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Ausgabe von 20:00 CETSamstag, 1. August 2026
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Dienstag, 12. Mai 2026

Cannes-Juror geißelt Hollywoods Umgang mit Gaza-Kritikern

Der schottische Drehbuchautor Paul Laverty prangert die Ächtung von Schauspielern an, die sich gegen den Gaza-Krieg ausgesprochen haben – und fordert ein Umdenken der Branche.

Mit ungewöhnlicher Deutlichkeit hat ein Mitglied der Wettbewerbsjury von Cannes die Filmindustrie frontal angegriffen. Paul Laverty, zweifacher Gewinner der Goldenen Palme als Drehbuchautor von Ken Loach, nutzte die offizielle Pressekonferenz des Festivals, um Hollywoods Umgang mit prominenten Kritikern des Gaza-Kriegs zu brandmarken. „Schande über Hollywood, Menschen wie Susan Sarandon, Javier Bardem und Mark Ruffalo auf eine schwarze Liste zu setzen, nur weil sie sich gegen die Tötung von Frauen und Kindern in Gaza aussprechen“, sagte der Schotte, der selbst im vergangenen Jahr bei einer propalästinensischen Demonstration festgenommen worden war. Das Festival unterstrich seinen Seitenhieb, indem es auf seinem diesjährigen Plakat ein Bild von Sarandon aus dem Film „Thelma & Louise“ verwendete – eine bewusste Solidaritätsbekundung der Festivalleitung.

Aus Washingtoner Sicht ist Lavertys Vorstoß ein weiteres Indiz für die tiefe Polarisierung, die der Nahostkonflikt in der amerikanischen Unterhaltungsbranche ausgelöst hat. Während in Hollywood das Schweigen vieler Studioverantwortlicher über die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen als Anpassung an die politische Großwetterlage gedeutet wird, geraten Künstler, die ihre Stimme erheben, zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Sarandon verlor ihren Agenturvertrag, nachdem sie im Februar ein Waffenstillstandsabkommen gefordert hatte; auch Bardem und Ruffalo berichten von ausbleibenden Rollenangeboten. Beobachter in Peking und Teheran wiederum sehen in den Vorfällen einen Beleg für die Doppelmoral westlicher Kulturinstitutionen, die Meinungsfreiheit predigten, sie aber im Konfliktfall opportu­nistisch einschränkten.

Für den deutschsprachigen Raum, der traditionell eine kritische Distanz zu Hollywoods politischer Linie pflegt, wirft der Fall grundsätzliche Fragen auf. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die Debatte um künstlerische Freiheit und Boykottaufrufe angesichts der eigenen NS-Vergangenheit und des postkolonialen Erbes besonders sensibel geführt. Lavertys Bezug auf Shakespeare – „Es ist die Plage unserer Zeit, wenn die Verrückten die Blinden führen“ – liest sich wie eine Warnung vor der zunehmenden Instrumentalisierung des Kulturbetriebs durch politische Lager. Während das Festival in Cannes mit seiner Geste eine Gegenposition zur amerikanischen Studiomaschinerie bezieht, bleibt offen, ob dieser Impuls über den roten Teppich hinaus Wirkung entfalten kann. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Druck der öffentlichen Meinung ausreicht, um eine Korrektur in einer Branche zu erzwingen, die sich gerne als progressiv gibt, aber in heiklen geopolitischen Fragen oft verstummt.

Divergenz — wer erzählt sie wie
12%Niedrig
3 Blöcke · Positionen von −0.80 bis −0.50
KritischWohlwollend
EURATLLAT
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse−0.80critical
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.50critical
Lateinamerikanische Presse−0.70critical
Kontinentaleuropäische Presse−0.80

Die Jury von Cannes prangert die schwarze Liste Hollywoods gegen Schauspieler wie Sarandon, Bardem und Ruffalo wegen ihrer Gaza-Kritik an. Das Festival wird als Bollwerk der Meinungsfreiheit dargestellt, im Gegensatz zur Zensur und Angst in der US-Industrie. Der Vorfall wird als Konflikt zwischen europäischen Werten und amerikanischem politischem Druck gerahmt.

