
Afrikas Schiedsrichter des Jahres von WM ausgeschlossen: Rätsel um US-Einreiseverbot
Der somalische Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan, erst vor wenigen Monaten zum besten Unparteiischen Afrikas gekürt, ist nach einem spektakulären Eklat von der Weltmeisterschaft 2026 ausgeschlossen worden. US-Behörden verweigerten dem 38-Jährigen bei seiner Ankunft in Miami die Einreise, obwohl er im Besitz eines gültigen Visums war. Der Internationale Fußballverband FIFA zog daraufhin seine Nominierung zurück. Artan, der als erster Somali überhaupt ein WM-Spiel hätte leiten sollen, kehrte am Mittwoch in die Hauptstadt Mogadischu zurück, wo er von einer jubelnden Menschenmenge empfangen wurde. „Ich bin nicht verärgert“, sagte er vor Reportern. „Ich werde weiter hart arbeiten. Bei der nächsten WM werden wir neue Höhen erreichen und Geschichte schreiben.“
Die Hintergründe des Einreiseverbots bleiben unklar, doch somalische Journalisten berichten unter Berufung auf Geheimdienstkreise von einer elfeinhalbstündigen Durchsuchung von Artans Mobiltelefon. Dabei seien Kontaktdaten und Nachrichten mit dem Chef des somalischen Geheimdienstes NISA, Mahad Salad, sowie dem Hafenminister Abdulkadir Mohamed Nur, genannt „Jaamac“, gefunden worden. Beide Männer stehen nach US-Erkenntnissen im Verdacht, Verbindungen zur islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab zu unterhalten. Aus Washingtoner Sicht könnte dies die Sicherheitsbedenken erklären, die zur Ausweisung führten. Offiziell äußerte sich das US-Heimatschutzministerium nicht zu dem Fall; ein Sprecher verwies lediglich auf die Vertraulichkeit von Einreiseentscheidungen.
In Somalia hat der Vorfall eine Welle der Empörung und Solidarität ausgelöst. Ein Geschäftsmann startete eine Spendenkampagne mit dem Ziel, Artan eine Million Dollar als Anerkennung zu überreichen – und eröffnete sie selbst mit 100.000 Dollar. Die Aktivistin Hiba Shukri sprach von einem „beeindruckenden Zusammenhalt des somalischen Volkes“. Die Affäre wirft ein Schlaglicht auf das angespannte Verhältnis zwischen Mogadischu und Washington: Die USA betrachten die somalische Regierung zwar als Partner im Kampf gegen den Terrorismus, doch die undurchsichtigen Verbindungen einiger ihrer Mitglieder zu Al-Shabaab nähren Misstrauen. Beobachter in Ostafrika fragen sich, ob Artan zum Bauernopfer geopolitischer Spannungen wurde – und ob die FIFA nicht längst hätte eingreifen müssen, um ihren eigenen Regeln Geltung zu verschaffen.
| Arabische Golfpresse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.20 | neutral |
The Arab Gulf press highlights the case of the Somali referee excluded from the World Cup after being denied entry to the United States. It emphasizes suspicion that the decision was linked to alleged contacts with Somali intelligence discovered during a phone search. The narrative stresses popular solidarity and a fundraising campaign for the referee, portraying him as a victim of unfair treatment.
The Levantine and Maghreb Arab press reports the Somali referee's return home after the exclusion, with a more detached tone. It gives voice to the referee himself, who says he is not discouraged and promises to participate in the next World Cup. The coverage focuses on the festive welcome in Mogadishu, without delving into the reasons for the American refusal.
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