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Ausgabe von 16:00 CETDonnerstag, 6. August 2026
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Donnerstag, 7. Mai 2026

Antisemitismus in Australien und Grossbritannien: Zwei Gesellschaften unter Druck

Die Royal Commission in Sydney und der Wahlkampf in London offenbaren eine Zunahme antisemitischer Vorfälle. Jüdische Bürger erleben Bedrohung im Alltag.

In Sydney hat diese Woche eine Royal Commission zur Bekämpfung des Antisemitismus ihre öffentlichen Anhörungen aufgenommen. Dabei schilderte eine jüdische Krankenschwester und Patientin, sie habe aus Angst vor Vergeltung eine Knieoperation verschoben, nachdem zwei Kollegen offen Gewalt gegen israelische Patienten angedroht hatten. Vor der Kommission berichteten Dutzende Betroffene von Beschimpfungen, Bedrohungen und tätlichen Angriffen.

Eine Café-Besitzerin schilderte die Zerstörung ihrer Existenz durch einen mutmasslichen Brandanschlag. Aus australischer Sicht verdichten sich die Hinweise, dass antisemitische Übergriffe nicht mehr bloss Einzelfälle sind, sondern systematisch die jüdische Gemeinschaft in die Defensive drängen. Ein unabhängiger Kandidat für das Oberhaus von New South Wales musste seine Online-Werbekampagne abbrechen, weil sie mit Hasskommentaren und Verschwörungstheorien überflutet wurde – von ‚Zionisten-Beschimpfungen‘ bis hin zur Behauptung, der 7.

Oktober sei eine Inszenierung gewesen. Ein jüdischer Rettungssanitäter berichtete, ein Patient habe den Hitlergruss gezeigt. Ein Holocaust-Überlebender, der einst nach Australien floh, fürchte heute wieder, sich als Jude zu erkennen zu geben.

In Grossbritannien ist der Antisemitismus ebenfalls zum dominierenden Thema der Kommunal- und Regionalwahlen geworden. Politiker werfen sich gegenseitig vor, Hass zu schüren oder zu bagatellisieren. Statt über Müllabfuhr und Schulgebühren zu streiten, bestimmen Vorwürfe des Rassismus und der Hetze den Wahlkampf.

Aus Londoner Perspektive zeigt sich, wie sehr die Debatte um den Nahostkonflikt die politische Kultur infiziert hat. Beobachter in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfolgen diese Entwicklungen mit Sorge. In allen drei Ländern sind antisemitische Vorfälle seit dem 7.

Oktober 2023 sprunghaft angestiegen. Die australischen und britischen Erfahrungen könnten als Warnung dienen: Wo politische Lager den Kampf gegen Judenhass für eigene Zwecke instrumentalisieren, verlieren die betroffenen Gemeinschaften das Vertrauen in den Rechtsstaat. Die Royal Commission in Sydney wird voraussichtlich Empfehlungen zur Stärkung des Strafrechts und der Präventionsarbeit vorlegen.

Der Ausgang der britischen Wahlen wird zeigen, ob die Parteien bereit sind, über parteipolitische Schuldzuweisungen hinauszugehen. Für jüdische Bürger in beiden Ländern bleibt die Lage prekär – sie wünschen sich keine Sonderbehandlung, sondern schlicht die Rückkehr eines Klimas, in dem man seine Identität nicht verstecken muss.

