
Argentinien im Griff extremer Wetterwarnungen: Schneechaos in Patagonien und Unwetter im Norden
Orangefarbene Warnungen vor massiven Schneefällen und Orkanböen in den Andenregionen, während Gewitter mit Starkregen den subtropischen Norden bedrohen – ein Blick auf die Wetterlage in Südamerika und Europa am 11. Juni.
Der südamerikanische Winter beginnt mit geballter Kraft: Der argentinische Wetterdienst (SMN) hat für mehrere Provinzen die zweithöchste Warnstufe ausgerufen. Besonders betroffen sind die patagonischen Regionen Río Negro und Chubut, wo ab dem späten Vormittag des 11. Juni orangefarbene Warnungen wegen intensiver Schneefälle gelten. In den Hochlagen werden binnen weniger Stunden 40 bis 60 Zentimeter Neuschnee erwartet, begleitet von orkanartigen Windböen, die Spitzengeschwindigkeiten von über 90 Kilometer pro Stunde erreichen können. Die Kombination aus starkem Schneefall und Wind führt zu erheblicher Sichtbehinderung durch Schneeverwehungen – eine gefährliche Situation für den Verkehr und abgelegene Gemeinden.
Weniger dramatisch, aber dennoch wetterwirksam gestaltet sich die Lage in den benachbarten Provinzen Santa Cruz und Neuquén. Hier hat der SMN gelbe Warnungen für anhaltenden Schneefall mit Akkumulationen von 10 bis 20 Zentimetern sowie für starke Westwinde ausgegeben. Auch der Norden Argentiniens bleibt nicht verschont: In der Provinz Misiones treten ab dem Nachmittag teils kräftige Gewitter mit Hagel, häufigen Blitzen und Niederschlagsmengen von 50 bis 70 Millimetern auf. Für Catamarca und Tucumán gelten gelbe Regenwarnungen mit ähnlichen Niederschlagssummen. Das Ballungsgebiet Buenos Aires hingegen verzeichnete bei Temperaturen um 10 bis 17 Grad lediglich feuchte Kaltluft mit Nebelfeldern und Nieselregen, bevor sich die Witterung am Nachmittag besserte. In Mendoza herrschte ruhiges, teils wolkiges Winterwetter mit einer Höchsttemperatur von 14 Grad.
Ein völlig anderes Bild bietet sich in den tropischen Regionen Venezuelas. In Städten wie Maracaibo, Ciudad Guayana oder Valencia lagen die Temperaturen auch am 11. Juni bei sommerlichen 29 bis 32 Grad, bei hoher Luftfeuchtigkeit und vereinzelten leichten Regenschauern. Von extremen Unwettern blieb das Land jedoch verschont – typisch für die dortige Regenzeit, die zwar tägliche Niederschläge bringt, aber selten zu gefährlichen Ausmaßen führt. Jenseits des Atlantiks bot Spanien eine klimatische Vielfalt: Während der Norden unter feuchten Luftmassen lag, zeigte sich Andalusien von seiner klaren und trockenen Seite. Für Mitteleuropa bringen diese Verhältnisse keine unmittelbaren Auswirkungen, doch für Reisende nach Südamerika oder Spanien ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten.
Die Wetterprognosen für die kommenden Tage deuten auf eine Fortdauer der instabilen Lage in Argentinien hin. Insbesondere die Schneefälle in Patagonien könnten noch bis in den 12. Juni andauern und durch eine südliche Winddrehung weiter verstärkt werden. Derweil bleibt es in den tropischen Zonen Südamerikas bei den jahreszeitlich üblichen, aber meist unkritischen Regenfällen. Solche Kapriolen zu Winterbeginn sind zwar nicht ungewöhnlich, jedoch unterstreichen sie die extreme klimatische Spannbreite des Subkontinents. In Europa dominiert dagegen das gewohnte Wechselspiel maritimer und kontinentaler Einflüsse – eine Wohltat der Beständigkeit im Vergleich zu den chaotischen Wetterfronten der südlichen Hemisphäre.
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