
Frühe Zuckerrestriktion mit deutlich geringerem Demenzrisiko assoziiert
Eine Auswertung historischer Daten von über 60.000 Briten zeigt, dass ein niedriger Zuckerkonsum in den ersten Lebensjahren das spätere Demenzrisiko um bis zu 23 Prozent senken und den Krankheitsbeginn verzögern kann.
Ein geringer Zuckerkonsum während der Schwangerschaft und in den ersten beiden Lebensjahren ist mit einem substanziell niedrigeren Risiko für Demenzerkrankungen im Alter verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Beobachtungsstudie unter Leitung von Jiazhen Zheng von der Hong Kong University of Science and Technology in Guangzhou, die Gesundheitsdaten von 60.394 im Vereinigten Königreich geborenen Personen auswertete. Die Analyse nutzt das natürliche Experiment der staatlichen Zuckerrationierung, die in Großbritannien im September 1953 endete und den Zuckerkonsum der Bevölkerung danach nahezu verdoppelte.
Die Forscher verglichen Kohorten, die während der Rationierung im Mutterleib und in der frühen Kindheit wenig Zucker ausgesetzt waren, mit jenen, die nach dem Ende der Beschränkungen aufwuchsen. In der Gruppe mit der längsten Expositionsdauer – Rationierung bis zum zweiten Lebensjahr – war das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, um 23 Prozent reduziert. Für die Alzheimer-Krankheit speziell errechnete das Team eine Risikominderung von 46 Prozent. Zudem trat die Erkrankung bei früh zuckerarm ernährten Personen im Durchschnitt 2,6 Jahre später auf.
Ergänzende Magnetresonanztomographien von mehr als 9.000 Teilnehmern stützen den Befund: Gehirne der restriktiv ernährten Gruppe wirkten im Mittel 0,39 Jahre jünger als es ihrem chronologischen Alter entsprach, und gedächtnisrelevante Regionen wie Hippocampus und Thalamus waren voluminöser. Zheng betont, die Ergebnisse legten nahe, dass eine Begrenzung des Zuckerkonsums in der frühesten Lebensphase langanhaltende Vorteile für die Gehirngesundheit haben könnte.
Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich um eine rein beobachtende Assoziation handelt und kein kausaler Zusammenhang abgeleitet werden kann. Unklar bleibt, ob die Effekte auf den geringeren Zuckerkonsum selbst oder auf andere, mit der Rationierung einhergehende Ernährungsfaktoren zurückgehen. Weitere Studien mit detaillierten Ernährungsdaten heutiger Populationen sind nötig, um die Übertragbarkeit der Ergebnisse zu prüfen und zugrundeliegende Mechanismen aufzuklären.
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Wir warnen vor Prädiabetes und drängen zu Ernährungsumstellungen, um Diabetes vorzubeugen.
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