
Fifa weitet Sperre gegen Prestianni aus – Argentinien droht WM-Auftakt ohne den Stürmer
Die global gültige Sperre des argentinischen Nationalspielers für rassistische Beleidigungen gefährdet seinen Einsatz im WM-Gruppenspiel gegen Österreich.
Der Internationale Fussballverband hat die von der Uefa verhängte Sperre gegen Gianluca Prestianni auf alle Wettbewerbe unter seinem Dach ausgeweitet. Der 20-jährige Stürmer von Benfica Lissabon hatte im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid den Brasilianer Vinicius Júnior nach dessen Tor mit rassistischen Gesten beleidigt. Die Sperre von sechs Spielen, von denen drei zur Bewährung ausgesetzt sind, gilt nun auch für Länderspiele – und könnte Argentinien mitten in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026 treffen.
Sollte Nationaltrainer Lionel Scaloni den Angreifer nominieren, müsste Prestianni die ersten beiden Gruppenspiele gegen Algerien und Österreich aussetzen. Für die österreichische Nationalmannschaft, die sich auf ein schweres Los in Gruppe D einstellt, ergibt sich daraus ein taktischer Vorteil: Der wohl gefährlichste argentinische Angreifer fiele im direkten Duell aus. Aus argentinischer Sicht stellt die Entscheidung den Trainerstab vor ein Dilemma.
Scaloni muss abwägen, ob er einen Spieler mitnimmt, der in den entscheidenden ersten Partien fehlt. Zudem wiegt der Präzedenzfall schwer: Die Fifa zieht mit diesem Schritt eine strenge Linie gegen diskriminierendes Verhalten und nutzt ihre globalen Disziplinarregeln, um Uefa-Sanktionen universell durchzusetzen. In Lissabon sorgt die Ausweitung für Unmut.
Benfica verliert Prestianni nicht nur in der Champions League, sondern sieht seine Reputation durch das Fehlverhalten des Argentiniers beschädigt. Der Spieler selbst bestreitet die Vorwürfe und will nach Informationen aus seinem Umfeld vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS eine einstweilige Verfügung erwirken. Ob dieser Rechtsweg Erfolg haben kann, ist ungewiss, denn die Beweislage gilt als erdrückend.
Der Vorfall hatte im Februar für einen rund zehnminütigen Spielunterbruch gesorgt, als Prestianni das Trikot vor den Mund hielt und Vinicius beschimpfte. Die Fifa beruft sich bei ihrer Entscheidung auf Artikel 70 ihres Disziplinarreglements, der die Ausdehnung von Sanktionen auf alle Mitgliedsverbände erlaubt. Für den Kampf gegen Rassismus im Fussball sendet die Behörde damit ein klares Signal, das jedoch die sportlichen Konsequenzen für Argentinien nicht mildert.
Scaloni steht vor der schwierigen Aufgabe, seine Offensive ohne den formstarken Stürmer zu planen – und gleichzeitig ein Zeichen gegen Intoleranz zu setzen.
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