerrücktritt: Indiens CJP-Bewegung schließt Parteigründung aus·Erdbeben der Stärke 4,3 nahe Pisa – keine Berichte über Verletzte·Schwere Turbulenzen auf Air-India-Flug: Maschine verliert 300 Fuß Höhe, mehrere Verletzte·Leak zu Samsung Galaxy S27 Ultra: Weniger Kameras, neues Pro-Modell·BP verdoppelt Gewinn im zweiten Quartal dank Ölpreis-Volatilität·CORE und LPEM FEB UI sehen indonesisches Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2026 unter 5 Prozent·US-Armee hat im Iran-Krieg Großteil ihrer präzisen Langstreckenraketen verbraucht·
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AfD in Sachsen-Anhalt vor der absoluten Mehrheit – Merz-Regierung im Umfragetief

Vier Monate vor der Landtagswahl erreicht die rechtsextreme AfD in Sachsen-Anhalt 41 Prozent, während Bundeskanzler Merz die schlechtesten Zustimmungswerte seiner Amtszeit verzeichnet.

Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich ein politisches Erdbeben ab: Die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD erreicht in einer Umfrage von Infratest dimap einen Rekordwert von 41 Prozent. Damit käme die Partei der absoluten Mehrheit so nahe wie nie zuvor in einem deutschen Bundesland. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze liegt bei mageren 26 Prozent, Linke und SPD kommen auf zwölf beziehungsweise sieben Prozent. Grüne, BSW und die derzeit mitregierende FDP würden den Einzug in den Landtag verpassen. Das ist nicht allein ein ostdeutsches Phänomen, sondern das Menetekel einer bundesweiten Krise der repräsentativen Demokratie.

Aus Magdeburger Sicht ist die Stimmungslage verheerend. Zwei Drittel der Befragten sind mit der Arbeit der Landesregierung unzufrieden, vier von fünf beurteilen die wirtschaftliche Lage als schlecht. Die CDU, die seit 24 Jahren in der Landeshauptstadt regiert, vermag laut Umfrage das Vertrauen der Wähler in ihre Problemlösungskompetenz nicht zu erneuern. Zugleich hat der AfD-Landesverband ein radikales Wahlprogramm verabschiedet, das offen zum Kulturkampf aufruft. In der politischen Debatte mehren sich daher die Stimmen, die ein Verbot der Partei fordern – ein Schritt, der angesichts hoher rechtlicher Hürden und der mangelnden gesellschaftlichen Isolierung der AfD als politisches Magnum der Verzweiflung erscheint.

Auf Bundesebene spiegelt sich die Krise im rasanten Autoritätsverlust von Kanzler Friedrich Merz. Der ARD-"Deutschlandtrend" bescheinigt ihm die schlechtesten je gemessenen Zustimmungswerte für einen amtierenden Regierungschef: Nur noch 16 Prozent der Bürger sind mit seiner Arbeit zufrieden, 83 Prozent unzufrieden. Die große Koalition aus Union und SPD, die einst unter dem Titel „Verantwortung für Deutschland“ einen wirtschaftlichen Aufbruch versprach, steckt im Stimmungstief. Die ausbleibende Konjunkturbelebung, Stockungen beim Infrastrukturausbau und die als ungerecht empfundenen Sozialkürzungen bilden einen Nährboden, der auch den Erfolg der AfD erklärt. Aus italienischer Sicht, analysiert Il Sole 24 Ore, erodiere die Glaubwürdigkeit der etablierten Parteien so schnell, dass selbst eine Alleinregierung der AfD in einem Land nicht mehr undenkbar sei. Beobachter in der Schweiz konstatieren, Merz’ politische Führung wirke zunehmend kraftlos – vom „Märchenprinzen“ sei er zum „Frosch“ geworden.

Blickt man nach vorn, so steht am 6. September eine Richtungsentscheidung an. Sollte die AfD tatsächlich die absolute Mehrheit der Mandate erringen, wäre sie erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte in der Lage, einen Ministerpräsidenten zu stellen. Was das für den Rechtsstaat bedeutete, wird in der Hauptstadt und in den Landeshauptstädten bereits durchgespielt. Klar ist: Die demokratischen Parteien können die Wähler nicht allein durch Appelle an die Vernunft zurückgewinnen. Solange die soziale Spaltung wächst und der Staat als gestaltungsunfähig wahrgenommen wird, bleibt die rechtsextreme Partei Profiteur der Misere. In den verbleibenden Monaten vor der Wahl wird sich entscheiden, ob das Brandmauer-Narrativ noch trägt oder ob die Demokratie in einem Flächenland an ihr Fundament rührt.

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