
Entwurf für Frieden: Iran und USA verhandeln über Wiedereröffnung der Straße von Hormus
Ein unter pakistanischer Vermittlung entstandenes Memorandum sieht den Rückzug amerikanischer Truppen und die Aufhebung der Seeblockade vor, während Teheran den Schiffsverkehr binnen eines Monats normalisieren soll.
Das bedeutendste Signal für eine mögliche Deeskalation im Nahen Osten kam am Mittwoch aus Teheran. Die iranische Staatsfernsehen IRIB veröffentlichte die Grundzüge eines vorläufigen Memorandums, des sogenannten „Memorandums von Islamabad“, das den Weg zu einem Waffenstillstand mit den Vereinigten Staaten ebnen soll. Demnach würden die USA ihre in der Nähe Irans stationierten Streitkräfte abziehen und die Seeblockade gegen iranische Häfen beenden. Im Gegenzug verpflichtet sich Teheran, den kommerziellen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus innerhalb von dreißig Tagen wieder auf Vorkriegsniveau zu bringen. Die Passage soll künftig gemeinsam mit Oman verwaltet werden; Militärschiffe bleiben von der Regelung ausdrücklich ausgeschlossen. Entscheidend ist der politische Zeitplan: Erzielen beide Seiten binnen sechzig Tagen eine endgültige Einigung, würde diese als bindende Resolution des UN-Sicherheitsrats verabschiedet. Allerdings ist der Rahmen noch nicht finalisiert, und Teheran besteht auf einer „greifbaren Verifikation“, bevor es zu konkreten Schritten bereit ist.
Der seit Februar währende Konflikt hatte mit amerikanisch-israelischen Luftschlägen begonnen und führte zu einer iranischen Blockade der lebenswichtigen Wasserstraße, was eine globale Ölpreiskrise auslöste. Seit dem 8. April gilt eine brüchige Waffenruhe, und unter pakistanischer Vermittlung wurden indirekte Gespräche geführt. Das nun durchgesickerte Papier markiert das bisher konkreteste Ergebnis. Aus Washingtoner Sicht ist die Zielsetzung bemerkenswert gering: Präsident Trump, der sein Kabinett am selben Tag zur Beratung der Verhandlungen einberief, strebt vor allem die Wiedereröffnung der Route an – die ursprünglichen Ambitionen eines Regimewechsels oder der Zerschlagung des Atomprogramms sind einer pragmatischen Minimalforderung gewichen. In Teheran hingegen deutet man das Dokument als strategischen Sieg: Die Aufhebung der Blockade und der Abzug amerikanischer Kräfte stärken die Position der Islamischen Republik, die nun gemeinsam mit Oman die Kontrolle über den Schiffsverkehr ausüben würde. Beobachter in Israel verfolgen die Annäherung mit Skepsis, denn weder das iranische Raketenarsenal noch die Anreicherung von Uran werden in der Vorlage adressiert – für Jerusalem zentrale Sicherheitsfragen.
Während die diplomatischen Kanäle nach Islamabad und Maskat laufen, eskaliert parallel der Krieg an der Nordfront Israels. Allein am Dienstag starben bei israelischen Luftangriffen im Libanon mehr als dreißig Menschen, und Iran beharrt darauf, dass ein Ende der Feindseligkeiten dort zwingender Bestandteil jeder Friedensvereinbarung sein müsse. Für die europäischen Staaten – und insbesondere für Deutschland, Österreich und die Schweiz – ist eine rasche Normalisierung der Schifffahrt essenziell; rund ein Fünftel des globalen Öltransits passiert die Straße von Hormus, und jede Unterbrechung trifft die energieabhängigen Volkswirtschaften hart. Analysen verweisen darauf, dass Europa während der Krise kaum Einfluss auf Washington ausüben konnte, was die strategische Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten erneut verdeutlicht hat.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das Misstrauen zwischen Teheran und Washington überwunden werden kann. Die Frist für eine UN-Resolution setzt beide Seiten unter Zugzwang, doch die Kernfragen – das iranische Nuklearprogramm, die Sanktionen und die Präsenz von Stellvertretermilizen – bleiben ungelöst. Ein Interimsfrieden, der lediglich die akute Blockade beendet, könnte sich als taktische Atempause erweisen, ohne die strukturellen Spannungen im Persischen Golf zu entschärfen. Für Berlin, Wien und Bern bleibt die Hoffnung, dass stabile Transportwege die Energiepreise dämpfen, doch die Beständigkeit einer solchen Regelung hängt von Faktoren ab, die weit jenseits der Meerenge liegen.
| Israelische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.50 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
Das Weiße Haus hat den Bericht der iranischen Staatsmedien über einen Entwurf für ein Abkommen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus als vollständige Fälschung kategorisch zurückgewiesen. Die USA bestreiten jede Verpflichtung zum Truppenabzug oder zur Beendigung der Seeblockade und warnen, dass niemand den Sendungen iranischer Medien Glauben schenken sollte. Der Vorfall wird als iranischer Versuch dargestellt, während der anhaltenden Feindseligkeiten Desinformation zu verbreiten.
Der von iranischen Medien verbreitete Entwurf für ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran hat Analysen über Gewinner und Verlierer ausgelöst, wobei viele meinen, Teheran sei gestärkt hervorgegangen. Obwohl das Weiße Haus die iranische Darstellung als Fälschung zurückweist, werden die vorgeschlagenen Bedingungen – US-Rückzug und Wiedereröffnung von Hormus – als deutlicher Rückzug von den ursprünglichen Kriegszielen Washingtons gesehen. Kommentatoren rahmen das mögliche Abkommen als strategisches Scheitern ein, das Irans nukleare Ambitionen und regionalen Einfluss weitgehend unangetastet lässt.
Das diplomatische Hin und Her zwischen Washington und Teheran verzeichnet täglich Fort- und Rückschritte. Das iranische Staatsfernsehen verbreitete Einzelheiten eines Memorandum-Entwurfs, der den Abzug der US-Streitkräfte und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht, doch das Weiße Haus bremste umgehend und bezeichnete ihn als unzuverlässig. Während der verbale Schlagabtausch weitergeht, dauert der Krieg mit neuen amerikanischen Angriffen, Drohnenabschüssen und der Aufbringung von Schiffen durch den Iran an, was die Brüchigkeit jeder Waffenruhe unterstreicht.
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