
Alexei Pimanow, langjähriger Moderator der Sendung „Mensch und Gesetz“, ist tot
Der russische Fernsehjournalist, Regisseur und langjährige Moderator der Sendung „Mensch und Gesetz“, Alexei Pimanow, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Wie der Erste Kanal am Dienstag mitteilte, habe sein Herz versagt. Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Andrei Beloussow sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus – ein Zeichen dafür, wie sehr Pimanow in den vergangenen Jahrzehnten zum öffentlich-rechtlichen Erscheinungsbild des Kreml beigetragen hatte. Aus Moskauer Sicht war er nicht nur ein Moderator, sondern eine Institution, die Recht und Ordnung im sowjetischen wie postsowjetischen Fernsehen verkörperte.
Pimanow begann seine Karriere 1986 als Videoingenieur beim Staatsfernsehen, wurde später Kameramann und wechselte dann in die Redaktion gesellschaftspolitischer Sendungen. Seit 1996 stand er vor der Kamera der Sendung „Mensch und Gesetz“, die er prägte wie kaum ein anderer. Die Reihe, die sich mit Kriminalität, Justiz und gesellschaftlichen Missständen befasste, erreichte in Russland über Jahrzehnte ein Millionenpublikum und galt als eine der langlebigsten Formate des Ersten Kanals. Pimanow verstand es, juristische Stoffe mit einem moralisch eindeutigen Ton zu versehen, der den Machthabern in Moskau stets genehm war.
Über das Moderieren hinaus wirkte er als Produzent und Drehbuchautor für Dokumentar- und Spielfilme. Seit 2013 leitete er zudem den Medienkonzern „Krasnaja Swesda“ (Roter Stern), der zum Verteidigungsministerium gehört und militärpatriotische Inhalte verbreitet. Damit war Pimanow eine Schlüsselfigur an der Schnittstelle zwischen staatlicher Propaganda und traditionellem Journalismus. Aus Sicht westlicher Beobachter verkörperte er jenen Typus des loyalen Staatsfernsehens, der in autoritären Systemen für die Deutungshoheit über Recht und Unrecht sorgt – ein Kontrast zu den öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die auf Unabhängigkeit und pluralistische Berichterstattung verpflichtet sind.
Der Tod Pimanows hinterlässt eine Lücke im russischen Fernsehbetrieb. Das Format „Mensch und Gesetz“ ist zwar nicht an seine Person gebunden, doch sein langjähriger Einfluss auf die redaktionelle Linie wird kaum zu ersetzen sein. Medienanalysten in Moskau rechnen damit, dass der Sender die Sendung entweder mit einem neuen Gesicht fortsetzt oder sie schrittweise in ein moderneres Gewand kleidet. Die Nachricht von seinem Ableben kommt zu einem Zeitpunkt, da der Kreml die Medienlandschaft weiter strafft und kritische Stimmen zunehmend unter Druck geraten. Pimanows Vermächtnis wird daher nicht nur in den Archiven des russischen Fernsehens weiterleben, sondern auch als Symbol für die Verquickung von Justiz, Staat und öffentlicher Meinungsbildung in der Ära Putin.
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