
Ein „Simpsons“-Prophet und eine Verschwörungspodcasterin: Die ersten Bewerber für das Weiße Haus 2028
Dan Greaney, Drehbuchautor der Simpsons, kandidiert als progressiver Republikaner. Parallel dazu gewinnt Candace Owens in Fokusgruppen an Zuspruch. Beide verkörpern eine neue Stufe der Entertainisierung der amerikanischen Politik.
Mit einem theatralischen Video hat der „Simpsons“-Autor Dan Greaney seine Präsidentschaftskandidatur für 2028 angekündigt. In einem Zaubererkostüm geißelte er zunächst das politische Establishment: „Trump, Vance, die Milliardäre, Karrieristen und Feiglinge in beiden Parteien haben den Vereinigten Staaten den Rücken gekehrt“, erklärte der 61-Jährige, legte die Verkleidung ab und fügte hinzu: „Zum Teufel, ich kann auch Politiker sein.“ Greaney, der die Folge aus dem Jahr 2000 schrieb, in der eine Präsidentin Lisa Simpson die finanziellen Scherben ihres Vorgängers Trump beseitigen muss, tritt nun als selbsternannter „progressiver Republikaner“ an – ein Etikett, das die herkömmlichen Parteigrenzen unterläuft.
Fast zeitgleich rückt eine weitere unkonventionelle Figur in den Fokus der amerikanischen Politik. Die rechte Podcasterin Candace Owens, bekannt für Verschwörungstheorien bis hin zur Behauptung, Frankreichs First Lady sei transsexuell, findet laut Fokusgruppen des republikanischen Strategen Sarah Longwell erstaunlichen Zuspruch bei verschiedenen Wählerschichten. Teilnehmer beschreiben sie als „bodenständig“ und „artikuliert“. Owens’ wachsende Popularität – trotz früherer harscher Kritik Donald Trumps, der eine von Künstlicher Intelligenz generierte Karikatur teilte – deutet darauf hin, dass die Republikanische Partei 2028 erneut mit einer Kandidatin aus dem Mediensektor rechnen muss.
Aus Moskauer Sicht wird Greaneys Bewerbung vor allem durch die Linse der vermeintlichen Prophetie rezipiert. Das russische Medium Lenta.ru verweist auf die legendäre „Simpsons“-Episode und nennt den Serienschöpfer Matt Groening – nicht Greaney – einen Propheten, ein Detail, das die internationale Faszination für das Narrativ der vorausgesehenen Trump-Präsidentschaft unterstreicht. In Washington sorgt die frühe Kandidatur sowohl für Belustigung als auch für Besorgnis bei jenen, die einen weiteren Zersetzungsprozess der politischen Mitte befürchten. Für Berlin, Wien und andere europäische Hauptstädte ist der Blick auf diese Entwicklung von der Sorge getrieben, dass sich das transatlantische Verhältnis durch unberechenbares politisches Personal weiter destabilisieren könnte.
Die Kandidaturen von Greaney und Owens zeigen, wie endgültig die Grenzen zwischen Unterhaltung und Politik verschwimmen. Während der Drehbuchautor die Enttäuschung über beide große Parteien kanalisiert und mit dem Label des progressiven Republikaners einen dritten Weg suggeriert, spricht Owens ein Segment an, das sich von der etablierten Konservativenbewegung nicht mehr repräsentiert fühlt. Für Europa bedeutet dies, dass der lange Wahlkampf bis 2028 von Akteuren geprägt sein dürfte, die die politische Mitte weiter aushöhlen und die Berechenbarkeit amerikanischer Außenpolitik zum wiederholten Male infrage stellen.
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | +0.10 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.40 | critical |
| Chinesische Presse | −0.50 | critical |
Ein Simpsons-Autor, der Trumps Aufstieg 'vorhersagte', beansprucht nun prophetische Einsicht und kündigt seine eigene Präsidentschaftskandidatur für 2028 an, mit dem Versprechen eines Amerikas für alle. Die theatralische Videoankündigung unterstreicht die Vermischung von Unterhaltung und Politik in den USA.
Der Simpsons-Autor, bekannt für die Episode, die Trumps Präsidentschaft 'vorhersagte', kandidiert 2028 als progressiver Republikaner. In einem schrulligen Social-Media-Video verkleidete er sich und verkündete 'Der Tag des Jüngsten Gerichts ist da', eine Mischung aus Satire und politischer Botschaft.
Ein ehemaliger Simpsons-Autor, bekannt für eine Handlung, die zufällig Trump vorwegnahm, startet eine satirische, aber ernsthafte Kampagne für 2028. Sein Label 'progressiver Republikaner' und die theatralische Ankündigung werfen Fragen zur Erosion ernsthafter politischer Diskurse im Zeitalter viraler Stunts auf.
Ein Hollywood-Comedy-Autor, der aus der zufälligen Prophezeiung eines Zeichentrickfilms Kapital schlägt, strebt nun die US-Präsidentschaft an und offenbart eine politische Kultur, die Unterhaltung und Regierungsführung vermischt. Diese absurde Kandidatur unterstreicht die tiefe Dysfunktion der amerikanischen Wahlpolitik.
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