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Ausgabe von 10:00 CETDienstag, 4. August 2026
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Freitag, 1. Mai 2026

Ein verweigerter Handschlag stört Infantinos Friedensappell beim FIFA-Kongress

Es sollte die große Geste der Versöhnung sein, ein sorgfältig inszeniertes Symbol dafür, dass der Fußball Mauern überwinden kann. Doch auf dem FIFA-Kongress in Vancouver geschah am Donnerstag etwas, das in der streng durchchoreografierten Welt der Funktionärsversammlungen selten vorkommt: Politische Leidenschaft sprengte das Protokoll. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte zuvor bereits die iranische Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2026 bestätigt und in einer Rede eindringlich für Frieden und gegen alle Kriege geworben – ein präsidialer Balanceakt, der die vielen Konfliktherde der Welt gleichzeitig umarmen sollte. Als er jedoch den palästinensischen Verbandschef Dschibril Radschub und den israelischen Vizepräsidenten Basim Suliman gemeinsam auf die Bühne bat und mehrfach aufforderte, einander die Hand zu reichen, scheiterte die Inszenierung vollends.

Radschub, der zuvor in einer langen Ansprache die Diskriminierung palästinensischer Sportler angeprangert hatte, wich keinen Schritt auf Suliman zu, obwohl Infantino ihn sanft am Arm fasste und immer wieder zu sich winkte. Aus palästinensischer Sicht war der Grund klar: Suliman, selbst arabischer Israeli, galt der Delegation als Versuch, die israelische Besatzungspolitik symbolisch zu überdecken. Die anwesende Vizepräsidentin des palästinensischen Fußballverbands, Susan Schalabi, erklärte gegenüber Reuters unmissverständlich: „Ich kann nicht die Hand von jemandem schütteln, den die Israelis gebracht haben, um ihren Faschismus und Völkermord reinzuwaschen! Wir leiden.“ Israel hat den Vorwurf des Völkermordes im Gaza-Krieg stets zurückgewiesen. Während Radschub sich vehement verweigerte, verharrte Suliman regungslos an seinem Platz – das Bild einer doppelten Sprachlosigkeit.

Der Vorfall, von Beobachtern in Europa nüchtern als Bruch mit dem Drehbuch gewertet, offenbart die tiefe Kluft, die Infantino mit bloßem Händereichen überbrücken wollte. Die palästinensische Seite fühlt sich nicht nur sportpolitisch marginalisiert, sie hat kürzlich Beschwerde beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) eingelegt, weil die FIFA es ablehnt, israelische Vereine in den Siedlungen des Westjordanlands zu sanktionieren. Aus israelischer Perspektive stellt die Präsenz dieser Klubs keinen Regelverstoß dar; man verweist auf die komplexe territoriale Rechtslage und sieht in der Forderung der Palästinenser einen politisch motivierten Angriff auf die eigene Mitgliedschaft.

In der deutschsprachigen Berichterstattung, etwa in der „Süddeutschen Zeitung“, wurde der Eklat als empfindliche Störung von Infantinos sorgsam geplanter Dramaturgie beschrieben. Tatsächlich ist der Auftritt in Vancouver mehr als ein peinlicher Moment für den FIFA-Präsidenten. Er führt einer Öffentlichkeit, die den Sport als politikfreie Zone zu sehen wünscht, erneut vor Augen, dass globale Großereignisse wie WM-Turniere Konflikte nicht suspendieren, sondern wie ein Brennglas bündeln. Für den Schweizer Sitz der FIFA und die traditionsbewussten Verbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz wirft das Geschehen die Frage auf, wie lange sich der Weltfußball noch hinter dem Mantra der politischen Neutralität verschanzen kann, während auf dem Spielfeld und an den Kongresspulten längst die Realität der Weltpolitik Einzug hält.

Die unmittelbaren Folgen sind sportjuristischer Natur: Das CAS-Verfahren könnte die FIFA zwingen, sich zur Legitimität von Fußball-Infrastruktur in besetzten Gebieten zu positionieren – ein Schritt, der schwerlich ohne politische Signalwirkung bliebe. Infantino selbst erklärte nach der gescheiterten Geste, man werde „gemeinsam arbeiten“. Der Satz klang in Vancouver eher nach hilfloser Beschwörung als nach einem belastbaren Plan. Ein verweigerter Handschlag als Lehrstück: Wer die Symbolik des Ausgleichs sucht, muss die Gründe der Spaltung ernsthafter nehmen als die Choreografie der Versöhnung.

