
Afrikanische Schweinepest und mehr: Tiergesundheit wird zur globalen Bewährungsprobe
Von der Schweinepest in Schweden bis zu Seuchen in Russland und den USA: Tierkrankheiten bedrohen Landwirtschaft und Handelsbeziehungen.
Die Gefahr, dass sich die Afrikanische Schweinepest (ASF) in der Schweiz ausbreitet, ist nach einem neuen Seuchenherd in Italien nach Einschätzung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hoch. Das Virus, das für Haus- und Wildschweine tödlich ist, bleibt in Blut und Produkten lange infektiös. In Schweden, wo der bislang einzige Ausbruch 2023 bei Fagersta registriert wurde, haben Schweinehalter erhebliche Investitionen in Schutzmassnahmen getätigt. Landwirt Mattias Fyhr berichtet von Kosten, die die Millionengrenze überschritten haben – ein Beispiel für die wirtschaftlichen Folgen, die auch Landwirte in Deutschland und Österreich fürchten.
Während Europa sich mit der Schweinepest auseinandersetzt, meldet die kanadische Lebensmittelbehörde Ausbrüche der Pseudorabies, einer für Tiere tödlichen Erkrankung, in amerikanischen Schweinebeständen. Die USA stellen vorerst keine Exportzertifikate für ungekochte Schweineprodukte aus. In Washington tobt zeitgleich ein politischer Streit um Tierschutzstandards: Die Schweineindustrie hat die Aufhebung von Kaliforniens und Massachusetts' Verbot von Kastenständen für Sauen in den Entwurf des neuen Agrargesetzes eingebracht. Der Kampf um die Gestaltung der Nutztierhaltung verlagert sich damit vom Gerichtssaal in den Kongress.
Ein ganz anderes Krankheitsbild zeigt sich in Russland. Im Gebiet Kemerowo sind nach Behördenangaben mehrere tausend Rinder wegen des Verdachts auf noduläre Dermatitis gekeult worden. Lokale Bauern zweifeln an der offiziellen Diagnose und vermuten eine Verheimlichung der Maul- und Klauenseuche – ein Beispiel für das Misstrauen gegenüber staatlichen Seuchenmeldungen, das die Bekämpfung von Tierseuchen zusätzlich erschwert.
Die parallelen Krisenherde machen deutlich, wie fragil die globalen Lieferketten für tierische Produkte sind. Aus Berner, Stockholmer oder Moskauer Perspektive zeigt sich: Seuchenbekämpfung erfordert grenzüberschreitende Transparenz und Investitionen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Landwirtschaft eng mit Nachbarländern verflochten ist, wird die Überwachung von Wildtierpopulationen und die Einhaltung von Biosicherheitsmassnahmen zur Daueraufgabe. Derweil könnte der US-Kongress mit dem Farm Bill einen Präzedenzfall schaffen, der die nationalen Tierschutzregelungen aushebelt – ein Signal mit Signalwirkung für die Debatte in Europa.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.50 | critical |
Europäische Landwirte geben Millionen aus, um ganze Höfe einzuzäunen und strenge Biosicherheitsmaßnahmen umzusetzen, während die Afrikanische Schweinepest weiter um sich greift – mit nur einem Ausbruch in Schweden, aber der Krankheit in Deutschland und Polen weit verbreitet. Die Schweizer Behörden warnen vor einem hohen Übertragungsrisiko von Wildschweinen auf Hausschweine nach einem neuen Fall in Italien. Die Darstellung betont kostspielige Vorsorgemaßnahmen und ständige Wachsamkeit.
In Nordamerika wird die Tiergesundheitsdebatte von regulatorischen Konflikten geprägt: Kanadische Behörden warnen vor Ausbrüchen der Pseudorabies in US-Schweinebeständen, während Millionen von Wählern in Kalifornien und Massachusetts Gesetze zum Verbot von Kastenständen für Sauen verabschiedet haben – nur um zu erleben, dass der Kongress versucht, sie zu kippen. Der Tierhaltungsindustrie wird vorgeworfen, mit Klagen und Bundesgesetzen gegen vernünftige Tierschutzstandards zu kämpfen, was einen erbitterten Streit zwischen Verbraucherwillen und Unternehmensinteressen entfacht.
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