EmpörungAlarmOpferrolle
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.50

Ein Jury-Mitglied in Cannes kritisiert offen Hollywoods schwarze Liste gegen Stars wie Sarandon, Bardem und Ruffalo nach ihren Gaza-Äußerungen. Der Beitrag hebt die Abwesenheit der großen US-Studios beim Festival hervor, die als Zeichen von Selbstzensur gedeutet wird. Der Ton ist anklagend, aber sachlich, ohne eine vollständige Verurteilung des Hollywood-Systems.

EmpörungPragmatismus
Lateinamerikanische Presse−0.70

Der Drehbuchautor Paul Laverty prangert die schändliche Ächtung von Schauspielern wie Sarandon, Bardem und Ruffalo an, weil sie Gaza verteidigt haben. Die Nachricht wird mit einem Ton der Verurteilung Hollywoods berichtet, wobei die Solidarität mit den bestraften Künstlern betont wird. Der Schwerpunkt liegt auf Zensur und der Angst, kritische Meinungen zu Israel zu äußern.

EmpörungOpferrolle
Aktuell
Iran droht USA mit entschlossener Vergeltung nach Trumps Angriffsdrohungen·Nicole Polizzi unterzieht sich nach Zervixkarzinom-Diagnose einer Hysterektomie·Trump laut israelischen Medien vor Entscheidung über Militärschlag gegen Iran·Drei Tote bei Schüssen nahe einer Fast-Food-Filiale in Twin Falls, Idaho·Waldbrände in Frankreich unter Kontrolle – Lage im Var bleibt angespannt·Vozinha zögert Wechsel zu Colo-Colo hinaus – Angebote aus Marokko und Mexiko·MOF-basierter Wassergenerator startet in Barcelona – Schülerprojekte zeigen alternative Wege·Real Madrid verspielt 2:0-Führung: Remis gegen Florenz – Endrick trifft bei Rückkehr·Iran droht USA mit entschlossener Vergeltung nach Trumps Angriffsdrohungen·Nicole Polizzi unterzieht sich nach Zervixkarzinom-Diagnose einer Hysterektomie·Trump laut israelischen Medien vor Entscheidung über Militärschlag gegen Iran·Drei Tote bei Schüssen nahe einer Fast-Food-Filiale in Twin Falls, Idaho·Waldbrände in Frankreich unter Kontrolle – Lage im Var bleibt angespannt·Vozinha zögert Wechsel zu Colo-Colo hinaus – Angebote aus Marokko und Mexiko·MOF-basierter Wassergenerator startet in Barcelona – Schülerprojekte zeigen alternative Wege·Real Madrid verspielt 2:0-Führung: Remis gegen Florenz – Endrick trifft bei Rückkehr·
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Dienstag, 12. Mai 2026

Cannes-Juror geißelt Hollywoods Umgang mit Gaza-Kritikern

Der schottische Drehbuchautor Paul Laverty prangert die Ächtung von Schauspielern an, die sich gegen den Gaza-Krieg ausgesprochen haben – und fordert ein Umdenken der Branche.

Mit ungewöhnlicher Deutlichkeit hat ein Mitglied der Wettbewerbsjury von Cannes die Filmindustrie frontal angegriffen. Paul Laverty, zweifacher Gewinner der Goldenen Palme als Drehbuchautor von Ken Loach, nutzte die offizielle Pressekonferenz des Festivals, um Hollywoods Umgang mit prominenten Kritikern des Gaza-Kriegs zu brandmarken. „Schande über Hollywood, Menschen wie Susan Sarandon, Javier Bardem und Mark Ruffalo auf eine schwarze Liste zu setzen, nur weil sie sich gegen die Tötung von Frauen und Kindern in Gaza aussprechen“, sagte der Schotte, der selbst im vergangenen Jahr bei einer propalästinensischen Demonstration festgenommen worden war. Das Festival unterstrich seinen Seitenhieb, indem es auf seinem diesjährigen Plakat ein Bild von Sarandon aus dem Film „Thelma & Louise“ verwendete – eine bewusste Solidaritätsbekundung der Festivalleitung.

