
Trumps Reflecting-Pool-Projekt: Verhaftungen, Algen und eine offene Beweisfrage
Die Renovierung des Lincoln Memorial Reflecting Pool wird zum politischen Brennpunkt – das Weiße Haus spricht von Vandalismus, während Techniker auf Materialprobleme verweisen.
Die von Präsident Donald Trump persönlich vorangetriebene Sanierung des Reflecting Pool am Lincoln Memorial in Washington ist wenige Wochen vor dem 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten zum Gegenstand einer eskalierenden politischen und justiziellen Auseinandersetzung geworden. Nachdem das mit mehr als 14 Millionen Dollar und ohne öffentliche Ausschreibung neu beschichtete Becken kurz nach der Wiederbefüllung von Algen befallen wurde und sich die blaue Auskleidung flächig ablöste, hat die Bundespolizei US Park Police nach Angaben des Weißen Hauses sechs Personen festgenommen und sieben weitere mit Vorladungen belegt. Präsident Trump bezifferte die Zahl der Festnahmen am Dienstag auf sechs und sprach von einem „350 Fuß langen Schnitt“, der mit einem sehr scharfen Messer oder Rasierklingen vorsätzlich zugefügt worden sei.
Aus dem Weißen Haus und der Bundesstaatsanwaltschaft für den District of Columbia wird die Schadensursache einzig in kriminellen Handlungen verortet. Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, die Täter hätten „wahrscheinlich im Schutz der Dunkelheit“ gearbeitet, und drohte mit einer zehnjährigen Haftstrafe für jegliche Beschädigung oder den Versuch dazu. Die amtierende Bundesstaatsanwältin Jeanine Pirro kündigte gegenüber Fox News eine kompromisslose Strafverfolgung an. Beweise für die behaupteten Schnitte legte die Regierung bis zum Redaktionsschluss nicht vor; auf Nachfrage verwies Trump auf das Innenministerium, das die Bilder „zu gegebener Zeit“ veröffentlichen werde. Parallel dazu drohte der Präsident dem Fernsehsender ABC News mit Klagen wegen angeblicher Falschberichterstattung über den Zustand des Beckens.
Demgegenüber verweisen die mit der Ausführung betrauten Unternehmen sowie von Medien befragte Fachleute auf technische und biologische Faktoren. Der Auftragnehmer Atlantic Industrial Coatings erklärte, es handle sich um „sehr kleine Teilbereiche“ des sieben Hektar großen Projekts, die keine grundsätzliche Fehlfunktion der Beschichtung anzeigten; die Reparaturen erfolgten im Rahmen der Gewährleistung, sobald das Becken abgelassen sei. Der Vizepräsident des Materiallieferanten Rhino Linings, Francois Rivard, sagte gegenüber Politico, die Arbeiten würden „Wochen, nicht Jahre“ dauern und keinesfalls vor den Feierlichkeiten abgeschlossen sein. Medienberichten zufolge könnte zudem die schwere Präsidentenkolonne, die während der Bauphase über den trockenen Beckenboden fuhr, zur Beschädigung der noch nicht ausgehärteten Beschichtung beigetragen haben. Der festgenommene frühere Olympiakanute David Hearn bestritt gegenüber BBC und NBC jegliche Zerstörung; er habe lediglich ein bereits loses Stück der Beschichtung berührt und sei daraufhin fünf Stunden festgehalten worden.
Die Vorgänge um den Reflecting Pool fügen sich in ein Muster, das in einem soeben erschienenen Buch der New-York-Times-Korrespondenten Maggie Haberman und Jonathan Swan („Regime Change“) als eine von persönlichen Impulsen und loyalistischem Umfeld geprägte Regierungsweise beschrieben wird. Das Weiße Haus hat die Sicherheitspräsenz an der National Mall durch Nationalgarde, Park Police und installierte Überwachungskameras verstärkt. Die für die kommenden Tage geplante Teilentleerung des Beckens wird nach Darstellung Trumps „unmittelbar vor oder nach dem 4. Juli“ erfolgen; eine vollständige Instandsetzung vor dem Jubiläum ist damit ausgeschlossen. Die Untersuchung der Park Police dauert an, während das Innenministerium die Algenbekämpfung mit Wasserstoffperoxid und einem „Nanobubbler“-System fortsetzt.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
Trumps Plan, das Reflecting Pool in 'American Flag Blue' zu färben, ist gescheitert: Algen machten das Wasser grün und die Kosten explodierten von 1,8 auf über 14 Millionen Dollar. Der Auftrag wurde ohne Ausschreibung vergeben, doch die versprochene Technologie konnte nicht verhindern, dass das Denkmal wie ein Sumpf aussieht.
Trumps Prestigeprojekt zur Renovierung des Reflecting Pool hat Kosten von 14,7 Millionen Dollar erreicht, und die Auskleidung blättert bereits ab. Das Innenministerium verglich das Abtöten von Algen bizarr mit dem Besiegen der iranischen Marine, doch das Becken bleibt ein trübes Grün.
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