
Britischer Helfer nach möglichem Ebola-Kontakt aus dem Kongo evakuiert
Ein humanitärer Mitarbeiter wird in einem Londoner Krankenhaus isoliert überwacht, während die WHO den Ausbruch im Kongo als beispiellos schnell wachsend einstuft.
Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA hat einen humanitären Helfer aus der Demokratischen Republik Kongo nach London ausgeflogen, nachdem es bei dessen Einsatz zu einer möglichen Exposition mit dem Ebola-Virus gekommen war. Die Person, die für eine Hilfsorganisation an der Bekämpfung des Ausbruchs beteiligt war, zeigt nach Behördenangaben keine Symptome und befindet sich in einem stabilen Allgemeinzustand. Der Transport erfolgte mit einer eigens gecharterten Maschine; der Betroffene wird nun für die gesamte Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen auf einer Isolierstation eines nicht namentlich genannten Londoner Krankenhauses von Infektiologen überwacht.
Richard Pebody, Direktor für epidemische und neu auftretende Infektionen bei der UKHSA, erklärte, die Evakuierung sei „aus übergroßer Vorsicht“ veranlasst worden. Das Risiko für die allgemeine Bevölkerung im Vereinigten Königreich bleibe gering, bestätigte die Behörde. Es gebe derzeit keinen bestätigten Ebola-Fall im Land. Die UKHSA koordiniert nach eigenen Angaben mit internationalen Partnern die Rückführung britischer Staatsbürger, die einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt sein könnten.
Der Ausbruch im Kongo, der im Mai 2026 bestätigt wurde, wird von der Variante Bundibugyo dominiert, für die es nach WHO-Angaben weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt. Die Universität Oxford bereitet allerdings erste klinische Studien für einen neuen Impfstoff vor, die innerhalb weniger Wochen beginnen könnten. Der WHO-Vorfallmanager Thierno Balde berichtete, das Virus habe inzwischen fünf Provinzen erfasst, wobei die Region Ituri mit 89,1 Prozent aller Fälle und 83,9 Prozent der Todesfälle das Epizentrum bleibe. Die Behörde habe drei Übertragungsmuster identifiziert: eine anhaltend hohe Intensität in Bunia, neue Ausbreitungsherde unter anderem in Kisangani und Butembo sowie Anzeichen einer Stabilisierung in Mongbwalu und Goma.
Der Generaldirektor der Africa CDC, Jean Kaseya, warnte, der Ausbruch eskaliere rapide und könne zum schwersten dokumentierten werden, falls er nicht gestoppt werde. Die Organisation schätzt den Finanzbedarf zur Eindämmung auf 1,4 Milliarden Dollar, während afrikanische Staaten bislang rund 110 Millionen Dollar zugesagt hätten. Gleichzeitig rief Kaseya die USA dazu auf, Reisebeschränkungen für Uganda aufzuheben, da das Land seit drei Wochen keine neuen Fälle gemeldet und den letzten Patienten am 16. Juli entlassen habe. Die WHO betonte, dass mehr als 80 Prozent der Neuinfektionen außerhalb bekannter Kontaktlisten entdeckt würden, was auf zahlreiche unerkannte Übertragungsketten hindeute. Ein Streik von Gesundheitspersonal in Ituri wegen ausstehender Bezüge erschwere zudem die Arbeit vor Ort.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.20 | neutral |
A UK humanitarian worker potentially exposed to Ebola in DRC is being monitored in London as a precaution. Health authorities emphasize no confirmed cases and very low public risk. The evacuation was arranged with full safety measures.
African health authorities call for lifting travel restrictions that hinder pandemic response, emphasizing early reporting and community-level action. The focus is on strengthening health systems rather than isolating affected countries.
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