Aktuell
SpaceX-Rakete schlägt am Mittwoch auf dem Mond ein·Weltstillwoche rückt häufige Fehler bei Milchstau, Lagerung und Anlegen in den Fokus·Erdrutsch in äthiopischem Kloster tötet 14 Pilger·Massive Drohnenangriffe auf Russland: Fünf Tote bei Moskau, sieben an der Schwarzmeerküste·Toyota verdoppelt Quartalsgewinn nahezu – Schwacher Yen und robuste Nachfrage stützen Ergebnis·Soldat erschießt in Sewastopol vier Menschen, darunter drei Zivilisten·Amorim beschwört Baresis Erbe beim AC Mailand·Argentinien: Rekordverschuldung der Haushalte – Milei lehnt staatliche Hilfe ab·SpaceX-Rakete schlägt am Mittwoch auf dem Mond ein·Weltstillwoche rückt häufige Fehler bei Milchstau, Lagerung und Anlegen in den Fokus·Erdrutsch in äthiopischem Kloster tötet 14 Pilger·Massive Drohnenangriffe auf Russland: Fünf Tote bei Moskau, sieben an der Schwarzmeerküste·Toyota verdoppelt Quartalsgewinn nahezu – Schwacher Yen und robuste Nachfrage stützen Ergebnis·Soldat erschießt in Sewastopol vier Menschen, darunter drei Zivilisten·Amorim beschwört Baresis Erbe beim AC Mailand·Argentinien: Rekordverschuldung der Haushalte – Milei lehnt staatliche Hilfe ab·
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Freitag, 1. Mai 2026

Ein verweigerter Handschlag stört Infantinos Friedensappell beim FIFA-Kongress

Es sollte die große Geste der Versöhnung sein, ein sorgfältig inszeniertes Symbol dafür, dass der Fußball Mauern überwinden kann. Doch auf dem FIFA-Kongress in Vancouver geschah am Donnerstag etwas, das in der streng durchchoreografierten Welt der Funktionärsversammlungen selten vorkommt: Politische Leidenschaft sprengte das Protokoll. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte zuvor bereits die iranische Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2026 bestätigt und in einer Rede eindringlich für Frieden und gegen alle Kriege geworben – ein präsidialer Balanceakt, der die vielen Konfliktherde der Welt gleichzeitig umarmen sollte. Als er jedoch den palästinensischen Verbandschef Dschibril Radschub und den israelischen Vizepräsidenten Basim Suliman gemeinsam auf die Bühne bat und mehrfach aufforderte, einander die Hand zu reichen, scheiterte die Inszenierung vollends.

Radschub, der zuvor in einer langen Ansprache die Diskriminierung palästinensischer Sportler angeprangert hatte, wich keinen Schritt auf Suliman zu, obwohl Infantino ihn sanft am Arm fasste und immer wieder zu sich winkte. Aus palästinensischer Sicht war der Grund klar: Suliman, selbst arabischer Israeli, galt der Delegation als Versuch, die israelische Besatzungspolitik symbolisch zu überdecken. Die anwesende Vizepräsidentin des palästinensischen Fußballverbands, Susan Schalabi, erklärte gegenüber Reuters unmissverständlich: „Ich kann nicht die Hand von jemandem schütteln, den die Israelis gebracht haben, um ihren Faschismus und Völkermord reinzuwaschen! Wir leiden.“ Israel hat den Vorwurf des Völkermordes im Gaza-Krieg stets zurückgewiesen. Während Radschub sich vehement verweigerte, verharrte Suliman regungslos an seinem Platz – das Bild einer doppelten Sprachlosigkeit.

Der Vorfall, von Beobachtern in Europa nüchtern als Bruch mit dem Drehbuch gewertet, offenbart die tiefe Kluft, die Infantino mit bloßem Händereichen überbrücken wollte. Die palästinensische Seite fühlt sich nicht nur sportpolitisch marginalisiert, sie hat kürzlich Beschwerde beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) eingelegt, weil die FIFA es ablehnt, israelische Vereine in den Siedlungen des Westjordanlands zu sanktionieren. Aus israelischer Perspektive stellt die Präsenz dieser Klubs keinen Regelverstoß dar; man verweist auf die komplexe territoriale Rechtslage und sieht in der Forderung der Palästinenser einen politisch motivierten Angriff auf die eigene Mitgliedschaft.

In der deutschsprachigen Berichterstattung, etwa in der „Süddeutschen Zeitung“, wurde der Eklat als empfindliche Störung von Infantinos sorgsam geplanter Dramaturgie beschrieben. Tatsächlich ist der Auftritt in Vancouver mehr als ein peinlicher Moment für den FIFA-Präsidenten. Er führt einer Öffentlichkeit, die den Sport als politikfreie Zone zu sehen wünscht, erneut vor Augen, dass globale Großereignisse wie WM-Turniere Konflikte nicht suspendieren, sondern wie ein Brennglas bündeln. Für den Schweizer Sitz der FIFA und die traditionsbewussten Verbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz wirft das Geschehen die Frage auf, wie lange sich der Weltfußball noch hinter dem Mantra der politischen Neutralität verschanzen kann, während auf dem Spielfeld und an den Kongresspulten längst die Realität der Weltpolitik Einzug hält.

Die unmittelbaren Folgen sind sportjuristischer Natur: Das CAS-Verfahren könnte die FIFA zwingen, sich zur Legitimität von Fußball-Infrastruktur in besetzten Gebieten zu positionieren – ein Schritt, der schwerlich ohne politische Signalwirkung bliebe. Infantino selbst erklärte nach der gescheiterten Geste, man werde „gemeinsam arbeiten“. Der Satz klang in Vancouver eher nach hilfloser Beschwörung als nach einem belastbaren Plan. Ein verweigerter Handschlag als Lehrstück: Wer die Symbolik des Ausgleichs sucht, muss die Gründe der Spaltung ernsthafter nehmen als die Choreografie der Versöhnung.

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