Aus Washingtoner Sicht ist Lavertys Vorstoß ein weiteres Indiz für die tiefe Polarisierung, die der Nahostkonflikt in der amerikanischen Unterhaltungsbranche ausgelöst hat. Während in Hollywood das Schweigen vieler Studioverantwortlicher über die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen als Anpassung an die politische Großwetterlage gedeutet wird, geraten Künstler, die ihre Stimme erheben, zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Sarandon verlor ihren Agenturvertrag, nachdem sie im Februar ein Waffenstillstandsabkommen gefordert hatte; auch Bardem und Ruffalo berichten von ausbleibenden Rollenangeboten. Beobachter in Peking und Teheran wiederum sehen in den Vorfällen einen Beleg für die Doppelmoral westlicher Kulturinstitutionen, die Meinungsfreiheit predigten, sie aber im Konfliktfall opportu­nistisch einschränkten.

Für den deutschsprachigen Raum, der traditionell eine kritische Distanz zu Hollywoods politischer Linie pflegt, wirft der Fall grundsätzliche Fragen auf. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die Debatte um künstlerische Freiheit und Boykottaufrufe angesichts der eigenen NS-Vergangenheit und des postkolonialen Erbes besonders sensibel geführt. Lavertys Bezug auf Shakespeare – „Es ist die Plage unserer Zeit, wenn die Verrückten die Blinden führen“ – liest sich wie eine Warnung vor der zunehmenden Instrumentalisierung des Kulturbetriebs durch politische Lager. Während das Festival in Cannes mit seiner Geste eine Gegenposition zur amerikanischen Studiomaschinerie bezieht, bleibt offen, ob dieser Impuls über den roten Teppich hinaus Wirkung entfalten kann. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Druck der öffentlichen Meinung ausreicht, um eine Korrektur in einer Branche zu erzwingen, die sich gerne als progressiv gibt, aber in heiklen geopolitischen Fragen oft verstummt.

Divergenz — wer erzählt sie wie
12%Niedrig
3 Blöcke · Positionen von −0.80 bis −0.50
KritischWohlwollend
EURATLLAT
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse−0.80critical
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.50critical
Lateinamerikanische Presse−0.70critical
Kontinentaleuropäische Presse−0.80

Die Jury von Cannes prangert die schwarze Liste Hollywoods gegen Schauspieler wie Sarandon, Bardem und Ruffalo wegen ihrer Gaza-Kritik an. Das Festival wird als Bollwerk der Meinungsfreiheit dargestellt, im Gegensatz zur Zensur und Angst in der US-Industrie. Der Vorfall wird als Konflikt zwischen europäischen Werten und amerikanischem politischem Druck gerahmt.

EmpörungAlarmOpferrolle
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.50

Ein Jury-Mitglied in Cannes kritisiert offen Hollywoods schwarze Liste gegen Stars wie Sarandon, Bardem und Ruffalo nach ihren Gaza-Äußerungen. Der Beitrag hebt die Abwesenheit der großen US-Studios beim Festival hervor, die als Zeichen von Selbstzensur gedeutet wird. Der Ton ist anklagend, aber sachlich, ohne eine vollständige Verurteilung des Hollywood-Systems.

EmpörungPragmatismus
Lateinamerikanische Presse−0.70

Der Drehbuchautor Paul Laverty prangert die schändliche Ächtung von Schauspielern wie Sarandon, Bardem und Ruffalo an, weil sie Gaza verteidigt haben. Die Nachricht wird mit einem Ton der Verurteilung Hollywoods berichtet, wobei die Solidarität mit den bestraften Künstlern betont wird. Der Schwerpunkt liegt auf Zensur und der Angst, kritische Meinungen zu Israel zu äußern.

EmpörungOpferrolle

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