
Britische Regierung senkt Gewerbesteuer für Pubs und Musikspielstätten um 20 Prozent
Die Entlastung soll ab April 2027 rund 32.000 Betrieben jährlich etwa 1.100 Pfund einsparen, doch Opposition und Branche kritisieren die Maßnahme als unzureichend und ungedeckt.
Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat eine Senkung der Gewerbesteuer (business rates) um 20 Prozent für Pubs, Klubs und Live-Musikspielstätten in England angekündigt. Die Maßnahme, die ab April 2027 in Kraft treten soll, wird nach Regierungsangaben rund 32.000 Betrieben zugutekommen und einem durchschnittlichen Pub eine jährliche Ersparnis von etwa 1.100 Pfund (rund 1.300 Euro) bringen. Die Kosten für den Staatshaushalt werden auf 100 Millionen Pfund pro Jahr beziffert.
Die Regierung begründet den Schritt als „ersten, aber wichtigen Schritt“, um das Gasthaussterben zu stoppen. Burnham erklärte, Pubs seien „unser Erbe“ und „das Herz unserer Gemeinden“. Finanziert werden soll die Entlastung nach Darstellung des Schatzamts durch die Streichung von Steuererleichterungen für Wettbüros und E-Zigaretten-Läden, die „sozialen Schaden“ verursachten, sowie durch ein schärferes Vorgehen gegen Online-Unternehmen, die keine Mehrwertsteuer entrichten.
Die oppositionelle Konservative Partei kritisierte die Ankündigung als bereits dritte ungedeckte Ausgabenzusage binnen drei Tagen. Der konservative Abgeordnete Matt Vickers verwies darauf, dass Labour zuvor eine 75-prozentige Ermäßigung für das Gastgewerbe gestrichen habe und nun nur 20 Prozent zurückgebe. Parteichefin Kemi Badenoch warf Burnham vor, sich wie ein Bürgermeister zu verhalten, der mit fremdem Geld wahllos Wohltaten verteile, und forderte Klarheit über die Finanzierung. In der Branche fielen die Reaktionen gemischt aus: Während der Music Venue Trust von einem „ermutigenden ersten Schritt“ sprach, bezeichneten der Gastronom Ian Hoskins und der Fernsehkoch Tom Kerridge die Entlastung als „Tropfen auf den heißen Stein“. Der Unternehmer Nick Beardshaw nannte sie ein „politisches Manöver“, das zu gering sei, um Betriebe zu retten.
Die Steuersenkung ist Teil einer Serie von Sofortmaßnahmen, mit denen Burnham nach seinem Amtsantritt am Montag die Lebenshaltungskosten dämpfen will. Zuvor hatte er bereits die Deckelung von Busfahrkarten auf zwei Pfund und die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Haushaltsstrom angekündigt. Der Premierminister steht unter Druck, das von Labour bei der Wahl im Juli 2024 versprochene Wirtschaftswachstum zu liefern. Die Debatte über die Gegenfinanzierung dürfte sich bis zur Vorlage des Herbsthaushalts zuspitzen, in dem Burnham weitere steuerliche Weichenstellungen erwarten lässt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.60 | aligned |
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| Chinesische Presse | 0.00 | neutral |
The new Premier Burnham is celebrated as a reformer: his premiership is marked by devolving power from Whitehall and tax cuts that reward local businesses, such as the 20% reduction for pubs. The narrative presents him as a grassroots leader who combines efficiency with listening. The emphasis is on breaking with the past and a promise of region-led growth.
The Chinese press completely ignores the story, focusing instead on regional geopolitics (Chinese tankers in the Red Sea) and local Hong Kong events. The omission reveals a priority scale that excludes British fiscal policy, perceived as irrelevant to Chinese interests.
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