
Umrah-Skandal in Indonesien: Prominente als Zeugen im Fall Hanania Travel
Ein Reiseveranstalter soll rund 60 Milliarden Rupiah veruntreut haben; mehrere Prominente wurden als Zeugen vernommen.
In Indonesien sorgt ein schwerer Betrugsfall im Umrah-Reisegeschäft für Aufsehen. Die Firma Hanania Travel (PT Khazanah Tamma International) soll rund 60 Milliarden Rupiah (etwa 3,6 Millionen Euro) von tausenden Pilgern veruntreut haben, die auf eine Reise nach Mekka gehofft hatten. Die Direktoren des Unternehmens wurden bereits als Tatverdächtige wegen Betrugs, Unterschlagung und Geldwäsche festgenommen. Der Fall hat eine breite öffentliche Debatte über mangelnde Regulierung und wiederkehrende Skandale in der Umrah-Branche ausgelöst, die nach Ansicht von Beobachtern in Jakarta strukturelle Ursachen hat.
Mehrere prominente Persönlichkeiten wurden von der Polizei als Zeugen vorgeladen, darunter das Influencer-Paar Thariq Halilintar und Aaliyah Massaid sowie der Selebgram Keanu Angelo und der Moderator Anwar Sanjaya, bekannt als Anwar BAB. Thariq und Aaliyah betonten, sie hätten die Reise selbst bezahlt – fast 170 Millionen Rupiah – und nicht als Werbegeschenk erhalten. Aaliyah zeigte sich tief betroffen von den Schicksalen der Geschädigten, die jahrelang für die Reise gespart hätten. Anwar BAB gab an, das von der Firma erhaltene Taschengeld freiwillig an die Ermittler zurückgegeben zu haben, um zur Wiedergutmachung beizutragen. Keanu Angelo, der vor zwei Jahren eine Kooperation mit Hanania hatte, suchte nach seiner Vernehmung die Abgeordnete Rieke Diah Pitaloka auf, um seine Rolle zu erläutern.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Anfälligkeit des Umrah-Marktes für Missbrauch. Aus Sicht von Branchenkennern in Jakarta wiederholen sich derartige Skandale, weil die Aufsicht über Reiseveranstalter unzureichend ist und viele Pilger aus Vertrauen in religiöse Angebote auf Sicherheitsvorkehrungen verzichten. Die Polizei ermittelt nun auch, ob die Prominenten wissentlich oder unwissentlich zur Täuschung der Kunden beigetragen haben. Für die Geschädigten bleibt die Hoffnung auf Rückerstattung ihrer Ersparnisse, während die Behörden vor der Herausforderung stehen, das Vertrauen in die Umrah-Branche wiederherzustellen.
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