
eBay weist 56-Milliarden-Übernahmeangebot von GameStop als unglaubwürdig zurück
Der Online-Marktplatz lehnt das feindliche Angebot des Videospielhändlers ab – Zweifel an der Finanzierung und den operativen Risiken einer Fusion.
Das Übernahmeangebot des Videospielhändlers GameStop für den Online-Marktplatz eBay ist gescheitert. Der Vorstand des kalifornischen Konzerns bezeichnete das am Dienstag eingegangene, unaufgeforderte Angebot als „weder glaubwürdig noch attraktiv”. In einem öffentlich gemachten Schreiben an GameStop-Chef Ryan Cohen verwies eBay auf die unsichere Finanzierung des Deals, die hohe Verschuldung sowie die operativen Risiken einer Zusammenführung der beiden Unternehmen. Die Offerte, die eBay mit 125 Dollar pro Aktie und damit insgesamt rund 56 Milliarden Dollar bewertete, hatte bereits unter Analysten Skepsis ausgelöst: GameStop, das selbst nur eine Marktkapitalisierung von etwa zwölf Milliarden Dollar aufweist, wollte einen fast viermal größeren Konzern schlucken.
Aus amerikanischer Sicht steht hinter der Ablehnung auch das Vertrauen in die eigene Restrukturierung. eBay hatte zuletzt unter der Konkurrenz von Amazon, Etsy und Temu gelitten, aber eine Kehrtwende eingeleitet, die nach eigenen Angaben wieder nachhaltiges Wachstum bringt. Dass GameStop – ein sogenannter Meme-Stock, dessen Kurs von Privatanlegern getrieben wird – die Kontrolle übernehmen soll, erschien vielen Beobachtern in New York und an der Westküste abwegig. In Reaktion auf die Absage fielen die Aktien beider Unternehmen im vorbörslichen Handel: eBay um ein Prozent, GameStop sogar um mehr als vier Prozent.
In Europa, insbesondere im deutschsprachigen Raum, wird die Entwicklung mit gemischten Gefühlen verfolgt. eBay betreibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine der führenden Handelsplattformen; eine Übernahme durch einen US-Videospielhändler hätte tiefgreifende Folgen für Millionen von Privatverkäufern und gewerblichen Nutzern gehabt. Zwar sind die direkten operativen Auswirkungen auf die europäischen Tochtergesellschaften zunächst gering, doch zeigt die Ablehnung, wie sehr der Marktplatz auf Eigenständigkeit setzt. Analysten in Frankfurt und Zürich weisen darauf hin, dass die von GameStop angedeutete Möglichkeit einer feindlichen Übernahme noch nicht vom Tisch ist: Der Händler hält bereits fünf Prozent der eBay-Aktien und könnte einen direkten Appell an die Aktionäre wagen.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob GameStop-Chef Cohen seinen angekündigten Plan umsetzt, den Druck auf den eBay-Vorstand zu erhöhen. Aus Pekinger Perspektive, wo der chinesische Konzern Alibaba mit seinen Marktplätzen ebenfalls in die Bresche springen könnte, beobachtet man die transatlantische Übernahmeschlacht mit Interesse. Sollte GameStop tatsächlich einen feindlichen Versuch starten, dürfte dies nicht nur die Finanzierungsfrage neu aufwerfen, sondern auch kartellrechtliche Hürden in mehreren Jurisdiktionen nach sich ziehen. Für eBay steht indes viel auf dem Spiel: Die eigene Wachstumsstrategie muss sich nun gegen die anhaltende Volatilität der Meme-Aktien und die Unsicherheit über die Aktionärsstruktur behaupten.
| Russische & GUS-Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.40 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
Die russische Presse berichtet über die Ablehnung des GameStop-Angebots durch eBay mit distanziertem Ton und betont die Zweifel an der Finanzierung und die Marktkapitalisierungslücke. Die Rolle des Milliardärs Ryan Cohen und seine Platzierung im Forbes-Ranking werden erwähnt. Die Nachricht wird als normales Marktereignis behandelt, ohne emotionale Betonung.
Die kontinentaleuropäische Presse, insbesondere deutschsprachige Medien, berichtet über die Ablehnung durch eBay mit einem pragmatischen und skeptischen Ton. Die Ungläubigkeit des Verwaltungsrats hinsichtlich der Glaubwürdigkeit und Attraktivität des Angebots sowie die Finanzierungsunsicherheit werden betont. Der Fokus liegt auf der soliden aktuellen Strategie von eBay und seiner Marktposition.
Die atlantische Wirtschaftspresse analysiert die Ablehnung durch eBay mit einer Mischung aus Skepsis und Pragmatismus. Die Diskrepanz bei der Marktkapitalisierung und die Zweifel der Analysten an der Machbarkeit des Angebots werden hervorgehoben. Die Erzählung konzentriert sich auf die strategischen Motive von GameStop und die defensive Reaktion von eBay, mit Blick auf mögliche Folgen für die Aktionäre.
Die marktorientierte lateinamerikanische Presse berichtet über die Ablehnung durch eBay mit einem skeptischen und pragmatischen Ton. Das unaufgeforderte Angebot und die negative Reaktion des eBay-Verwaltungsrats, der es als nicht glaubwürdig bezeichnete, werden hervorgehoben. Die Möglichkeit eines feindlichen Übernahmeangebots von GameStop wird erwähnt, wobei die Ambitionen von CEO Ryan Cohen, mit Amazon zu konkurrieren, betont werden.
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