
Inter Mailand vor vorzeitigem Scudetto: Napoli patzt in Como
Das torlose Remis zwischen Como und dem SSC Neapel am Samstagabend hat die Weichen in der italienischen Meisterschaft endgültig in Richtung Mailand gestellt. Inter genügt nun bereits am Sonntag im Heimspiel gegen Parma ein einziger Punkt, um sich den 21. Scudetto der Vereinsgeschichte zu sichern.
Aus neapolitanischer Sicht war das 0:0 am Comer See eine verpasste Chance, die Titelentscheidung wenigstens noch hinauszuzögern: Antonio Conte, der zuvor auf eine überraschende Aufstellung gesetzt hatte, sah eine Mannschaft, die sich erst in der Schlussphase befreien konnte – der Pfostenschuss von Matteo Politano in der 84. Minute war der einzige nennenswerte Höhepunkt der Gäste. In Como hingegen wächst die Enttäuschung.
Cesc Fàbregas’ Elf hatte in der ersten Halbzeit mehrere erstklassige Gelegenheiten, allen voran durch Douvikas, der nach einem Traumpass von Nico Paz frei vor dem Tor scheiterte. Die mangelnde Effizienz bestraft sich nun doppelt: Juventus kann am Sonntag mit einem Sieg gegen den bereits abgestiegenen Verona auf fünf Punkte davonziehen und den Champions-League-Traum der Aufsteiger aus der Lombardei endgültig beenden. Aus Mailänder Perspektive ist die Rechnung einfacher.
Cristian Chivu, der Inter im Winter von Simone Inzaghi übernommen hatte, steht vor der Krönung einer nahezu perfekten Rückrunde. Selbst bei einer Niederlage gegen Parma bliebe der Vorsprung auf Napoli bei neun Punkten bei nur noch drei ausstehenden Spieltagen – die arithmetiche Meisterschaft ist also auch ohne eigenes Zutun nur noch eine Frage der Zeit. Beobachter in der italienischen Hauptstadt sehen darin eine logische Konsequenz der konstanten Leistungen der Nerazzurri, die im Gegensatz zum schwankenden Napoli über die gesamte Saison hinweg wenig Zweifel an ihrer Überlegenheit ließen.
Für die verbleibenden Wochen bedeutet dies, dass sich der Fokus auf den Kampf um die Champions-League-Plätze verschiebt, an dem neben Juventus und Milan auch Roma und Fiorentina beteiligt sind. Como droht hingegen das Schicksal, nach einer starken Saison ohne internationales Geschäft dazustehen – ein herber Rückschlag für die ehrgeizigen Projektpläne des Klubs. Die letzte Entscheidung fällt also vermutlich nicht auf dem Platz, sondern in den Köpfen einer Mannschaft, die ihre besten Chancen nicht nutzen konnte.
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