Aktuell
Israel erhebt Anklage gegen Siedler wegen Tötung eines Palästinensers·Argentinien erklärt 15. Juli zum Tag der Nationalmannschaften – Erinnerung an späten Halbfinal-Coup gegen England·Die Katze im Wandel: Was die Forschung über Domestikation und Wohlbefinden weiß·Apollo übernimmt EasyJet für 5,7 Milliarden Pfund nach Bietergefecht·Betrug mit Ferienwohnungen an der Adria: Über 120 Familien betroffen·X-Produktchef Nikita Bier tritt zurück – Musk dankt für Beitrag·Stromausfall in Manchester legt weite Teile des britischen Schienennetzes lahm·Huthi-Angriffe auf Regierungslager: Mindestens 30 Tote in Marib und Hadramaut·Israel erhebt Anklage gegen Siedler wegen Tötung eines Palästinensers·Argentinien erklärt 15. Juli zum Tag der Nationalmannschaften – Erinnerung an späten Halbfinal-Coup gegen England·Die Katze im Wandel: Was die Forschung über Domestikation und Wohlbefinden weiß·Apollo übernimmt EasyJet für 5,7 Milliarden Pfund nach Bietergefecht·Betrug mit Ferienwohnungen an der Adria: Über 120 Familien betroffen·X-Produktchef Nikita Bier tritt zurück – Musk dankt für Beitrag·Stromausfall in Manchester legt weite Teile des britischen Schienennetzes lahm·Huthi-Angriffe auf Regierungslager: Mindestens 30 Tote in Marib und Hadramaut·
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Donnerstag, 7. Mai 2026

Antisemitismus in Australien und Grossbritannien: Zwei Gesellschaften unter Druck

Die Royal Commission in Sydney und der Wahlkampf in London offenbaren eine Zunahme antisemitischer Vorfälle. Jüdische Bürger erleben Bedrohung im Alltag.

In Sydney hat diese Woche eine Royal Commission zur Bekämpfung des Antisemitismus ihre öffentlichen Anhörungen aufgenommen. Dabei schilderte eine jüdische Krankenschwester und Patientin, sie habe aus Angst vor Vergeltung eine Knieoperation verschoben, nachdem zwei Kollegen offen Gewalt gegen israelische Patienten angedroht hatten. Vor der Kommission berichteten Dutzende Betroffene von Beschimpfungen, Bedrohungen und tätlichen Angriffen.

Eine Café-Besitzerin schilderte die Zerstörung ihrer Existenz durch einen mutmasslichen Brandanschlag. Aus australischer Sicht verdichten sich die Hinweise, dass antisemitische Übergriffe nicht mehr bloss Einzelfälle sind, sondern systematisch die jüdische Gemeinschaft in die Defensive drängen. Ein unabhängiger Kandidat für das Oberhaus von New South Wales musste seine Online-Werbekampagne abbrechen, weil sie mit Hasskommentaren und Verschwörungstheorien überflutet wurde – von ‚Zionisten-Beschimpfungen‘ bis hin zur Behauptung, der 7.

Oktober sei eine Inszenierung gewesen. Ein jüdischer Rettungssanitäter berichtete, ein Patient habe den Hitlergruss gezeigt. Ein Holocaust-Überlebender, der einst nach Australien floh, fürchte heute wieder, sich als Jude zu erkennen zu geben.

In Grossbritannien ist der Antisemitismus ebenfalls zum dominierenden Thema der Kommunal- und Regionalwahlen geworden. Politiker werfen sich gegenseitig vor, Hass zu schüren oder zu bagatellisieren. Statt über Müllabfuhr und Schulgebühren zu streiten, bestimmen Vorwürfe des Rassismus und der Hetze den Wahlkampf.

Aus Londoner Perspektive zeigt sich, wie sehr die Debatte um den Nahostkonflikt die politische Kultur infiziert hat. Beobachter in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfolgen diese Entwicklungen mit Sorge. In allen drei Ländern sind antisemitische Vorfälle seit dem 7.

Oktober 2023 sprunghaft angestiegen. Die australischen und britischen Erfahrungen könnten als Warnung dienen: Wo politische Lager den Kampf gegen Judenhass für eigene Zwecke instrumentalisieren, verlieren die betroffenen Gemeinschaften das Vertrauen in den Rechtsstaat. Die Royal Commission in Sydney wird voraussichtlich Empfehlungen zur Stärkung des Strafrechts und der Präventionsarbeit vorlegen.

Der Ausgang der britischen Wahlen wird zeigen, ob die Parteien bereit sind, über parteipolitische Schuldzuweisungen hinauszugehen. Für jüdische Bürger in beiden Ländern bleibt die Lage prekär – sie wünschen sich keine Sonderbehandlung, sondern schlicht die Rückkehr eines Klimas, in dem man seine Identität nicht verstecken muss.

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