
Englische Klubs dominieren Europas Bühne: Aston Villa und Freiburg im Finale der Europa League
Aston Villa und der SC Freiburg bestreiten am 20. Mai in Istanbul das Endspiel der Europa League. Auch Crystal Palace und Arsenal stehen in europäischen Finals – ein Triumph des englischen Fußballs.
Die englische Premier League schickt sich an, in dieser Saison alle drei europäischen Wettbewerbe zu gewinnen. Nachdem Arsenal bereits am Mittwochabend das Finale der Champions League erreicht hatte, zogen am Donnerstag mit Aston Villa und Crystal Palace zwei weitere Klubs nach – ein Novum in der Geschichte des kontinentalen Fußballs. Der ganz große Auftritt aber gehörte dem Prinzen von Wales. William, seit Jahren bekennender Anhänger der „Villans“, feierte nach dem 4:0-Sieg gegen Nottingham Forest ausgelassen mit den Fans im Villa Park, sang Neil Diamonds „Sweet Caroline“ und vergaß für Momente alle protokollarischen Zwänge. Der 43-jährige Thronfolger war Zeuge eines historischen Abends: Aston Villa kehrt erstmals seit dem Europapokalsieg von 1982 in ein internationales Finale zurück, damals noch gegen Bayern München.
Aus Sicht der Deutschen dürfte die Freude über den Finaleinzug des SC Freiburg mindestens ebenso groß sein. Die Mannschaft von Cheftrainer Julian Schuster drehte im Rückspiel gegen Braga einen 1:2-Rückstand aus dem Hinspiel und gewann vor heimischer Kulisse 3:1. Der entscheidende Treffer fiel durch Lucas Kübler, der sich an diesem Abend als doppelter Torschütze feiern ließ. Für Freiburg ist es die erste Finalteilnahme in einem europäischen Wettbewerb überhaupt – ein Meilenstein für den Verein, der sich in den vergangenen Jahren als feste Größe im deutschen Fußball etabliert hat. Der Gegner in Istanbul, Aston Villa, sei nach Ansicht von Beobachtern in Birmingham taktisch variabel und unter Trainer Unai Emery bestens auf K.o.-Spiele eingestellt. Emery gewann die Europa League bereits viermal mit dem FC Sevilla und weiß, worauf es in einem Endspiel ankommt.
Doch nicht nur die Königsklasse und die Europa League sind Schauplatz englischer Dominanz. In der Conference League sicherte sich Crystal Palace durch einen Erfolg im Halbfinale die Teilnahme am Endspiel gegen Rayo Vallecano. Die Londoner, die lange im Schatten ihrer Nachbarn standen, könnten mit dem ersten europäischen Titel der Klubgeschichte den eigenen Status nachhaltig verändern. Parallel zur internationalen Erfolgsserie spitzt sich im Inland der Kampf um die Meisterschaft zu. Arsenal und Manchester City liefern sich ein Duell, das bis zum letzten Spieltag andauern könnte – wobei die Gunners nach 22 Jahren wieder den Premier-League-Titel anstreben. Die Wettquoten deuten derzeit auf einen knappen Ausgang hin, was die Spannung zusätzlich erhöht.
Die Konzentration auf das große Finale in Istanbul lenkt den Blick auf die strategischen Unterschiede zwischen den Finalisten. Freiburg vertraut auf eine kollektive Defensivordnung und schnelles Umschaltspiel, während Villa mit individueller Klasse und der Erfahrung Emerys punktet. Aus Schweizer Perspektive ist bemerkenswert, dass die beiden Schweizer Nationalspieler in Diensten Freiburgs, Manuel Akanji und Edimilson Fernandes, als Schlüsselspieler gelten. Sollte Freiburg den Cup gewinnen, wäre dies nicht nur ein Triumph für den deutschen Fußball, sondern auch ein Signal für die Nachhaltigkeit von Vereinen, die ohne milliardenschwere Investoren auskommen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der englische Fußball seine Vormachtstellung auch in den Endspielen untermauern kann – oder ob die europäischen Rivalen ein Exempel statuieren.
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