
Größter Wal-Friedhof der Welt im Indischen Ozean entdeckt: 500 Skelette in 7000 Metern Tiefe
Forscher finden in der Diamantina-Bruchzone vor Australien Hunderte Walkadaver, darunter Fossilien aus fünf Millionen Jahren – ein einzigartiges Tiefsee-Ökosystem.
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung des chinesischen Tiefseelabors in Sanya hat im südöstlichen Indischen Ozean den größten und ältesten bekannten Wal-Friedhof der Welt entdeckt. Auf einer Länge von rund 1200 Kilometern in der Diamantina-Bruchzone, einer tektonischen Verwerfung in bis zu 7001 Metern Tiefe, dokumentierten die Wissenschaftler 485 Fundstellen mit insgesamt 476 fossilen Walen sowie fünf aktiv verrottende Kadaver. Die Studie, die im Fachjournal Nature veröffentlicht wurde, datiert einige der Überreste auf ein Alter von bis zu 5,3 Millionen Jahren. Aus Pekinger Sicht ist der Fund ein Beleg für die wachsende Rolle chinesischer Tiefseeforschung: Das bemannte Tauchboot Fendouzhe absolvierte 32 Tauchgänge und kartierte über 127 Kilometer Meeresboden.
Die sogenannten „Walfälle“ – herabgesunkene Walkadaver – bilden die Grundlage für hochspezialisierte Ökosysteme in der Tiefsee. In der Diamantina-Zone fanden die Forscher zahlreiche Organismen, die vermutlich neu für die Wissenschaft sind, darunter eine ausgestorbene Walart. Der US-amerikanische Paläontologe Stephen Godfrey, der die Studie begutachtete, sprach von einem „wirklich einzigartigen Fund“, vergleichbar mit der Entdeckung hydrothermaler Quellen in den 1970er Jahren. Aus australischer Perspektive unterstreicht der Fund die Bedeutung internationaler Gewässer vor der Küste Westaustraliens als Hotspot der Biodiversität – ähnlich den jüngsten Entdeckungen von 149 neuen Arten bei den Weihnachtsinseln.
Die Entstehung des Friedhofs erklären die Forscher mit der besonderen Topografie der Bruchzone: Die V-förmige Tiefseerinne wirkt wie eine Rutsche, die tote Wale aus dem produktiven Nahrungsgebiet darüber in die Tiefe leitet. Dies erklärt die außergewöhnliche Dichte von Überresten auf engem Raum. Während die meisten Wale nach ihrem Tod auf dem Meeresboden landen, sind Funde mehrerer Kadaver auf einem Fleck extrem selten. Die nun entdeckte Ansammlung erlaubt erstmals einen umfassenden Blick auf die Entwicklung von Tiefsee-Ökosystemen über Jahrmillionen.
Die Entdeckung wirft ein neues Licht auf die Rolle von Walen als Kohlenstoffsenken: Ihre Körper transportieren große Mengen Kohlenstoff in die Tiefsee, wo er für Jahrhunderte gebunden bleibt. Für die Klimaforschung könnte dies bedeuten, dass der Schutz der Meeressäuger nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch dem Klima dient. Die Forscher planen nun, die unbekannten Arten zu identifizieren und die Wechselwirkungen zwischen Walpopulationen und Tiefseelebensräumen genauer zu untersuchen. Der Fund in der Diamantina-Zone zeigt, wie viel die Ozeane noch verbergen – und wie dringend ihr Schutz ist.
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
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| Chinesische Presse | +0.90 | aligned |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
In den Tiefen des Indischen Ozeans wurde der weltweit größte Walfriedhof entdeckt. Die in Nature veröffentlichte Studie beschreibt ein 1200 km langes Gebiet in Tiefen von 4600 bis 7000 Metern, reich an bis zu 5 Millionen Jahre alten Fossilien. Die V-förmige Meeresbodenformation begünstigte die Ansammlung der Überreste.
Eine bahnbrechende Entdeckung chinesischer Forscher in den Tiefen des Indischen Ozeans: der größte je gefundene Walfriedhof, der Chinas Fähigkeiten in der Meeresforschung demonstriert. Die in Nature veröffentlichten Ergebnisse unterstreichen Chinas führende Rolle in der globalen Meereswissenschaft und seine wachsende Präsenz in internationalen Gewässern.
Eine bemerkenswerte wissenschaftliche Entdeckung, die jedoch Fragen zur wachsenden chinesischen Aktivität im tiefen Indischen Ozean aufwirft. Während der Walfriedhof paläontologische Erkenntnisse liefert, stellen Analysten fest, dass die Mission in ein Muster chinesischer Expansion in strategische Gewässer passt, mit möglichen Auswirkungen auf die regionale Sicherheit und die Kontrolle unterseeischer Ressourcen.
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